Fußball

"Dann Plan D" gegen Man United Tuchel bleibt mit PSG nur Galgenhumor

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Super, Edison: Thomas Tuchel und Cavini, der sich verletzt hat, als er gegen Bordeaux einen Elfmeter schoss. Immerhin ging der Ball ins Tor.

(Foto: imago/PanoramiC)

Es läuft nicht rund bei Paris St. Germain, wichtige Fußballspieler wie Neymar und Edison Cavani fallen verletzt aus. Das ist ungünstig, dass es im Achtelfinale der Champions League gegen Manchester United geht. Der deutsche Trainer Thomas Tuchel ist durchaus besorgt.

Thomas Tuchel versuchte es mit Humor. "Dann müssen wir eben auf Plan D zurückgreifen", sagte der Trainer von Paris St. Germain. Just hatte er erfahren, dass zwei weitere seiner Stars verletzt ausfallen. In Wirklichkeit sei aber so: "Ich bin besorgt, weil Schlüsselspieler fehlen. Für die großen Spiele in der Champions League ist es absolut notwendig, auf solche Spieler mit viel Erfahrung zurückgreifen zu können." Und auf drei dieser Leistungsträger muss der deutsche Trainer des französischen Serienmeisters im Achtelfinal-Hinspiel an diesem Dienstag (ab 21 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) bei Manchester United verzichten.

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Blüht auf: Pogbas Paule, Manchester United.

(Foto: Action Images via Reuters)

Neben dem seit drei Wochen verletzten Superstar Neymar, den eine Mittelfußverletzung plagt, müssen auch der Belgier Thomas Meunier mit einer Gehirnerschütterung und Edinson Cavani zuschauen. Der Torjäger aus Uruguay verletzte sich am Samstag beim 1:0 gegen den FC Girondins de Bordeaux an der Hüfte. Es erwischte ihn, als er in der 42. Minute per Elfmeter das einzige Tor der Partie und seinen 17. Treffer in der in der Ligue 1 in dieser Saison erzielte. Und nun? Galt Paris nach der Auslosung im Dezember noch als Favorit, scheint der wiedererstarkte Tabellenvierte der englischen Premier League unter dem neuen Trainer Ole Gunnar Solskjaer nun mindestens auf Augenhöhe zu sein.

Der Mannschaft um Weltmeister Paul Pogba, der aufblüht, seit José Mourinho Man United nicht mehr trainiert, ist durchaus zuzutrauen, im Rückspiel am 6. März ins Viertelfinale einziehen. Vor allem, weil Neymar und wohl auch Cavani in drei Wochen immer noch fehlen werden. Zudem hat der Italiener Marco Verratti nach seiner Knöchelverletzung kaum Spielpraxis. Dennoch baut Tuchel auf seinen Organisator, der im Mittelfeld neben dem argentinischen Neuzugang Leandro Paredes, der für 47 Millionen Euro von Zenit St. Petersburg kam, auflaufen soll. "Verratti kann spielen - und er wird spielen."

"Fluch der K.o.-Runde"

Der Ausfall Cavanis könnte die Chance für Julian Draxler sein. Der deutsche Nationalspieler wird wahrscheinlich neben Kylian Mbappe im Angriff auflaufen. Draxlers DFB-Kollege Thilo Kehrer ist in der Abwehr gesetzt. Doch in Paris werden aufgrund der Ausfälle unschöne Erinnerungen an die vergangenen Jahre wach. Vom "Fluch der K.o.-Runde" ist bereits die Rede. In den Jahren 2014 und 2015 fehlte Zlatan Ibrahimovic in der entscheidenden Phase. 2016 war es Verratti, im vergangenen Jahr Neymar.

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Nicht gerade mittendrin: Julian Draxler, ganz rechts.

(Foto: imago/Xinhua)

Immer kam das Aus für den mit Katar-Millionen alimentierten Klub, die Träume des mittlerweile im Uefa-Exekutivkomitee sitzenden Klubchefs Nasser al-Khelaifi vom Königsklassen-Triumph platzten. Im vergangenen Jahr kostete das Ausscheiden gegen Real Madrid im Achtelfinale Trainer Unai Emery den Job. Tuchel dürfte das im Fall der Fälle in seiner Premierensaison bei PSG erspart bleiben. Schließlich ist er bei seinen Stars wie bei den Medien beliebt - auch, weil er sehr gut Französisch spricht. Er gilt als kompetent, freundlich und sogar charmant. Dass Tuchel bei Borussia Dortmund offenbar gehen musste, weil es menschlich nicht passte, stößt in Frankreich auf Unverständnis - trotz seines offenbar zerrütteten Verhältnisses mit Sportdirektor Antero Henrique. Doch der muss wohl am Saisonende gehen.

Quelle: n-tv.de, Alexander Sarter, sid