Fußball

Deutschland nur in Lostopf 2 WM-Auslosung? Besser ein Kracher als Katar

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Ein Wiedersehen mit den Niederlanden kann es für Leroy Sané & Co. in der WM-Vorrunde nicht geben. Ein Kracher-Duell mit einem "Großen" des Weltfußballs ist trotzdem wahrscheinlich.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die umstrittene Wüsten-Advents-WM in Katar bekommt heute Abend ein sportliches Gesicht. In Doha wird die Gruppenphase ausgelost. Deutschland trifft zu 87,5 Prozent auf eine Fußball-Großmacht. Gut wären Gruppe G oder H - aus Termingründen.

Beginnt die Fußball-Weltmeisterschaft im katarischen Winter für Deutschland, wie sie 2014 im brasilianischen zu Ende ging - mit einem Sieg gegen Argentinien? Oder startet Deutschland so desaströs ins Turnier, wie es 2018 ausgeschieden ist - mit einer Niederlage gegen Südkorea? Das sind nur zwei der unzähligen möglichen Konstellationen vor der Auslosung der WM-Vorrundengruppen am heutigen Freitagabend ab 18 Uhr in Katars Hauptstadt Doha. Wer ist im Topf, wie sieht eine mögliche Horrorgruppe aus und worauf hofft der DFB? ntv.de liefert den Überblick.

Wer ist schon qualifiziert?

Europa: Neben Deutschland, das trotz Quali-Niederlage gegen Italien-Schreck Nordmazedonien als erstes Team das Katar-Ticket buchen konnte, sicherten sich auch Serbien, Spanien, die Schweiz, WM-Titelverteidiger Frankreich, Belgien, Dänemark, die Niederlande, Kroatien und England einen direkten Startplatz für die Endrunde in Katar. In dieser Woche gelang Portugal und Polen noch die Qualifikation über die Playoffs.

Südamerika: Brasilien und Argentinien überstanden die gesamte Qualifikation ohne Niederlage. Mit vier Siegen aus den letzten vier Spielen schnappte sich Uruguay Platz drei in der "Eliminatorias". Überraschungsteam Ecuador rettete sich ohne Sieg aus den letzten vier Spielen auf Platz vier ins Ziel.

Nord- und Mittelamerika und Karibik: Zum zweiten Mal insgesamt und zum ersten Mal seit 1986 hat sich Kanada einen Startplatz bei der WM gesichert. Und das sogar vor Mexiko und den USA, die etwas zittern mussten, die Quali aber am letzten Spieltag klargemacht haben.

Asien: Wenig überraschend setzten sich Iran, Südkorea, Saudi-Arabien und Japan durch und werden an der Seite des Gastgebers Asien in Katar vertreten.

Afrika: In dramatischen Ausscheidungsspielen in dieser Woche schafften Afrika-Meister Senegal, Marokko, Tunesien, Kamerun und Ghana die Qualifikation. Senegal schnappte sich den Startplatz im Elfmeterschießen gegen Ägypten. Kamerun nutzte die bei Fifa-Wettbewerben noch nicht eingestaubte Auswärtstorregel, um sich in der vierten Minute der Nachspielzeit der Verlängerung in Algerien durchzusetzen. Ghana ist Nutznießer der Auswärtstorregel, weil sich die "Black Stars" ohne Sieg mit einem 1:1 in Nigeria (nach 0:0 im Hinspiel) nach Katar kämpften.

Ozeanien: Seit über einem Jahrzehnt spielt Australien in Asien (weil es die Fifa möglich macht), weshalb Neuseeland seitdem der logische und bisher einzige Sieger der ozeanischen WM-Qualifikation ist. So auch dieses Mal. Mehr oder weniger souveräne Siege über Papua-Neuguinea, Fidschi, Neukaledonien, Tahiti und die Salomonen reichen Neuseeland aber nur für einen "halben" WM-Startplatz. Wie daraus ein ganzer wird, lesen Sie jetzt.

Wer kann sich noch qualifizieren?

Zum Zeitpunkt der Auslosung stehen erst 29 Teams als WM-Teilnehmer fest. Drei WM-Plätze werden erst im Juni vergeben. In Europa wurde wegen des Kriegs die Partie der Ukraine in Schottland verschoben. Der Sieger des Duells in Glasgow spielt - ebenfalls im Juni - in Cardiff gegen Wales um die WM-Qualifikation.

