Fußball

Ex-Fifa-Präsident freut sich Schweiz stellt Ermittlung gegen Blatter ein

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Kommt bei einer Ermittlung wohl ungeschoren davon: Ex-Fifa-Präsident Sepp Blatter.

(Foto: imago images/Geisser)

Seit September 2015 wird gegen ihn ermittelt, nun ist eines der Strafverfahren gegen den früheren Fifa-Präsidenten Sepp Blatter formell eingestellt. Während der Ex-Fußballfunktionär sich positiv gestimmt äußert, will die Fifa alle rechtlichen Möglichkeiten prüfen - und legt wohl Berufung ein.

Der frühere Fifa-Präsident Sepp Blatter bleibt in einer von zwei Untersuchungen wegen Korruptionsvorwürfen wohl unbehelligt. "Ich wurde am Dienstag offiziell informiert, dass die Bundesanwaltschaft mit Beschluss vom 22. Mai entschieden hat, die Untersuchung eines Fernsehrechtsvertrags abzuschließen", sagte Blatter der französischen Nachrichtenagentur AFP. Die Fifa teilte auf Anfrage mit, dass sie noch keinen entsprechenden Beschluss erhalten habe.

Bereits Anfang April hatten die französische Tageszeitung "Le Monde" sowie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, dass die schweizerische Bundesanwaltschaft die Ermittlungen gegen den 84-Jährigen wegen Ungereimtheiten beim Verkauf von TV-Rechten an die karibische Fußball-Union CFU eingestellt habe. Dies war eine von zwei Kriminalermittlungen, die 2015 gegen den Schweizer wegen des Verdachts unlauterer Geschäftsmethoden und Vertrauensmissbrauches eingeleitet worden waren. Blatter stand von 1998 bis 2016 an der Spitze des Fußball-Weltverbandes.

"Verantwortliche zur Rechenschaft ziehen"

"Dieser Beschluss ist eine gute Sache, und vor allem fällt er genau fünf Jahre nach dem Tag, als ich mein Mandat als Präsident der Fifa zur Verfügung gestellt habe", sagte Blatter. Die Fifa zeigte sich demgegenüber deutlich weniger erfreut und kündigte Berufung an. Man werde "alle rechtlichen Möglichkeiten prüfen, um sicherzustellen, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden", hieß es in einem Statement.

Die Rechte an den Übertragungen der Weltmeisterschaften 2010 und 2014 waren laut Vertrag für 600.000 Euro an den karibischen Verband verkauft worden. Ein Preis, der deutlich unter dem Marktwert lag. Die CFU wurde damals von Jack Warner (Trinidad und Tobago) geführt, der in verschiedenen Korruptionsaffären schwer belastet und schließlich lebenslang gesperrt wurde.

Gegen Blatter läuft eine weitere Untersuchung, in der es um die Zahlung von umgerechnet 1,89 Millionen Euro an den damaligen Uefa-Präsidenten Michel Platini geht. Sobald dieser Fall ebenfalls geschlossen sei, "werde ich von der Fifa meine Rehabilitierung fordern", sagte Blatter, der seit Ende 2015 eine Sechsjahressperre für alle Ämter verbüßt: "Meine Suspendierung durch die Ethikkommission der Fifa fußte schließlich auf den Anschuldigungen der Schweizer Justiz."

Quelle: ntv.de, dbe/sid