Fußball

Irans Ärger wegen Israel-Symbol Verband verteidigt Mahdavikia im Flaggen-Streit

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Mahdavikia erhält Rückendeckung.

(Foto: imago/Michael Schwarz)

Eine klitzekleine Israel-Flagge reicht aus, um die Gemüter im Iran zum Kochen zu bringen. Eine solche war auf einem Trikot zu sehen, das Mehdi Mahdavikia bei einem FIFA-Spiel trug. Der Trainer des iranischen Fußball-Nachwuchses bekommt deswegen Ärger - jetzt aber auch Unterstützung.

Der iranische Fußballverband (FFI) hat Mehdi Mahdavikia nach dem Wirbel um ihn in Schutz genommen. Der ehemalige Bundesliga-Profi habe sich bei einem von der FIFA organisierten Freundschaftsspiel trotz der für den Iran "sportlich irrelevanten" Umstände absolut korrekt verhalten, sagte FFI-Generalsekretär Hassan Kamranifar. Die Kritik gegen Mahdavikia als Fußballlegende und Nationalhelden sei daher grundlos und teilweise auch unfair, sagte der Generalsekretär laut Nachrichtenagentur Isna.

Die Aufregung dreht sich um eine kleine Israel-Flagge, die bei einem Freundschaftsspiel auf dem Trikot von Mahdavikia und allen anderen Teilnehmern prangte. Der ehemalige Profi und Jugendtrainer des Hamburger SV hatte Mitte Dezember in Katar an einem vom Fußball-Weltverband FIFA ausgerichteten Spiel teilgenommen. Eine FIFA-Weltauswahl, etwa mit Lothar Matthäus, Javier Macherano und Andrea Pirlo, war gegen eine arabische All-Star-Mannschaft angetreten. Das All-Star-Team wurde von Avram Grant trainiert, einem Israeli. Mahdavikia spielte - als einziger Nicht-Araber - im arabischen Team mit.

Die Teams beider Mannschaften spielten in Trikots, auf denen als Schärpe gruppiert die Flaggen aller FIFA-Mitglieder aufgedruckt waren - und damit auch die Israels. Insgesamt sind 211 Verbände bei der FIFA anerkannt.

Für die Hardliner im Parlament und ihnen nahe stehende Medien habe Mahdavikia die "Rote Linie" der Sportpolitik des Landes überschritten. Der Iran erkenne Israel als legitimen Staat nicht an, Mahdavikia habe diesen Grundsatz mit dem Tragen des Trikots untergraben. Teilweise werden die Anschuldigungen gegen Mahdavikia aber auch als absurd zurückgewiesen. Das Spiel in Katar war kein offizielles Länderspiel, sondern Teil eines von der FIFA organisierten sportlichen Kulturprogramms im Rahmen des Arab Cups. Mahdavikia habe ja nicht ohne Trikot aufs Spielfeld laufen können, hieß es zur Verteidigung.

Laut Medienberichten könnte Mahdavikia deswegen aber seinen neuen Job als Trainer der iranischen Nachwuchs-Nationalmannschaft verlieren. Beobachter in Teheran glauben das nach der FFI-Reaktion zwar nicht, schließen aber einen Rücktritt von Mahdavikia selbst nicht aus.

Quelle: ntv.de, ara/dpa

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