Außerdem gibt es noch zwei sogenannte "interkontinentale Playoffs": Costa Rica, Vierter in Nord- und Mittelamerika, spielt Mitte Juni in Katar gegen Neuseeland, das aus seinem halben einen ganzen WM-Startplatz machen könnte. Auch der fünfte der Südamerika-Qualifikation, Peru, hat noch eine Chance. Mitte Juni geht es in Katar in einem Ausscheidungsspiel gegen den Fünften der Asien-Qualifikation um den WM-Platz. Der Asien-Fünfte muss aber im Juni erst noch ermittelt werden - Australien trifft in Katar auf die Vereinigten Arabischen Emirate. Klingt kompliziert? Ist es auch. Und es macht die Auslosung nicht einfacher.

  • Europa-Playoff: Wales gegen Sieger Schottland/Ukraine (in Cardiff)
  • Interkontinental-Playoff 1: Costa Rica gegen Neuseeland (in Katar)
  • Interkontintental-Playoff 2: Peru gegen Sieger Australien/VAE (in Katar)

Wie läuft die Auslosung?

Die 32 Nationen, von denen erst 29 feststehen, werden gemäß Weltranglistenplatz (in Klammern) auf vier Lostöpfe verteilt. In Topf 1 befinden sich die nominell sieben stärksten Mannschaften plus Gastgeber Katar, der definitiv in Gruppe A einsortiert wird. Deutschland ist als Weltranglisten-Zwölfter nur in Lostopf 2.

  • Topf 1: Katar (51), Brasilien (1), Belgien (2), Frankreich (3), Argentinien (4), England (5), Spanien (7), Portugal (8)
  • Topf 2: Mexiko (9), Niederlande (10), Dänemark (11), Deutschland (12), Uruguay (13), Schweiz (14), USA (15), Kroatien (16)
  • Topf 3: Senegal (20), Iran (21), Japan (23), Marokko (24), Serbien (25), Polen (26), Südkorea (29), Tunesien (35)
  • Topf 4: Kamerun (37), Kanada (38), Ecuador (46), Saudi-Arabien (49), Ghana (60)

Die noch nicht bekannten Gewinner der Playoffs im Juni sind ungeachtet ihrer Ranglistenposition in Topf 4. Schlecht für Wales, die Ukraine, Peru und Costa Rica, die im Normalfall eine Chance auf Topf 3 bekommen hätten. Bei der Auslosung werden Platzhalter genutzt, sodass ein möglicher Gegner Deutschlands morgen auch dieser sein könnte: Der Sieger des Spiels Peru gegen den Sieger des Spiels Australien gegen die Vereinigten Arabischen Emirate.

Was muss man sonst beachten?

Nationen desselben Kontinents dürfen nicht in eine Gruppe gelost werden. Europa bildet die Ausnahme, pro Gruppe sind maximal zwei UEFA-Nationen erlaubt. Es wird also fünf Gruppen mit je zwei europäischen Teams geben, in drei Gruppen ist nur eine Mannschaft aus Europa.

Wie könnte Deutschlands Gruppe aussehen?

Gemäß Weltrangliste wäre eine Gruppe mit Brasilien, Senegal und Kanada die sportlich schwierigste. Wobei Brasilien in diesem Fall beliebig durch ein anderes Topf-1-Team ausgetauscht werden kann. Kompliziert könnte es auch in einer Gruppe mit Frankreich, Südkorea (siehe 2018) und Ecuador werden. Klar ist, dass Deutschland in der Vorrunde zu 87,5 Prozent auf eine Fußball-Großmacht trifft.

Es sei denn, die DFB-Elf landet in Gruppe A an der Seite von Katar. Das ist für alle Teams in den Töpfen zwei bis vier die sportliche Glückslosung, weil man so den Favoriten aus dem Weg geht. So könnte Deutschlands WM-Weg auch mit Gruppenspielen gegen Katar, Tunesien und Neuseeland beginnen.

Doch Deutschland wäre aus terminlichen Gründen auch mit einem härteren Gruppenkopf als Katar einverstanden. Die Argumentation geht so: In Gruppe A mit dem Gastgeber wäre das Flick-Team zwar klarer Favorit, man müsste aber schon am ersten WM-Tag (21. November) ins Turnier einsteigen. Ein terminliches Problem, weil die Bundesliga-Saison erst acht Tage zuvor (13. November) in seine WM-Pause geht und die Vorbereitungszeit dann arg knapp bemessen ist. Würde Deutschland in Gruppe G oder H gelost, hätte man bis zum 24. November Zeit zur Vorbereitung. Drei Tage mehr, die am Ende vielleicht über frühes Aus oder WM-Triumph entscheiden.

Quelle: ntv.de

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