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Todesangst nach Football Leaks Whistleblower "John" fürchtet um sein Leben

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Die Enthüllungen der Plattform "Football Leaks" schlagen seit 2015 hohe Wellen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Seit Januar steht der Football-Leaks-Whistleblower Rui "John" Pinto in Ungarn unter Hausarrest. Nun droht ihm die Auslieferung nach Portugal. Dort, so fürchtet er, würde er einen Gefängnis-Aufenthalt nicht überleben. In einem Interview mahnt er: "Die Fußballmafia ist überall."

Rui Pinto sieht nicht aus wie ein Verbrecher. Schüchterner Blick, Igelfrisur, ein dunkles Hemd mit weißen Pünktchen. Aber der 30-Jährige, der unter dem Decknamen "John" als Quelle für die Enthüllungsplattform Football Leaks den Weltfußball schwer erschüttert hat, fürchtet kaum etwas mehr als die Auslieferung in sein Heimatland Portugal, wo ihm Gefängnis droht. Oder Schlimmeres.

"Ich fürchte, dass wenn ich ein portugiesisches Gefängnis betrete, vor allem eines in Lissabon, ich dort nicht lebend herauskomme", sagte Pinto in einem Interview mit dem NDR, dem "Spiegel" und dem französischen Portal Mediapart. Es gebe zwar Staatsanwälte und Richter, die ihren Job ernst nehmen. "Aber diese Fußballmafia ist überall", sagte er: "Sie wollen die Botschaft aussenden, dass sich niemand mit ihnen anlegen soll."

"Ich bin kein Hacker"

Pinto steht seit Mitte Januar in Budapest unter Hausarrest, nach zwei Tagen im Gefängnis trägt er eine Fußfessel. Die Behörden in Ungarn müssen die entscheidende Frage beantworten, ob Pinto ein Whistleblower ist, der damit den besonderen Schutz für Informanten durch den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Anspruch nehmen könnte - oder, ob er die Verbrechen begangen hat, die ihm in Portugal vorgeworfen werden.

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In Budapest erfolgt der Zugriff der Fahnder.

(Foto: picture alliance / dpa)

"Ich bin kein Hacker", sagte Pinto: "Am Ende geht es darum, dass Whistleblower Vorgänge offenlegen, die der Gesellschaft sonst verborgen blieben: Verbrechen, Missstände, Fehlverhalten. Im besten Fall entfachen Whistleblower damit eine öffentliche Debatte und lösen Ermittlungsverfahren der Behörden aus."

In Portugal wird Pinto unter anderem "die unzulässige Aneignung und Verbreitung von Daten sowie versuchte Erpressung" vorgeworfen, was er teilweise auch einräumt. Die vermeintliche Erpressung der Agentur Doyen Sports sei aber nur ein "kindlicher Streich" gewesen, sagte Pintos Anwalt William Bourdon, der schon den Whistleblower Edward Snowden vertreten hat: "In seiner Haltung erkenne ich keine Gier."

"Das Richtige getan"

Die Plattform Football Leaks sorgt seit 2015 für Aufsehen. Unter den Enthüllungen waren auch Berichte über die Steuervergehen von Topstar Cristiano Ronaldo während dessen Zeit in Spanien bei Real Madrid und über die Versuche der Spitzenteams Paris St. Germain und Manchester City, das Financial Fair Play zu umgehen. Ronaldo hat sich inzwischen mit den Behörden geeinigt, er zahlte insgesamt knapp 22 Millionen Euro und entging einer Haftstrafe.

"Ich bin überzeugt davon, dass ich das Richtige getan habe", sagte Pinto: "Dafür sind und waren meine Daten hilfreich. Es ist mir gleichgültig, ob mein Lieblingsspieler oder mein Lieblingsverein, der FC Porto, betroffen sind. Ich gebe alle relevanten Daten weiter." Die Quelle der Daten behält Pinto allerdings weiterhin für sich. Er betont aber, nicht der Einzige hinter den Enthüllungen zu sein. "Mit der Zeit kamen immer neue Quellen hinzu", sagte der 30-Jährige, der angibt, inzwischen vor allem mit den Behörden in Frankreich zusammenzuarbeiten: "Sie machen klar, dass sie Fälle von Korruption, Geldwäsche und Steuerhinterziehung im Fußball ernsthaft verfolgen wollen."

Quelle: n-tv.de, Jan Mies, sid

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