Fußball

EM-Qualifikation gegen DFB-Elf Türken heiß aufs Heimspiel

Vor dem Spiel geben sich die Türken selbstbewusst. Das EM-Qualifikatonsduell in Berlin soll für die Kicker vom Bosporus ein Heimspiel werden. Allerdings plagen die Elf von Trainer Guus Hiddink Verletzungssorgen: Ausgerechnet der torgefährliche Arda Turan fällt aus.

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Es soll ein Fest werden: Dafür werden nicht zuletzt die türkischen Fans sorgen.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Der Bundesligastar ist angeschlagen, der Spielmacher verletzt. Obwohl bei der türkischen Nationalmannschaft vor dem EM-Qualifikationsspiel gegen Deutschland am Freitag ab 20.45 Uhr längst nicht alles rund läuft, ist bei den Kickern vom Bosporus die Euphorie vor dem "Spiel des Jahres" aber riesengroß. "Die Chancen stehen 50:50", sagt der Dortmunder Nuri Sahin, "aber wir Türken sind bekannt dafür, bei solchen Spielen immer extra motiviert zu sein."

Mit Blick auf das Lazarett wurden beide Teams zuletzt ähnlich gebeutelt. Während im DFB-Team Bastian Schweinsteiger verletzt fehlen wird, ereilte auch die Türken eine Hiobsbotschaft: Spielmacher und Torjäger Arda Turan fällt wegen Adduktorenproblemen definitiv aus, dem Profi von Galatasaray droht sogar eine mehrmonatige Pause.

Auch Hamit Altintop ist angeschlagen

Beim Training in Babelsberg brach eine alte Verletzung wieder auf, wie türkische Medien berichteten. "Arda kann die Saison abhaken", schrieb "Hürriyet". Auch Hamit Altintop vom deutschen Meister FC Bayern, eine der Säulen im Team und in zwei Spielen bereits als zweifacher Torschütze gefeiert, ist angeschlagen und konnte zuletzt nur eingeschränkt trainieren. Während Coach Guus Hiddink seine Schützlinge zwei Stunden lang ackern ließ, absolvierte Altintop nur Laufeinheiten.

Dennoch wurde der 27-Jährige wie alle seine Mitspieler frenetisch gefeiert. Rund 150 lautstarke türkische Fans boten im beschaulichen Babelsberg am Stadtrand von Potsdam einen ersten Vorgeschmack auf das, was die deutsche Elf in Berlin erwartet. Als die Übungseinheit im Karl-Liebknecht-Stadion beendet war, öffneten die Ordner die Tore und die Anhänger stürmten das Feld. Spieler und Trainer flüchteten zum Teambus und brausten davon. Schon bei ihrer Ankunft auf dem Flughafen Tegel - übrigens vor den Deutschen - mussten sich die Kicker ihren Weg durch brüllende Menschenmassen bahnen.

30.000 Türken werden im Stadion erwartet

Auf dem Zettel ist die Elf von Bundestrainer Joachim Löw Favorit - offiziell sind die Deutschen aber auch Hausherren in Berlin. Dass dies de facto im 74.244 Zuschauer fassenden Olympiastadion nicht der Fall sein wird, davon gehen die türkischen Akteure aus. "Ich bin mir sicher, dass das ein Heimspiel für uns ist", verkündete Nuri Sahin, "das wird ein Festtag". Altintop prophezeit, dass sich die Anhänger die Waage halten. "Aber von der Lautstärke her dürften unsere Fans etwas leidenschaftlicher sein", sagte er der "Süddeutschen Zeitung". 30.000 Türken werden im Stadion erwartet.

Der Mittelfeldspieler, der auf Revanche für das unglücklich verlorene EM-Halbfinale 2008 brennt, sieht im Trainer den Schlüssel zum Erfolg - auch längerfristig. "Herr Hiddink ist ein erfahrener Stratege und Fachmann, er weiß, dass türkische Fußballer eine hohe Qualität haben und dass eben manchmal Disziplin und klare Linie gefehlt haben."

Die neue Stärke der Kicker vom Bosporus sollen die Deutschen sogleich spüren. "Wir dürfen uns ruhig das Ziel setzen, die Gruppe zu gewinnen, und ich bin auch optimistisch, dass wir das schaffen können", ergänzte der 59-malige Nationalspieler Altintop. Nach zwei Siegen aus zwei Spielen rangieren die Türken punktgleich mit der Löw-Elf an der Spitze der Quali-Gruppe A.

Quelle: ntv.de, Manuel Schwarz, dpa