Fußball

"Umgestaltung" statt Aufgabe Super League kämpft noch gegen das Ende

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Die Schals ehemaliger Super-League-Freunde.

(Foto: picture alliance / empics)

Die Super League ist wohl schon vor ihrem Start Geschichte. Anstatt das Projekt aber schnell wieder zu beerdigen, soll eine "Umgestaltung" her. Es ist allerdings völlig unklar, wer die vorantreiben soll - und vor allem: Wer da mitziehen könnte. Die Liga ist nach wenigen Stunden implodiert.

Die geplante Super League im Fußball nimmt nach dem Rückzug aller englischen Klubs Abstand von ihren bisherigen Plänen. "Wir werden die angemessenen Schritte erwägen, um das Projekt umzugestalten", gab die Liga in der Nacht zu Mittwoch bekannt. Das milliardenschwere Projekt, das in den vergangenen Tagen für gewaltige Aufregung und noch heftigeren Widerstand über die Grenzen des Fußballs hinaus provoziert hatte, dürfte dennoch am Ende sein - zumindest vorläufig.

Denn es ist unklar, wer überhaupt noch hinter dem Projekt steht. Am Dienstagabend hatten mit dem FC Liverpool, Manchester City, Manchester United, der FC Arsenal, Tottenham Hotspur und dem FC Chelsea alle sechs an der Gründung der Liga beteiligten Premier-League-Klubs ihre Teilnahme angesichts des heftigen Widerstands von Fans, Spielern, Verbänden und Politik zurückgezogen. Manchester City hatte offiziell den Anfang gemacht, danach folgten die weiteren englischen Klubs.

Auch Inter Mailand hat angeblich kein Interesse mehr an der milliardenschweren Liga. Somit blieben aus Italien derzeit noch der AC Mailand und Juventus Turin sowie aus Spanien Real Madrid, der FC Barcelona und Atletico Madrid. Barca und Atlético sollen sich nach übereinstimmenden internationalen Medienberichten allerdings auch schon mit Rückzugsgedanken tragen. Real Madrid wird angeführt von Präsident Florentino Perez. Der Unternehmer ist der Boss der Super League.

UEFA-Präsident Aleksander Ceferin teilte in einer ersten Stellungnahme nach dem Rückzug der Citizens mit: "Ich freue mich sehr, City wieder in der europäischen Fußballfamilie begrüßen zu dürfen. Sie haben große Klugheit gezeigt, auf die vielen Stimmen - vor allem ihrer Fans - zu hören, die auf die vielen Vorteile des aktuellen Systems für den ganzen europäischen Fußball hingewiesen haben."

Insgesamt hatte das ambitionierte Projekt, das die Fußballwelt komplett aus den Angeln zu heben drohte, in den vergangenen beiden Tagen reichlich Kritik von Experten, Ex-Profis und Politikern geerntet. Vor allem aber waren in ganz Europa die Fans auf die Barrikaden gegangen, um gegen die Super League zu protestieren.

Quelle: ntv.de, ter/sid

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