Fußball

"Klarster, klarster Elfmeter" VfB Stuttgart fühlt sich "krass benachteiligt"

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Deutlich, aber umstritten: das Ergebnis.

(Foto: imago images/Horstmüller)

Bayer Leverkusen rehabilitiert sich eindrucksvoll für das peinliche Pokal-Aus bei Rot-Weiss Essen. Beim wuchtigen Sieg über den VfB Stuttgart zaubert die Werkself phasenweise, hat aber bei einer entscheidenden Szene auch viel Glück. Sehr zum Unmut der Schwaben.

Sportdirektor Sven Mislintat hat erneut den Umgang der Fußball-Schiedsrichter mit dem VfB Stuttgart scharf kritisiert. Im Moment fühle es sich für den Bundesligisten so an, "dass wir krass benachteiligt worden sind im Verlaufe der letzten Wochen", sagte Mislintat einen Tag nach dem im Ergebnis krachenden 2:5 (0:2) bei einer starken Mannschaft von Bayer Leverkusen. "Der Ball muss auf dem Punkt liegen für einen Elfmeter zum möglichen 2:2. Dann haben wir ein ganz anderes Spiel."

Kurz vor dem Leverkusener 3:1 durch Leon Bailey (56. Minute) hatte VfB-Doppeltoschütze Sasa Kalajdzic (50., 77.) dem Bayer-Verteidiger Timothy Fosuh-Mensa im Strafraum klar an die Hand geschossen. Schiedsrichter Sven Jablonski ließ jedoch weiterspielen und schaute sich die Szene danach auch nicht mehr an. Mislintat sah darin eine "krasse Fehlentscheidung". "Wenn wir bei den Regelschulungen einigermaßen aufgepasst haben, ist das der klarste, klarste, klarste Handelfmeter, den man geben kann." Es wäre "durchaus möglich gewesen, an den Rand zu gehen und sich die Szene anzuschauen".

Das Kuriose: Dem Treffer von Bailey folgte zwar ein langer Videobeweis. Doch wie sowohl via Anzeige-Tafel als auch über den entsprechenden Twitter-Kanal des DFB erklärt wurde, galt die Prüfung gar nicht dem Handspiel, sondern nur einer möglichen Abseitsstellung von Vorlagengeber Moussa Diaby. Das erstaunte Trainer Pellegrino Matarazzo dann doch. "Ich bin davon ausgegangen, dass es gecheckt worden ist. Wenn nicht, habe ich kein Verständnis dafür. Und dann soll mir jemand sagen, warum", sagte der 43-Jährige.

"Eine Reflex-Reaktion"

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Für Bayers Demirbay war die Diskussion derweil unnötig, weil es kein Elfmeter gewesen sei. "Niemals", sagte der 27-Jährige: "Wenn der Ball aus einem halben Meter in Richtung Gesicht geht, ist es eine Reflex-Reaktion. Und er hat die Hand ja vor dem Gesicht." Dem hielt VfB-Keeper Gregor Kobel bei Sky entgegen. "Ich verstehe das Argument, dass der Ball aus kurzer Distanz kommt", sagte der Schweizer: "Aber uns wurde in den Schulungen klar gesagt, dass die Hand vom Verteidiger über Schulterhöhe nichts zu suchen hat. Deshalb geht das überhaupt nicht, das ist ein klarer Elfmeter."

Schon bei den Bundesliga-Niederlagen gegen den FC Bayern und den VfL Wolfsburg sowie am Mittwoch beim Aus im DFB-Pokal gegen Borussia Mönchengladbach sei der VfB nicht objektiv behandelt worden, meinte Mislintat. Gerade bei Schiedsrichterentscheidungen zu möglichen Handspielen im Strafraum gebe es häufig "keine Stringenz". Klarste Definitionen zu Regelverstößen würden nicht eingehalten.

Quelle: ntv.de, tno/dpa/sid

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