Fußball

"An Dämlichkeit nicht zu überbieten" Völler kocht nach Pokal-Aus

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Rudi Völler wappnet sich für stürmische Zeiten bei Bayer.

(Foto: dpa)

Nach dem Aus im DFB-Pokal holt Rudi Völler zum verbalen Rundumschlag aus. Selten dämlich habe sich das Team angestellt, kritisiert Leverkusens Sportdirektor. Auch der Druck auf Trainer Roger Schmidt dürfte nicht unbeträchtlich zunehmen.

Bayer Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler machte nach dem Pokal-Knockout seinem Ärger Luft. Mit nachdenklicher Miene analysierte der frühere DFB-Teamchef das nicht für möglich gehaltene 3:4 im Elfmeterschießen beim Drittligisten Sportfreunde Lotte. Eine Niederlage, die die sportliche Krise des Champions-League-Clubs nochmals massiv verschärft. Nach 120 Minuten hatte es 2:2 gestanden.

"Die Enttäuschung ist natürlich riesig. Wenn du in der Verlängerung mit einem Mann mehr führst und dann noch verlierst, dann ist das an Dämlichkeit nicht zu überbieten", klagte Völler. Auch Trainer Roger Schmidt, der an der Seitenlinie gesperrt fehlte und weite Teile des Spiels im Mannschaftsbus vor dem Fernseher verfolgte, gerät immer stärker in die Kritik.

Team steht hinter Schmidt

Vorerst erhält Schmidt allerdings Rückendeckung von seinem Sportchef: "Wir glauben weiter an den Trainer. In den beiden anderen  Wettbewerben können wir immer noch etwas gutmachen. Die  Trainergeschichte ist nicht der Knackpunkt. Entscheidend ist, dass  wir uns in der Verlängerung so was von dämlich angestellt haben."

Spieler Kevin Kampl schlug ähnliche Töne an: "Da kann der Trainer aber nichts für. Wir stehen auf dem Platz." Ex-Nationalspieler Stefan Kießling befand enttäuscht, dass so etwas "nicht passieren" dürfe. Insgesamt sei die Situation der auch in der Fußball-Bundesliga hinterherhinkenden Leverkusener "sehr schwierig". "Das habe ich in meiner ganzen Zeit in Leverkusen noch nicht erlebt", sagte der Routinier. "Wir müssen jetzt gemeinsam sehen, dass wir wieder da raus und wieder in die Erfolgsspur kommen."

Dabei schien Kevin Volland Bayer mit seinen ersten beiden Pflichtspieltoren (25./95.) den Weg früh geebnet zu haben. Doch zunächst brachte Leverkusens Roberto Hilbert (47.) die Gastgeber durch ein Eigentor zurück ins Spiel, ehe Kevin Freiberger (105.+1) nach Vollands zweitem Treffer der erneute Ausgleich gelang.

Nach einem 2:2 nach 120 Minuten ging's ins Elfmeterschießen, in dem auf Leverkusener Seite gleich drei Profis scheiterten: neben Volland auch Charles Aranguiz und Julian Baumgartlinger.

Quelle: ntv.de, jgu/dpa