Fußball

Nach Impfpass-Skandal Werder Bremen fängt unter Werner neu an

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Markus Anfang (r.) und Ole Werner beim Spiel Holstein Kiel gegen Darmstadt am letzten Spieltag der Vorsaison.

(Foto: picture alliance/dpa)

Nachdem Trainer Markus Anfang aufgrund eines mutmaßlich gefälschten Impfpasses zurücktreten musste, versinkt Werder Bremen kurzzeitig ins Chaos. Nach längeren Verhandlungen mit Holstein Kiel ist jetzt klar: Der 33-jährige Ole Werner soll den Traditionsverein in eine bessere Zukunft führen.

Ole Werner wird neuer Trainer von Werder Bremen. Der 33-Jährige hatte bis September den Ligakonkurrenten Holstein Kiel trainiert. Sein Vorgänger Markus Anfang war nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wegen eines mutmaßlich gefälschten Impfpasses zurückgetreten. Werner soll schon am Montag erstmals das Training in Bremen leiten. Er bringt auch seinen Co-Trainer Patrick Kohlmann aus Kiel mit. "Ole ist ein junger, spannender und sehr guter Trainer, der mit seiner Idee Fußball zu spielen sehr gut zu Werder passt", wurde Werders Geschäftsführer Frank Baumann zitiert. Seit der Trennung von Markus Anfang galt Werner als die Nummer eins auf der Liste der potenziellen Nachfolger.

Doch die Verhandlungen gestalteten sich schwierig. Werner hatte zwar seine Tätigkeit beim Ligarivalen Holstein Kiel im September beendet, stand aber noch bis zum Saisonende bei den Schleswig-Holsteinern unter Vertrag. Und so dürfte der einstige Europapokalsieger nicht um eine Ablösesumme für den neuen Trainer herumkommen, schon Anfang musste im Sommer aus seinem Kontrakt bei Darmstadt 98 mit 500.000 Euro herausgekauft werden. "Der Trainer ist der wichtigste Job im Verein", rechtfertigte Sport-Geschäftsführer Frank Baumann schon vorab die schmerzhafte finanzielle Transaktion.

Werner wurde auch schon im Sommer nach dem Bundesliga-Abstieg  der Bremer als neuer Chefcoach gehandelt. Das Kieler Urgestein aber mochte zu diesem Zeitpunkt seinen langjährigen Arbeitgeber nach dem erst in der Relegation verpassten Bundesliga-Aufstieg nicht im Stich lassen.

Unrühmlicher Vereinsrekord

Der erst im Sommer verpflichtete Anfang trat nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wegen eines mutmaßlich gefälschten Impfzertifikates zurück. Mit Anfang trat auch Co-Trainer Florian Junge, gegen den die Staatsanwaltschaft ebenfalls ermittelt, zurück.

Das löste bei dem Bundesliga-Absteiger in den vergangenen Tagen ein denkwürdiges Wechselspiel aus. Beim 1:1 gegen Schalke 04 saß zunächst Danijel Zenkovic als Interimscoach auf der Bank. Dessen positiver Coronatest sorgte dafür, dass U19-Trainer Christian Brand am Samstagabend bei der 1:2-Niederlage in Kiel einspringen musste. Bei seinem mutmaßlichen Debüt gegen Erzgebirge Aue (Freitag, 18.30 Uhr/Sky) wäre Werner der vierte Trainer im vierten aufeinanderfolgenden Werder-Spiel - ein unrühmlicher Vereinsrekord in der 122-jährigen Klubhistorie.

Abgesehen von dem großen Wirbel im Verein tritt Werner in Bremen auch sportlich eine schwere Aufgabe an. Nach dem 1:2 in Kiel liegt Werder mit der durch und durch mittelmäßigen Bilanz von fünf Siegen, fünf Unentschieden und fünf Niederlagen nur auf Platz zehn der Tabelle.

Quelle: ntv.de, sue/dpa/sid

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