Fußball

Der absurde Quali-Modus zur EM Zwölf Niederlagen hätten DFB-Team gereicht

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Das kann doch nicht wahr sein, oder Emre Can?

(Foto: imago images/Jan Huebner)

Es klingt absurd, ist aber wahr: Selbst ohne einen einzigen Punkt in der EM-Qualifikation hätte die deutsche Fußball-Nationalmannschaft gute Aussichten gehabt, beim Turnier im Sommer 2020 dabei zu sein. Der Grund dafür ist die Kombination aus Nations League und klassischer Qualifikationsrunde.

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hätte alle vier Spiele in der Nations League und alle acht Partien der EM-Qualifikation verlieren können - und trotzdem noch immer gute Chancen gehabt, bei der Europameisterschaft im Sommer 2020 dabei zu sein. Trotz dieser potenziell desaströsen Bilanz von zwölf Pflichtspielpleiten in Folge hätte das DFB-Team die Playoffs erreicht. Und würde dort etwa auf Island, Ungarn oder Rumänien treffen. Zwei gute Spiele dort - und die deutsche Elf wäre bei der EM dabei. Klingt verrückt, entspricht aber dem von der Europäischen Fußball-Union (Uefa) entwickelten Prozedere, 24 Teilnehmer für das Kontinentalturnier zu ermitteln.

Wie kann es dazu kommen? An der kombinierten Qualifikation über die neue Nations League und bewährten Qualifikationsgruppen. Denn eigentlich sollten die Mannschaften in den Playoffs spielen, die ihre Gruppen in der Nations League gewonnen haben. Das wären jeweils vier aus den Ligen A, B, C und D - also 16 Mannschaften. In der A-Liga wären dies die Schweiz, Portugal, England und die Niederlande, die sich in der Gruppe der deutschen Mannschaft durchsetzten.

Problematisch dabei: Diese vier Nationalteams haben über die EM-Qualifikation ihren Startplatz bereits sicher, sind also auf die Playoffs gar nicht mehr angewiesen. Von den Mannschaften, die in der A-Liga der Nations League angetreten sind, hat sich nur Island über die "normale" Qualifikation kein Ticket gesichert. Und ist somit das einzige Team aus Liga A, das überhaupt einen Playoff-Platz braucht.

Die drei weiteren Plätze bleiben aber nicht frei, sondern werden aus der Liga B der Nations League aufgefüllt - mit den Mannschaften, die nicht über die EM-Quali bereits qualifiziert sind. Doch von den zwölf Mannschaften aus Liga B sind bereits acht sicher bei der EM dabei - also gibt es weitere Nachrücker aus Liga C. Das führt dazu, dass Israels Fußballer weiter auf die EM hoffen dürfen. Obwohl sie in der Nations League nur Gruppenzweiter wurden und in der Qualifikationsrunde sogar nur Fünfter in ihrer Sechsergruppe. Der neue Qualifikations-Modus und die von 16 auf 24 Teilnehmer vergrößerte EM sorgen also vor allem für eins: Rechenspiele.

Quelle: ntv.de, tsi