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Kristensen blutet heftigWilde Wendungen bei Werder: Knauff rettet Frankfurt das Remis

16.01.2026, 22:37 Uhr
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Am Ende steht ein Unentschieden. Nnamdi Collins traf zum zwischenzeitlichen 2:1 für Frankfurt. (Foto: IMAGO/STEINSIEK.CH)

Die Bundesliga-Partie bei Werder Bremen läuft 52 Sekunden, als die Frankfurter zum ersten Mal jubeln. Doch Bremen schlägt zurück - es geht wild hin und her. Wild ist es auch um Rasmus Kristensen, der nach einem Nasentreffer heftig blutet und lange behandelt werden muss. Ein furioses Finale bringt letztlich keinen Sieger.

Auch das Premierentor von Winter-Zugang Jovan Milosevic hat die Krise des SV Werder Bremen in der Fußball-Bundesliga nicht beenden können. Auch die Lage bei Eintracht Frankfurt hat sich nach dem 3:3 (1:1) zum Rückrundenauftakt nicht gebessert (Highlights bei RTL+). Der Serbe Milosevic traf 16 Minuten nach seiner Einwechselung zum 3:2 gegen den Champions-League-Teilnehmer aus Hessen. Doch Frankfurts Ansgar Knauff machte in der Nachspielzeit die Bremer Hoffnungen auf den ersten Sieg nach sechs Spielen zunichte.

Die Gastgeber hielten auch nach einem zweimaligen Rückstand durch die Gegentreffer von Arnaud Kalimuendo nach 50 Sekunden und Nnamdi Collins (56.) dagegen. Justin Njinmah (29.) und Jens Stage (78.) hatten jeweils ausgeglichen für die Gastgeber - und sahen nach Milosevics Tor schon wie die Sieger aus.

Das Remis vor 41.800 Zuschauern hilft weder den Bremern im Abstiegskampf noch den Frankfurtern im Ringen um einen Europapokal-Platz weiter. Die defensiv anfälligen Hessen kassierten mal wieder drei Gegentreffer. "Wir beißen uns alle in den Arsch. Das sind auf jeden Fall zwei verlorene Punkte", meinte Collins im TV-Sender Sky und sagte über die Frankfurter Krise: "Wir bewältigen das zusammen"

Auch Justin Njinmah war am Ende enttäuscht: "Unfassbar, es fühlt ich wie eine Niederlage an. Wir machen drei Tore und gewinnen trotzdem nicht", sagte Werders Torschütze bei Sky. Mittelfeldspieler Jens Stage fügte hinzu: "Das ist nicht gut genug. Wir haben uns die Chance auf drei Punkte erarbeitet und haben am Ende nur einen. Das ist eine Riesenenttäuschung."

Blitzstart der Hessen

Werder-Trainer Horst Steffen vertraute der Formation, die am Dienstag beim 0:3 gegen Borussia Dortmund zu Beginn auf dem Platz stand. Sein Kollege Dino Toppmöller war hingegen im Vergleich zum 2:3 beim VfB Stuttgart zum Tausch gezwungen. Wegen der Verletzung von Winter-Zugang und Sturm-Hoffnung Younes Ebnoutalib stellte er sein System von 4-4-2 auf 3-4-2-1 um und brachte vier neue Spieler.

Toppmöllers Zwangsumstellung schien sich schnell auszuzahlen: Schon nach rund 50 Sekunden lag der Ball im Bremer Tor. Kalimuendo - zweiter Winter-Sturmzugang der Frankfurter - setzte sich gegen Bremens Verteidiger Amos Pieper durch und hob den Ball nach Zuspiel von Nathaniel Brown über Werder-Torwart Mio Backhaus ins Netz.

Die Gastgeber brauchten einige Zeit, den frühen Schock zu verarbeiten. Nach vorn passierte lange Zeit zu wenig. Die Frankfurter konzentrierten sich darauf, ihre zuletzt unsichere Defensive zu stabilisieren und ließen sich weit zurückfallen. Das ging zunächst auch auf.

Allerdings mussten sie früh einen Schreck verdauen: Rasmus Kristensen bekam in einem Zweikampf den Stollen des Gegenspielers voll ins Gesicht, er blieb blutüberströmt auf dem Rasen liegen und musste lange behandelt werden. Die Blutung war kaum zu stillen, die Frankfurter spielten in Unterzahl weiter, weil Kristensen am Spielfeldrand behandelt wurde. Es dauerte fast zehn Minuten bis er aufs Feld zurückkehren konnte.

Knauff vermiest die Bremer Party

Seinem Team entwischte immer wieder der schnelle Njinmah. Verzog der Werder-Stürmer in der 20. Minute noch nach einem Konter knapp, machte er es neun Minuten später nach Klasse-Pass von Yukinari Sugawara besser und beendete Bremens Torflaute nach drei Spielen. Es begann Werders stärkste Drangphase. Die Gäste kamen kaum noch aus der eigenen Hälfte, die Bremer kontrollierten mehr und mehr das Spiel. Nur Chancen waren Mangelware.

Werder drängte auch nach der Pause weiter und kombinierte bisweilen ansehnlich. Die Bremer waren überlegen. Umso überraschender fiel die erneute Führung der Gäste - unter gütiger Mithilfe der Werder-Defensive. Collins (56.) nutzte den Fehler im Spielaufbau der Gastgeber und stellte den Spielverlauf auf den Kopf.

Werder ließ sich diesmal nicht beeindrucken und spielte weiter nach vorn. Wieder war es Njinmah (68.), der die größte Chance vergab, als er frei stehend knapp verzog. Die Bremer gaben nicht auf und kamen zum verdienten Ausgleich durch Stage (78.). Schon zwei Minuten später führte sich dann die Stuttgarter Leihgabe Milosevic mit seinem Tor in seinem ersten Heimspiel für Werder standesgemäß ein. Knauff vermieste schließlich die kleine Bremer Party.

Quelle: ntv.de, ara/sid/dpa

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