Fußball

Sonst drohen Insolvenzen Watzke setzt auf Bundesliga-Start am 16. Mai

Heute wollen Bund und Länder über den Starttermin der Bundesliga entscheiden. Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke setzt dabei auf ein frühes Datum. Er sieht die Liga gut gerüstet, warnt aber vor großen finanziellen Schäden mancher Klubs.

Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hofft auf einen Bundesliga-Neustart am 16. Mai. Die Politiker hätten bemerkt, dass nun die Zeit für die nächsten Schritte gekommen sei, sagte er in einem Interview mit RTL/ntv. "In dem Zusammenhang wünsche ich mir natürlich auch, dass es das Signal gibt, dass die Bundesliga wieder starten kann, damit wir unserem Beruf wieder nachgehen können. Wir haben ein sehr detailliertes, umfangreiches Konzept vorgelegt."

Er sieht auch große finanzielle Schwierigkeiten, falls die Liga deutlich später starten wird: "Wenn wir zum 30. Juni nicht fertig sind, dann wird eine ganze Reihe an Klubs in Insolvenzszenarien reinrutschen", erklärte Watzke weiter. "Wenn du erstmal in der Insolvenz bist und der Insolvenzverwalter übernimmt und der hat dann in den nächsten Monaten trotzdem keine Einnahmen, weil wir wahrscheinlich länger ohne Zuschauereinnahmen leben müssen, dann wird es immer enger. Es geht hier letztendlich um die Existenz einer Branche, das ist klar."

Die Kritik, dass der Fußball eine Sonderbehandlung erhalte, kontert er: "Wir wollen keine Extrawurst gebraten kriegen. Wir wollen unserem Job wieder nachgehen. Wenn Leute das kritisieren, dass du deinem Job wieder nachgehen willst, mit dem Argument der Extrawurst, dann verstehe ich die innere Logik überhaupt nicht. Es geht nicht so sehr nur darum, dass wir unseren Sport wieder treiben wollen, sondern der Sport ist unser Beruf. Wir möchten gerne wieder arbeiten."

Spahn hält Wiederaufnahme für gerechtfertigt

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hält die offenbar geplante Wiederaufnahme der 1. und 2.Bundesliga vor allem aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten für gerechtfertigt. Beim Profifußball gehe es auch um Arbeit, Beschäftigte und die wirtschaftliche Existenz, so Spahn im "ntv Frühstart". "Genauso wie die Lufthansa oder unsere Automobilkonzerne Weltmarktführer sind und es wichtig ist, dass wir unsere Position als Weltmarktführer auch nach der Coronakrise behaupten, gilt das für die Bundesliga auch." Die Liga werde auf der ganzen Welt geschaut und er "finde schon wichtig, dass wir uns die auch erhalten. Das ist auch wichtig für zig Millionen Fußballfans hier in Deutschland."

Spahn betonte, dass die Bundesliga bei ihrem Neustart aber unter besonderer Beobachtung stünde: "Wichtig ist, dass sie genauso behandelt wird wie alle anderen - also, dass Arbeitsschutz und Hygieneregeln gelten. Kontaktpersonen der Kategorie 1 - also ein längerer, intensiver Kontakt miteinander - müssen dann auch in Quarantäne." Dass Bund und Länder den Weg zur Wiederaufnahme freimachen wollen, sei ein "Vertrauensvorschuss", so Spahn. Das Hygienekonzept der Deutschen Fußball-Liga sei aber "klug" und könne ein Beispiel für andere Bereiche des Profisports geben.

Zu einem möglichen Widerspruch gegenüber den Kontaktbeschränkungen in der Bevölkerung und im Breitensport verwies der Gesundheitsminister darauf, dass das Hygienekonzept vorsehe, dass es wenig bis gar keinen Kontakt zu anderen gibt. "Ich kann nur empfehlen, auch aus eigenem Interesse, allen Mannschaften der Bundesliga und jedem Spieler, auch nach den Erfahrungen der letzten Tage, das alles sehr, sehr ernst zu nehmen. Das muss jetzt auch gelebt und umgesetzt werden, sonst gibt es berechtigte Fragen."

Quelle: ntv.de, sgu