Fußball

Gehälter regulieren? Eher nicht Windhorst hat noch sehr viel Geld für Hertha

Bundesliga, Hertha BSC Pressekonferenz: Investor Lars Windhorst. Foto: Andreas Gora/dpa

Lars Windhorst sieht sein Engagement bei der Hertha weiterhin sehr langfristig.

(Foto: Andreas Gora/dpa)

Die finanziellen Auswirkungen der Corona-Krise werden Bundesligist Hertha BSC nicht allzu hart treffen - auch dank der Investitionen von Lars Windhorst. Der ist bereit, weiter zu investieren und spricht sich gegen zu viele Regulierungen im Profifußball aus.

Hertha BSC darf auf einen weiteren warmen Geldregen durch Investor Lars Windhorst hoffen. "Wir sind bereit, nochmals 100, 150 Millionen Euro Eigenkapital zu investieren, wenn der Bedarf bestehen sollte", sagte der Finanzunternehmer der "Süddeutschen Zeitung". Ob ein Bedarf bestehe, das müsse die Geschäftsführung des Bundesligisten entscheiden. Und "zu welchen Konditionen" das Geld dann fließe, sei "zu gegebener Zeit in Ruhe" zu besprechen, so Windhorst.

Der 46 Jahre alt Investor hatte im Vorjahr über seine Beteiligungsgesellschaft Tennor für 224 Millionen Euro 49,9 Prozent der Hertha-Anteile erworben. "Ich freue mich sehr darüber, dass ich durch meinen Einstieg einen großen Beitrag dazu leisten konnte, dass Hertha als einer der wenigen Klubs der Bundesliga finanziell sehr stark dasteht und sich zumindest wegen der finanziellen Auswirkungen der Corona-Krise keine unmittelbaren Sorgen machen muss", sagte der Investor.

Schwierigkeiten für Investoren

Ob die 50+1-Regel durch die aktuelle Krise schneller falle, könne er nicht abschließend beurteilen. "Wir haben uns bei Hertha BSC in dem Wissen engagiert, dass es diese 50+1-Regelung gibt, und dass es sie auch auf unbestimmte Zeit geben wird. Weil wir das langfristige Potenzial sehen", so Windhorst: "Aber: Es stimmt, es ist gerade für viele Finanzinvestoren schwierig, sich in Unternehmen zu engagieren, in sie Geld reinzugeben, und letztlich nichts zu sagen zu haben."

Er halte es deswegen "grundsätzlich für problematisch, wenn es in Europa ein Land gibt, das von allen anderen abweicht. Und Deutschland stellt hier in der EU eine Ausnahme dar." Windhorst sieht durch die Regel einen Nachteil für die Bundesliga im Vergleich zu den anderen Top-Ligen in Europa. "Jeder sieht, dass das große Geld im Fußball in Europa verdient wird, und da frage ich mich schon, ob es da noch eine Wettbewerbsgleichheit gibt."

"Je weniger Regulierung, desto besser"

Auch anderen Regulierungen im Profifußball wie einer Begrenzung von Gehältern steht der Investor skeptisch gegenüber. "Ich bin da liberal eingestellt: Je weniger Regulierung, desto besser. Die Naturgesetze der Wirtschaft werden auch jetzt automatisch greifen." Im Vorfeld der Saison-Fortsetzung nach der Corona-Pause hatte sich die Diskussion um üppige Gehälter und horrende Ablösesummen verstärkt. Windhorst teilt diese Kritik nicht. "Ich bin ein glühender Verfechter der Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft, das sich über Jahrzehnte hinweg in der ganzen Welt erfolgreich bewährt hat. Ein Zeichen dieses Modells ist es, dass es in allen Wirtschaftsbereichen, und dazu gehört der Sport, nach Angebot und Nachfrage geht."

Am Sonntag war bekannt geworden, dass Windhorst den früheren Nationaltorwart Jens Lehmann sowie Mark Kosicke in den Hertha-Aufsichtsrat berufen hat. Beide hätten "Erfahrung, Ansehen, Glaubwürdigkeit und das entsprechende Netzwerk. Lehmann und Kosicke brennen persönlich dafür, sie glauben leidenschaftlich an das Projekt."

Quelle: ntv.de, tno/dpa/sid