Fußball

Spielabsage trifft Ami hart Spurs-Star versüßt vergebliche 31-Stunden-Anreise

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Schnee, nur Schnee. Im Turf Moor kann nicht gespielt werden.

(Foto: REUTERS)

Fußballfans sind Leiden gewohnt. Da nehmen manche sogar auf sich, den Kontinent zu wechseln, um einem Spiel des Lieblingsvereins beizuwohnen. Einem Spiel, dass dann gar nicht angepfiffen wird. Das erlebt der Texaner Ken Saxton. Und blickt trotzdem auf einen tollen Tag zurück.

Schnee, Schnee und nochmal Schnee: Diese Bilder aus dem Stadion des FC Burnley überraschten am Sonntag auch die Premier League. Im Norden Englands hat es geschneit und das nicht zu knapp. Das Wetter schlug solche Kapriolen, dass die Partie gegen Tottenham Hotspur kurzfristig abgesagt werden musste. "Aufgrund von Problemen mit dem Spielfeld kann das Spiel nicht sicher durchgeführt werden", twitterten die Gastgeber - als sogar schon die Mannschaftsaufstellungen veröffentlicht waren.

Die kurzfristige Absage half den Fans, die das Spiel im Stadion anschauen wollten, natürlich nichts mehr. Sie waren bereits vor Ort. Auch beide Teams hatten sich vorbereitet, was bei Spurs-Coach Antonio Conte zunächst für Frust sorgte. Dann aber sagte er über die kurzfristige Absage: "Es besteht ein hohes Verletzungsrisiko, und das ist nicht gut."

Ärgerlich für die Heim-Fans, ärgerlicher für die Gäste-Fans, denn die Anreise aus London dauert mehr als vier Stunden. Am ärgerlichsten aber für ganz spezielle Tottenham-Fans: Ken und Brandi Saxton. Die beiden Tottenham-Anhänger hatten eine deutlich längere Anreise. 31 Stunden waren sie unterwegs, um dem Spiel im Turf Moor beizuwohnen. 31 Stunden ohne Schlaf, nur angetrieben von Kaffee, Käsecrackern und mehr Kaffee, wie Ken Saxton bei Twitter schreibt. Das Paar ist aus Dallas, Texas in den USA angereist. "Für den Spieltag sind eisige Temperaturen und Schnee vorhergesagt. Die Dinge, die du tust, wenn du deinen Klub liebst." Das schrieb er am Samstagabend, wie schlimm es am Sonntag werden würde, wusste er noch nicht.

Twitter sei dank, nahm er seine Follower mit auf die Reise nach Burnley. Dorthin, wo Tottenham Hotspur dringend benötigte Punkte gewinnen sollte. Schließlich läuft es auch in dieser Saison nicht rund. Aus zwölf Spielen gibt es erst sechs Siege, nur Platz sieben in der Tabelle, sogar hinter den Wolverhampton Wanderers und derzeit keine Qualifikation für den europäischen Wettbewerb. Punkte werden also dringend benötigt, da käme das Spiel beim Abstiegskandidaten FC Burnley gerade recht.

Der Spieltag begann für die Saxtons mit Fußball-Idylle. Ein Spaziergang durch Burnley, vorbei an einem Stück Rasen mit zwei Toren. Als sie das Stadion erreichten, schneite es bereits. Und es wurde heftiger, das Spielfeld war schnell weiß, die Helfer schafften es nicht, den Schnee wegzuschaufeln. Absage. Kein Fußball. Während sich der Brasilianer Lucas Moura noch im Schneeballwerfen übte und sich anschließend bei Twitter über die Kälte beschwerte, zogen die Saxtons und Freunde weiter. Kneipenbesuch mit alkoholischen Kaltgetränken und Essen. Nach der Spielabsage hatte Ken Saxton zahlreiche Aufmunterungen erhalten, doch er wollte gar nicht bedauert werden. "Ich weiß all die Liebe zu schätzen, aber macht keinen Fehler. Abhängen mit Kumpels, DAS ist es, was den Fußball ausmacht."

Und dann gab es für die Saxtons noch eine große Überraschung. Tottenham-Stürmer Harry Kane ist auf ihren Trip nach Burnley aufmerksam gemacht worden. Er twitterte sein Bedauern und: "Als Dank für dein Engagement und als Entschädigung für die Absage des Spiels würde ich dich gerne zu einem Heimspiel einladen, wenn du das nächste Mal in London bist." Ken Saxton war ob dieses Angebots wohl etwas überwältigt: "Danke, Harry, es ist zwar überhaupt nicht nötig, aber wir freuen uns sehr, auf dein Angebot einzugehen. Danke dir und danke an alle Spurs (und andere Fußballfans), die sich gemeldet haben. Fantastisch, wirklich." Da haben sich 31 Stunden Anreise doch auch ohne Fußball gelohnt.

Quelle: ntv.de

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