Fußball

"Aus unseren Reihen entfernt" Union wirft identifizierten Antisemiten raus

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Auch aus den Reihen der Union-Fans wurde ein konsequentes Vorgehen gegen die Täter gefordert.

(Foto: picture alliance/dpa)

Beim Europa-Conference-League-Spiel des 1. FC Union Berlin gegen Maccabi Haifa kommt es zu einer Reihe antisemitischer Übergriffe und Volksverhetzung. Nun ist der erste Täter identifiziert und wird mit den dem Klub zur Verfügung stehenden Mitteln hart bestraft.

Nach dem antisemitischen Eklat beim Europa-Conference-League-Spiel des 1. FC Union Berlin gegen Maccabi Haifa ist ein erster Täter ermittelt worden. Gegen den Täter, der bei der Partie eine Gruppe deutscher Fans von Maccabi Haifa attackiert hatte, sei ein Ausschlussverfahren aus dem Verein eingeleitet worden. "Für Diskriminierung gibt es beim 1. FC Union Berlin keinerlei Toleranz. Wir haben daher alle uns zur Verfügung stehenden Maßnahmen eingeleitet, um diese Person aus unseren Reihen zu entfernen. Alle uns vorliegenden Informationen haben wir darüber hinaus an das ermittelnde Landeskriminalamt übermittelt", wird Union-Präsident Dirk Zingler in der Mitteilung zitiert.

Der identifizierte Täter erhält zudem ein unbefristetes Hausverbot sowie ein Zutrittsverbot zu allen Veranstaltungen des Vereins. Union beantragt beim Deutschen Fußball Bund zudem ein bundesweites Stadionverbot.

"Im gemischten Block wurden wir von Union-Fans bedroht, mit Bier beworfen und unter anderem als 'Scheiß Juden' beleidigt", hatte das Junge Forum der deutsch-israelischen Gesellschaft während des Spiels getwittert. Daraufhin habe die betroffene Gruppe den Block verlassen. "Vier Leute von uns sind allerdings im gemischten Block geblieben, einer davon hatte eine Papp-Israelfahne dabei. Ein Union-Fan hat dann versucht, diese anzuzünden", berichtete das Junge Forum bei Twitter weiter. Dies sei durch das Einschreiten von Zivilpolizisten verhindert worden. Zugleich hätten sich andere Berliner Fans gegen das antisemitische Verhalten ausgesprochen, hieß es beim Jungen Forum.

45 eingetragene Fanklubs des Bundesligisten hatten die antisemitischen Vorgänge in einem Schreiben an die Vereinsführungen beider Klubs verurteilt. "Den Fans und Verantwortlichen von Maccabi Haifa können wir nur sagen, dass uns die Vorfälle sehr leid tun und wir diese keinesfalls tolerieren!", hieß es. "Diese Einzelpersonen sind zu ermitteln und mit allen dem Verein zur Verfügung stehenden Mitteln hart zu bestrafen. Die EUFCs (Eingetragene Union-Fanclubs, Anm.) erklären ihre uneingeschränkte Bereitschaft, bei der Aufklärung zuzuarbeiten und mitzuhelfen."

Staatsschutz ermittelt

Wie die Polizei weiter mitteilte, "hat ein Mann nach Beendigung des Spiels mehrfach "Sieg Heil" gerufen. Ihm wurde vorläufig die Freiheit entzogen. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen konnte er seinen Weg fortsetzen und muss sich nun wegen Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen verantworten."

Der Staatsschutz des Berliner Landeskriminalamtes ermittelt gegen mehrere Personen, unter anderem wegen des Verdachts der Volksverhetzung. Ein Nachspiel droht auch dem Verein seitens der UEFA. Die Europäische Fußball Union hat am Dienstag eine disziplinarische Untersuchung eingeleitet.

Das Gastspiel von Maccabi Haifa war der erste Auftritt einer israelischen Fußball-Mannschaft in dem von den Nationalsozialisten anlässlich des für die Olympischen Spiele 1936 erbauten Berliner Olympiastadions. Union Berlin darf wegen UEFA-Regularien zu Zuschauerkapazitäten seine Heimspiele nicht im eigenen Stadion an der Alten Försterei im Stadtteil Köpenick bestreiten.

Quelle: ntv.de, ter/dpa

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