Fußball

Ingolstadt tobt, Gladbach eiert Stindls Handtor "keine Absicht" - oder doch?

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Der Fall Stindl in der Kurzfassung: Brust, Hand, Tor - und viele hitzige Diskussionen.

(Foto: imago/MIS)

Mit Mühe quält sich Borussia Mönchengladbach zum Duselsieg über Abstiegskandidat Ingolstadt. Eingeleitet wird der Erfolg durch ein klares Handtor von Lars Stindl. Der sieht trotzdem ein "regelkonformes" Tor - und erntet empörten Widerspruch des FCI.

Nach dem Schlusspfiff gingen die Diskussionen erst richtig los. Zwar bestand überhaupt kein Zweifel daran, dass Borussia Mönchengladbachs Kapitän Lars Stindl den Ball zur Führung beim FC Ingolstadt mit der Hand über die Linie befördert hatte. An der Frage "Absicht oder nicht?", als "reguläres Tor oder Fehlentscheidung?" - daran schieden sich jedoch die Geister.

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Handlungsschnell: Gladbachs Stindl beim 1:0.

(Foto: imago/Jan Huebner)

"Es war keine Absicht", sagte "Übeltäter" Stindl, dem der Ball von der Brust an die Hand gesprungen war, nach dem 2:0 (0:0) im Bezahlsender Sky: "Es war zwar nicht astrein, aber regelkonform, denke ich." Auffällig war, dass sich Stindl bereits im Spiel ausgiebigen Jubel über sein Tor verkniff und stattdessen mehrfach entschuldigend gestikulierte.

Die verärgerten Ingolstädter sahen die Frage "Reguläres Tor oder nicht?" denn auch naturgemäß ganz anders als Stindl. "Das ist ganz klar Hand, eine aktive Bewegung. Schade, dass wir jedes Wochenende gegen den Schiri kämpfen müssen. Der Mann hat so viel Macht", polterte Alfredo Morales.

Sein Trainer Maik Walpurgis wollte keine generelle Debatte über die Schiedsrichter in der Fußball-Bundesliga entfachen: "Er kann sich nicht gegen das Handspiel wehren, aber es ist unzweifelhaft Hand und damit Freistoß für uns." Dass Gladbach-Coach Dieter Hecking die Regelauslegung von Schiedsrichter Christian Dingert beim Handspiel als "weich" bezeichnete, veranlasste Walpurgis allerdings zu einem sarkastischen Kommentar: "Wenn wir den Fußball noch mit weichen und  harten Regeln bestücken, dann viel Spaß."

"Heute vielleicht ein bisschen mehr Glück"

Hecking hatte allerdings auch gesagt, dass er sich eine Nachfrage des Schiedsrichters bei Stindl und dann auch ein Geständnis seines Spielers gewünscht hätte: "Wenn der Schiedsrichter zu Lars  gegangen wäre, dann hätte ich erwartet, dass er sagt, dass es Hand war." Nach Ansicht der Fernsehbilder kam auch Gladbachs Weltmeister Christoph Kramer zu der Einschätzung, dass Stindls Tor nicht hätte zählen dürfen: "Wenn ich es jetzt sehe, dann muss ich sagen, dass es Hand ist. Da müssen wir nicht drüber reden", sagte er im Bezahlsender Sky: "Aber Glück und Pech gleichen sich in der Saison aus. Heute hatten wir vielleicht ein bisschen mehr Glück."

Denn statt auf Freistoß für Ingolstadt hatte Schiedsrichter Dingert ohne Nachfrage bei Stindl auf Tor für Gladbach entschieden und damit entscheidend in die Partie eingegriffen. In der setzte Gladbachs André Hahn (90.+1) nach einem Konter schließlich ganz spät den Schlusspunkt.

Klassisches Nullnull

Ohne Stindls Handtor, davon waren die Ingolstädter überzeugt, wäre die Partie 0:0 ausgegangen. Tatsächlich überzeugten die Gladbacher drei Tage nach dem Europaliga-Wunder in Florenz in einem mäßigen Bundesligaspiel kaum. Der Außenseiter Ingolstadt war weitgehend ebenbürtig, scheiterte aber wiederholt an seiner bekannten Abschlussschwäche oder Borussia-Torwart Yann Sommer.

Selbst das 0:1 durch Stindls Handtor ließ den Ingolstädter Kampfgeist nicht erlahmen. Die Partie war bis in die Schlussphase offen, in der 89. Minute hielt Sommer klasse gegen Almog Cohen. Hahn entschied die Partie dann in der Nachspielzeit für die Borussia. Doch der Schlusspfiff in Ingolstadt war diesmal der Anpfiff für hitzige Diskussionen.

Quelle: n-tv.de, cwo/sid