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Ärger über wenige InvestitionenStreikt sich Cristiano Ronaldo weg aus Saudi-Arabien?

04.02.2026, 08:41 Uhr
Soccer-Football-Saudi-Pro-League-Al-Nassr-v-Al-Taawoun-Al-Awwal-Park-Riyadh-Saudi-Arabia-January-26-2026-Al-Nassr-s-Cristiano-Ronaldo-reacts-REUTERS-Hamad-I-Mohammed
Ronaldo fragt offenbar, wo seine neuen Mitspieler bleiben. (Foto: REUTERS)

Karim Benzema wechselt zum Tabellenführer der saudi-arabischen Liga, auch bei anderen Klubs gibt es Transfers. Nur Cristiano Ronaldo schaut sich vergeblich nach neuen Teamkollegen um - und hat offenbar mächtig schlechte Laune. Nach einem Streik gibt es sogar Gerüchte über einen Vereinswechsel.

Geld allein macht also doch nicht glücklich: Mehr als 550.000 Euro erhält Cristiano Ronaldo pro Tag an Gehalt, doch der in die Jahre gekommene Fußball-Superstar ist derzeit offenbar trotzdem mächtig unzufrieden. Bei seinem saudi-arabischen Klub Al-Nassr soll er sogar in Streik getreten sein.

So fehlte er am Montag im Kader beim Spiel gegen Al-Riyadh als der frühere Liverpooler Sadio Mané das 1:0-Siegtor schoss. Während es offiziell hieß, dass er für das Duell mit dem amtierenden Meister Al-Ittihad am Freitag geschont werde, berichtete die portugiesische Zeitung "A Bola" Ronaldo streike. Es ärgere ihn, wie der saudische Staatsfonds PIF, dem mehrere Klubs der saudischen Liga mehrheitlich gehören, mit Al-Nassr umgeht. Der 40-Jährige hat demnach das Gefühl, der PIF würde andere Klubs in seinem Besitz bevorzugt behandeln.

Al-Nassr ist derzeit Tabellenzweiter in der saudischen Pro League und einer von vier Klubs, die sich im Besitz des PIF befinden. Die anderen drei sind Tabellenführer Al-Hilal, der drittplatzierte Al Ahli sowie der Sechste Al Ittihad. In dieser Wintertransferperiode verpflichtete Al-Nassr tatsächlich nur Haydeer Abdulkareem aus dem Irak, während die Konkurrenz deutlich aktiver war. So verpflichtete Tabellenführer Al-Hilal etwa Frankreichs-Altstar Karim Benzema und ließ sich das mächtig was kosten. Trotz einer Restvertragslaufzeit von einem halben Jahr soll Al-Hilal laut Medienberichten 25 Millionen Euro für Benzema an Al-Ittihad zahlen. Teurer war noch kein Spieler, der 36 Jahre oder älter ist. Im Ligavergleich hat Al-Nassr (133 Millionen Euro) hinter Al-Ittihad (141 Millionen Euro) und Al-Hilal (190 Millionen Euro) den dritthöchsten Kaderwert.

Riesige Ausstiegsklausel?

Die portugiesische Zeitung "Record" berichtet sogar, dass Ronaldo den Klub im Juni verlassen könnte. Er besitze in seinem Vertrag eine Ausstiegsklausel in Höhe von 50 Millionen Euro. Die muss allerdings erst mal jemand für einen 40-Jährigen hinblättern. Mögliches Ziel: Die nordamerikanische MLS. Bereits im vergangenen Jahr sollen Los Angeles FC und der Lionel-Messi-Klub Inter Miami Interesse an Ronaldo gezeigt haben.

Auch eine Rückkehr in die portugiesische Heimat steht immer mal wieder im Raum. Bei Sporting Lissabon durchlief Ronaldo alle Jugendmannschaften, wurde zum Star, ehe er 2003 zu Manchester United wechselte. Allerdings hatte Ronaldo vor einigen Monaten selbst gesagt: "Ich schaue gerne Sporting Spiele, es ist mein Verein … aber ich habe nicht vor, dorthin zurückzukehren und dort zu spielen."

Ronaldo war Anfang 2023 nach Saudi-Arabien gewechselt, nachdem er Manchester United im Zoff verlassen hatte. Er fühle sich von seinem langjährigen Verein, zu dem er 2021 zum zweiten Mal gewechselt war "verraten", den damaligen Trainer Erik ten Hag "respektiere" er nicht.

In Saudi-Arabien war er der erste Superstar, das Aushängeschild der Fußball-Offensive, mit dem das Land sich schmückte. Ronaldo sollte Anziehungspunkt für weitere Stars werden, das Gesicht der Liga. Er wird dafür mehr als reich entlohnt. Einen Titel aber gewann er bislang nicht. Das scheint kräftig an ihm zu nagen - und er weiß, mit 40 Jahren ist seine Zeit im Fußball endlich.

Quelle: ntv.de, ara

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