Fußball

Knauff mit "unglaublicher Woche" Wieder rettet ein Teenie den BVB

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Ansgar Knauff - ein Name, den man sich merken sollte.

(Foto: imago images/ULMER Pressebildagentur)

Was für eine Blitz-Karriere: Am Dienstag gibt Ansgar Knauff sein Startelf-Debüt für Borussia Dortmund, ausgerechnet in der Champions League. Am Samstag schießt er sein erstes Bundesliga-Tor. Das ist zugleich das Sieg-rettende für den Fußball-Bundesligisten. Wieder einmal belebt ein Teenager den BVB.

Teenager Ansgar Knauff nahm die zahlreichen Glückwünsche seiner erleichterten Kollegen unaufgeregt wie ein Routinier entgegen. Erst die innige Umarmung seines glücklichen Trainers Edin Terzic zauberte dem Youngster ein schüchternes Lächeln ins Gesicht.

VfB Stuttgart - Borussia Dortmund 2:3 (1:0)

Stuttgart: Kobel - Mavropanos (61. Stenzel), Anton, Kempf (86. Churlinov) - Endo, Karazor - Coulibaly (86. Klement), Sosa - Förster (68. Thommy), Klimowicz (61. Didavi) - Kalajdzic. - Trainer: Matarazzo

Dortmund: Hitz - Morey (84. Piszczek), Akanji, Hummels (46. Can), Guerreiro - Delaney - Reyna (79. Brandt), Bellingham (80. Hazard), Dahoud, Reus (67. Knauff) - Haaland. - Trainer: Terzic

Schiedsrichter: Robert Schröder (Hannover)

Tore: 1:0 Kalajdzic (17.), 1:1 Bellingham (47.), 1:2 Reus (52.), 2:2 Didavi (78.), 2:3 Knauff (80.)

Dabei hatte der 19-Jährige allen Grund zur Freude: Mit seinem Premierentreffer in der Bundesliga gleich beim ersten Torschuss hatte Knauff Borussia Dortmund nicht nur die kleine Restchance auf die Champions-League-Ränge bewahrt. Sein Siegtor zum 3:2 (0:1) beim VfB Stuttgart gab dem BVB auch Selbstvertrauen für das schwere Viertelfinal-Rückspiel in der Königsklasse gegen Manchester City.

"Eine unglaubliche Woche"

"Das ist einfach ein geiles Gefühl", sagte Knauff und blickte mit seligem Blick auf "eine unglaubliche Woche" zurück. Erst das Startelfdebüt gegen City im Hinspiel (1:2), dann das spielentscheidende Jokertor in einer wilden Achterbahnfahrt am Stuttgarter Wasen (80.). Und am Mittwoch (21 Uhr/Sky und im ntv.de-Liveticker) gegen Manchester? "Ich hoffe einfach, dass es so weitergeht", sagte Knauff und grinste verschmitzt.

Darauf baut mit ihm ein ganzer Verein. Um das kleine Fußball-Wunder gegen den englischen Top-Klub möglich zu machen, "müssen wir die Leistung von Manchester noch toppen", prophezeite BVB-Trainer Terzic. Dass er bei Kapitän Marco Reus, der nach seiner Auswechslung (67.) vom Platz humpelte, und Abwehrchef Mats Hummels (Kreislaufprobleme) für Mittwoch Entwarnung geben konnte, stützte trotz der anhaltenden defensiven Schwächen die Dortmunder Zuversicht.

Zumal dank Knauf auch die Tür zur erneuten Champions-League-Qualifikation einen Spalt weit offen blieb. Weiterhin sieben Punkte beträgt der Rückstand auf den Vierten Eintracht Frankfurt, der Dritte Wolfsburg ist acht Zähler weg. "Wir werden alles reinwerfen und alles dafür tun, dass wir unsere Ziele erreichen", versprach Terzic.

"Wollte unbedingt gewinnen"

Knauff machte es vor. Nach der VfB-Führung durch das 14. Saisontor von Sturm-Hüne Sasa Kalajdzic (17.) war der BVB nach einer überaus ineffizienten ersten Hälfte durch Jude Bellingham (47.), der ebenfalls erstmals in der Liga traf, und Reus (52.) zurückgekommen. Doch Daniel Didavi glich noch einmal aus (78.), ehe Knauff dem wilden Ritt eine abermalige Wende gab.

"Ich bin reingekommen und wollte unbedingt das Spiel gewinnen. Ich freue mich einfach, dass es geklappt hat", sagte Knauff, der schon als fünfter BVB-Teenager in dieser Saison traf. "Borussia Dortmund ist dafür bekannt, dass 19-Jährige die Siegtore schießen können", sagte Terzic und lachte.

Einen gewichtigen Anteil an dieser Erfolgsgeschichte hat auch Jürgen Klopp. Der einstige BVB-Coach lud den damaligen Göttinger Knauff nach der Ehrung als bester Spieler beim Dortmunder Jugendturnier "Family Cup" 2014 zum U13-Probetraining ein. Über Hannover kam Knauff dann 2016 zur Borussia.

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In Stuttgart verdiente er sich sogar ein Extra-Lob von Rekordnationalspieler Lothar Matthäus. "Er übernimmt Verantwortung, das gibt es selten bei jungen Spielern", sagte der Sky-Experte, "er war Spieler des Spiels und hat das Lob verdient. Auf dem Boden bleiben, dann wird er seinen Weg gehen."

Davon ist auch Terzic überzeugt. Im Eins-gegen-eins könne der pfeilschnelle Außen "an allen vorbeifliegen", schwärmte er. Bei der Umarmung nach dem Abpfiff habe er Knauff gesagt, er solle das Lob "genießen. Wenn's mal nicht so läuft, sind wir da für ihn."

Quelle: ntv.de, Nils Bastek, dpa

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