Fußball

Werder verpasst Befreiungsschlag Umstrittenes spätes Tor rettet 1. FC Köln

imago1001168800h.jpg

(Foto: imago images/Revierfoto)

Im ersten Sonntagsspiel sieht Werder Bremen wie der sichere Sieger gegen den FC Köln aus, bis Torhüter Pavlenka bei einer harmlosen Flanke patzt. Ein Kölner behindert den Keeper beim Zugreifen, doch der VAR bleibt stumm. Dem Effzeh reicht der Punkt im Keller aber kaum.

Der 1. FC Köln hat dank Moral und Jonas Hector einen weiteren Rückschlag im Abstiegskampf vermieden. Das Team von Trainer Markus Gisdol kam nach Rückstand noch zu einem 1:1 (0:0) gegen Werder Bremen, hat aber mit 22 Zählern weiter nur ein kleines Polster auf den Relegationsplatz.

"Wir müssen mit dem Punkt leben, der auf jeden Fall verdient war", sagte Hector bei Sky: "Wir haben eine gute erste Halbzeit gespielt, der letzte Pass fehlt, da hapert's noch ein bisschen." Sein Kollege Max Meyer meinte: "Natürlich hilft jeder Punkt im Abstiegskampf, aber wir hätten drei verdient gehabt." Joshua Sargent (66.) hatte Werder in Führung gebracht, dem lange verletzten Kapitän Hector (83.) gelang mit seinem ersten Tor seit einem Jahr der Ausgleich, der die vierte Niederlage nacheinander verhinderte. Trotz der verspielten Führung kann Bremen das Unentschieden als Erfolg verbuchen: Einerseits hat die Mannschaft von Coach Florian Kohfeldt mit nun 27 Punkten einen Konkurrenten auf Distanz gehalten, zudem kann sie am Mittwoch im Nachholspiel bei Arminia Bielefeld nachlegen.

Der FC begann schwungvoll und längst nicht so zurückhaltend wie in den vergangenen Wochen. Über die spielstarken Max Meyer, der erstmals in der Startelf stand, Elvis Rexhbecaj und Ondrej Duda fand Köln immer wieder Lücken in der Defensive der Gäste und erarbeitete sich ein deutliches Übergewicht. Erste Chancen ließen nicht lange auf sich warten: Ein Schuss von Jan Thielmann (3.) wurde geblockt, Ellyes Skhiri (20.) zwang Jiri Pavlenka zu einer Glanzparade.

Werder in Halbzeit zwei stärker

Werder kam kaum geordnet aus der eigenen Hälfte, Niclas Füllkrug, der zuletzt im Oktober von Beginn an gespielt war, wurde zunächst wenig eingebunden. Mit vielen langen Bällen versuchten die Bremer, das Mittelfeld schnell zu überwinden - mit überschaubarem Erfolg. Köln blieb die bessere Mannschaft und kam in viele aussichtsreiche Situationen. Das Tor von Pavlenka brachte der FC aber anders als noch zu Beginn selten in Gefahr.

Unmittelbar nach Wiederanpfiff bot sich Bremen die große Chance zur Führung. Ludwig Augustinsson (47.) scheiterte jedoch aus knapp zehn Metern an Timo Horn im Kölner Tor, Kevin Möhwald schoss im zweiten Versuch deutlich drüber. Werder erzwang nun einige Ballverluste, spielte aber zu hektisch, um aus ihnen Profit zu schlagen. Köln kombinierte nicht mehr so präzise wie noch in der Anfangsphase. Stattdessen bestimmten nun viele Zweikämpfe und Fouls das Geschehen. Jeder Pfiff von Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck wurde lautstark kommentiert und diskutiert.

Das hemmte den Spielfluss, das Niveau sank merklich - bis Sargent aus dem Nichts zuschlug und Kölns Torhüter Horn mit einem platzierten Kopfball keine Chance ließ. Der FC war nun geschockt und vermied in dieser Phase nur mit Glück einen zweiten Gegentreffer. Beim Ausgleich gab es heftige Proteste der Bremer, die zuvor ein Foul gesehen haben wollten, weil ein Kölner Pavlenka mit der Hand am Arm beim Zugreifen nach einer Flanke behindert worden war. Der VAR schritt ein, überprüfte aber lediglich ein Handspiel bei der Torerzielung.

Kohfeldt diskutierte nach Spielende noch lange mit dem Schiedsrichter, doch der Kölner Hector konnte die Bremer Proteste nicht verstehen. "Für mich war es kein Foul", sagte der Torschütze zum 1:1. "Er hat ihm die Hand weggedrückt, und mit einer Hand kann er den Ball nicht fangen", meinte dagegen Werder-Trainer Kohfeldt und ergänzte an die Adresse des Referees Matthias Jöllenbeck: "Das muss sich er sich einfach noch mal angucken."

Quelle: ntv.de, dbe/sid

ntv.de Dienste
Software
ntv Tipp
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.