Fußball

Werder hadert mit Videobeweis Union feiert dreifache Bundesliga-Premiere

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Aufstiegshelden unter sich: Sebastian Polter bereitet den ersten Ligatreffer von Union vor. Sebastian Andersson (l.) erzielte ihn. Es reichte zu einem Punkt in Augsburg.

(Foto: imago images / osnapix)

Ein kapitaler Torwartfehler des Mainzers Florian Müller ebnet Borussia Mönchengladbach den Weg zum ersten Bundesligasieg unter Trainer Marco Rose. In Düsseldorf ist die Fortuna eine Halbzeit lang völlig überfordert. In Sinsheim gibt's nach der Pause feinsten Fußball-Wildwest.

Fortuna Düsseldorf - Bayer Leverkusen 1:3 (0:3)

Bayer Leverkusen hat seine ambitionierten Saisonziele eindrucksvoll untermauert. Der Champions-League-Teilnehmer gewann das 59. rheinische Derby bei Fortuna Düsseldorf souverän mit 3:1 (3:0) und setzte sich durch seinen zweiten Saisonsieg in der Spitzengruppe fest. Während die Werkself erstmals seit 2015 mit zwei Dreiern in die Spielzeit startete, kassierten die Düsseldorfer nach dem überraschenden 3:1 bei Werder Bremen zum Auftakt ihre erste Niederlage. Chelsea-Leihgabe Lewis Baker per Eigentor (6.), Charles Aranguiz (33.) und Karim Bellarabi (39.) trafen für die in allen Belangen überlegene Werkself, die die Fortuna zeitweise an die Wand spielte und ein noch höheres Ergebnis verpasste. Alfredo Morales (82.) erzielte das Ehrentor der Hausherren. Düsseldorf ist zu Hause seit sieben Bundesliga-Partien gegen Bayer sieglos. Der letzte Heimsieg gegen Leverkusen gelang im Mai 1990.

FSV Mainz 05 - Borussia Mönchengladbach 1:3 (1:1)

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Marco Rose hat das Trainer-Duell der "ziemlich besten Freunde" für sich entschieden.

(Foto: imago images / Eßling)

Marco Rose hat das Trainer-Duell der "ziemlich besten Freunde" für sich entschieden und seinen Kumpel Sandro Schwarz damit extrem in Bredouille gebracht. Mit Borussia Mönchengladbach gewann der 42-Jährige 3:1 (1:1) bei seinem Ex-Verein FSV Mainz 05 - wo die Luft für Schwarz nach dem peinlichen Pokal-Aus und zwei Niederlagen in der Fußball-Bundesliga schon dünner wird. Zwar brachte Robin Quaison (18.) die Mainzer vor 28.005 Zuschauern in Führung. Die Gäste, die zum Bundesliga-Auftakt nur einen Punkt verbucht hatten, drehten das Spiel dank der Treffer von Stefan Lainer (31.), Alassane Pléa (77.) und Breel Embolo (79.) aber noch zu ihren Gunsten.

FC Augsburg - Union Berlin 1:1 (0:0)

Union Berlin feiert dank seines ersten Bundesliga-Treffers seinen ersten Bundesliga-Punkt. Der Aufsteiger holte durch ein Tor von Aufstiegsheld Sebastian Andersson (80.) ein verdientes 1:1 (0:0) beim schwachen FC Augsburg, der durch Ruben Vargas (59.) in Führung gegangen war. Angesichts der besseren Torchancen wäre sogar ein Berliner Sieg drin gewesen: Augsburgs neuer Torhüter Tomas Koubek zeigte unter anderem eine Glanzparade gegen den eingewechselten Sebastian Polter (72.), der den Ausgleich später sehenswert vorbereitete. Union-Profi Keven Schlotterbeck sah wegen groben Foulspiels die Rote Karte (84.). Somit war's eine dreifache Liga-Premiere für die Berliner.

SC Paderborn - SC Freiburg 1:3 (1:2)

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Steffen Baumgart sorgte für eine Premiere, auf die er sicher nicht besonders stolz ist.

(Foto: dpa)

Der SC Freiburg hat dank höchster Effektivität und mit etwas Glück den besten Start seiner Liga-Historie hingelegt. Die Mannschaft von Trainer Christian Streich gewann beim Aufsteiger SC Paderborn mit 3:1 (2:1) und fuhr damit den zweiten Sieg im zweiten Spiel ein - das war den Breisgauern in ihren bisher 19 Spielzeiten im Oberhaus noch nie gelungen. Luca Waldschmidt (21., Handelfmeter), Nils Petersen (40.) und Chang-Hoon Kwon 1:3 (90.) trafen vor 14.322 Zuschauern für die lange Zeit unauffälligen Gäste. Paderborn war durch das schnellste Tor seiner jungen Bundesliga-Geschichte von Streli Mamba (3.) früh in Führung gegangen - verpasste es in der Folge trotz bester Chancen aber, weitere Treffer zu erzielen. So bleibt der SCP nach seiner nächsten sehr munteren Vorstellung ohne Punkt. Derweil sorgte Steffen Baumgart für ein Novum: Als erster Coach der Bundesliga-Historie hat der Paderborner eine Gelbe Karte erhalten. Er beschwerte sich kurz vor der Pause zu heftig bei Schiedsrichter Tobias Welz, der ihn deshalb verwarnte. Seit dieser Saison können Gelbe Karten auch an Trainer verteilt werden. Vier Verwarnungen ziehen automatisch eine Sperre von einem Spiel nach sich.

TSG Hoffenheim - Werder Bremen 3:2 (0:1)

Der Fehlstart von Werder Bremen in die neue Saison ist perfekt. Die ambitionierten Hanseaten unterlagen trotz Führung mit 2:3 (1:0) bei der TSG Hoffenheim und stehen nach der Auftaktpleite gegen Fortuna Düsseldorf (1:3) mit null Punkten da. Dagegen feierte Alfred Schreuder seinen ersten Punktspielsieg als TSG-Trainer. Ermin Bicakcic (54.), Neuzugang Ihlas Bebou (59.) und Pavel Kaderabek (87.) trafen für in einer völlig wilden zweiten Halbzeit für Hoffenheim. Rückkehrer Niclas Füllkrug (42.) und Yuya Osako (81.) waren für Werder erfolgreich. Werder verlor außerdem Johannes Eggestein in der 77. Minute wegen wiederholtem Foulspiel mit Gelb-Rot. Die Bremer allerdings haderten auch mit dem Schiedsrichter Sascha Stegemann, der einem weiteren Treffer von Füllkrug (71.) die Anerkennung verweigerte. "Ich habe die Berührung mit der Hand nicht gespürt", sagte Füllkrug bei Sky, "aber laut Regelwerk ist das halt kein Tor."

Quelle: n-tv.de, tno/dpa/sid

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