Waffen-PantomimeRB-Star liefert geschmacklosen Jubel

RB Leipzig liefert gegen die TSG Hoffenheim eine beeindruckende Vorstellung: Schon zur Halbzeit führen die Sachsen nahezu uneinholbar. Doch im Rausch sorgt ein Leipziger Profi für unschöne Bilder.
Im Freitagsspiel der Fußball-Bundesliga zerlegt RB Leipzig in der ersten Halbzeit die TSG Hoffenheim komplett: 4:0 steht es nach 44 Minuten für die Hausherren. Kurz danach wird es für die Hoffenheimer noch schlimmer. Yan Diomande trifft aus dem Rückraum zum 5:0. Der Nationalspieler der Elfenbeinküste dreht jubelnd ab - und sorgt dann mitten in der Leipziger Torparty für einen unschönen Moment.
Der 19-Jährige tut vor der eigenen Fankurve so, als würde er ein Patronenmagazin aus der Hose holen und damit eine Handfeuerwaffe zu laden, die er mit der linken Hand formte. Schließlich führt der Flügelspieler seine Pantomime fort, indem er die imaginäre Waffe durchlädt, "zielt" - und schließlich einen eingebildeten Schuss auf ein anvisiertes Ziel abfeuert.
Die gerechte Strafe für den geschmacklosen Jubel: Schiedsrichter Sven Jablonski erkannte den Treffer nach minutenlanger Wartezeit und nach Konsultation der Bilder wegen einer Abseitsstellung ab. So blieb es beim Leipziger 4:0 zur Halbzeit - und Diomande hatte sich ganz umsonst danebenbenommen.
Zuvor hatte sich Diomande, der im Sommer bei der WM mit der Elfenbeinküste auf die deutsche Mannschaft treffen wird, gleich mehrfach wegen offensichtlicher Schulterprobleme behandeln lassen müssen. Trotz deutlich hörbarer Schmerzensschreie kehrte der Leipziger Aufsteiger der Saison aber immer wieder zurück aufs Feld. Das 5:0 fiel schließlich doch noch in der zweiten Hälfte, es war der Endstand.
Es ist nicht das erste Mal, dass sich Diomande beim Jubeln für eine unpassende Idee entscheidet: Ende Januar hatte der junge Profi sogar den Zorn des eigenen Kapitäns auf sich gezogen. Beim für RB enttäuschenden 1:1 beim FC St. Pauli bejubelte Diomande seinen Führungstreffer provokativ vor dem Fanblock der Kiezkicker. "Yan trifft den gut – schönes Tor. Der Jubel muss nicht sein, da habe ich ihn dann aber auch weggeschubst", schimpfte David Raum nach dem Spiel. "Ich glaube, man muss nicht provozieren, aber das werde ich dem Jungen auch noch mal sagen."