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Streit um Millionen Euro Urteil im Ribéry-Prozess vertagt

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3,45 Millionen Euro verlangt Franck Ribérys Ex-Berater für einen Vereinswechsel.

REUTERS

Der Prozess mit einer Millionen-Forderung gegen Franck Ribéry endet vorerst ohne Urteil, weil der Kläger und ehemalige Berater des Fußball-Stars nicht vor Gericht erscheint. Eine gütliche Einigung kann sich sein Anwalt "absolut nicht" vorstellen.

Das Urteil gegen Bayern Münchens Offensivspieler Franck Ribéry wegen eines Beraterstreits samt Millionen-Forderung ist am Landgericht München I vertagt worden. Weil der Kläger, ein ehemaliger Agent des Fußball-Stars, wegen mehrerer ausgefallener Flüge aus Brüssel nicht zu der Sitzung erschien, konnte ihn das Gericht nicht befragen. Als neuer Termin für die Urteilsverkündung wurde der 16. Januar bestimmt.

Der Berater Bruno Heiderscheid verlangt von Ribéry eine Provision in Höhe von 3,45 Millionen Euro für einen Vereinswechsel von Olympique Marseille zum FC Bayern im Jahr 2007; Grundlage dafür sei ein 2006 abgeschlossener Vertrag. Ribéry bestreitet dies und behauptet, Heiderscheid habe seine Unterschrift gefälscht.

Gericht ordnet Gutachten an

"Ich habe diese Dokumente nie gesehen", sagte der 34-Jährige und ergänzte: "Ich hatte noch nie ein Gespräch mit Herrn Heiderscheid über dieses Thema." Nun wird es brisant: Weil Aussage gegen Aussage stehen und es nur ein relevantes Originaldokument von damals gebe, ordnete das Gericht an, einen offiziellen Gutachter die Unterschriften überprüfen zu lassen. Ribéry musste für ein Vergleichsexemplar im Gerichtssaal 601 gleich mehrere Blätter Papier unterschreiben.

Die Vorsitzende Richterin Isabel Liesegang betonte, dass "enorme, strafrechtlich relevante Vorwürfe im Raum" stehen. Sollte der Sachverständige zu dem Schluss kommen, dass Ribéry das Papier unterschrieben hat, drohen ihm Konsequenzen wegen einer Falschaussage vor Gericht. Beim Berater steht der Vorwurf der Urkundenfälschung im Raum.

Im März verpasste Ribéry einen Gerichtstermin

Die Ribéry-Anwälte behaupten, Heiderscheid habe das Schreiben im Nachhinein angefertigt und sind optimistisch, weil zwei eigene Gutachter bereits analysiert hätten, dass die Signatur nicht vom Fußballer stamme. Anwalt Gerhard Riedl gab an, dass der Agent in einem anderen Fall wegen Fälschung angeklagt sei. Eine vom Gericht vorgeschlagene gütliche Einigung kann sich Riedl "absolut nicht" vorstellen.

Heiderscheid war zwei Jahre lange Ribérys Agent, nachdem er 2005 einen ablösefreien Wechsel von Galatasaray Istanbul zu Olympique Marseille einfädelte. In der Türkei war der Sportler unglücklich und hatte eigenen Angaben zufolge drei Monate lang kein Gehalt bekommen. Als Dank dafür sei dem Manager versprochen worden, zehn Prozent der nächsten Transfersumme zu erhalten, behauptet dieser. 2007 bezahlte der FC Bayern 30 Millionen Euro für den Offensivstar, wie das Gericht mitteilte - bislang war nur von 25 Millionen Euro die Rede gewesen.

Im März hatte das Landgericht schon einmal verhandelt und anschließend ein Versäumnisurteil erlassen, weil Ribéry zum Termin nicht erschienen war. Demnach müsste der Franzose nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" 3,45 Millionen Euro plus zehn Prozentpunkte Zinsen seit 2007 bezahlen. Die Zwangsvollstreckung wurde vorläufig eingestellt, weil Ribéry eine Sicherheit von mehr als 7,5 Millionen Euro hinterlegt hat.

Quelle: n-tv.de, lri/dpa/sid

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