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Bosse-Beben beim BVB?Borussia Dortmund crasht aus der Wohlfühloase in die Bedeutungslosigkeit

02.03.2026, 18:10 Uhr Ben-RedelingsVon Ben Redelings
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Ausschließlich lange Gesichter in der Chefetage des BVB. (Foto: IMAGO/DeFodi Images)

Vor einer Woche war die Welt in Dortmund noch in Ordnung. Doch die Niederlagen in Bergamo und gegen die Bayern hinterlassen tiefe Spuren. Nun geht es sportlich in den nächsten Wochen allein um die Qualifikation für die Champions League. Doch hinter den Kulissen rumort es.

"Die Stärke von Borussia Dortmund war immer, geschlossen zu sein, in eine Richtung zu operieren. Das machen wir momentan ganz gut. Und dann merkt man auch, dass man mit Erfolg belohnt wird." Das sind die Worte von Carsten Cramer, der seit November 2025 Sprecher der Geschäftsführung von Borussia Dortmund ist und auch die Vereinsleitung in der Nachfolge von Hans-Joachim Watzke übernahm. Diese Worte sind nur etwas mehr als eine Woche alt. Eine Woche jedoch, die es für den BVB in sich hatte.

Das Aus in Bergamo in der Champions League und die Verabschiedung nach der Niederlage gegen die Bayern aus dem Titelrennen haben tiefe Spuren und offene Wunden beim BVB hinterlassen. Nun geht es nur darum, den ordentlichen Vorsprung im Kampf um die Champions-League-Plätze zu verteidigen, um die Saison nicht komplett zu crashen. Doch die große Frage wird sein: Wird dieses Ziel allein reichen, um die Spannung in den nächsten Wochen und Monaten aufrechtzuerhalten? Vor allem vor dem Hintergrund, dass in der nächsten Zeit wichtige Personalentscheidungen bei der Borussia anstehen. Auf Spielerebene, aber auch in der Führung des Vereins.

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Plötzlich ist Watzke wieder beteiligt

Nach den sportlichen Tiefschlägen ist es kein Wunder, dass es bereits erste Stimmen in Dortmund gibt, die sogar ein großes Bosse-Beben erwarten. Denn man wird sehen müssen, wer von den Führungskräften um Lars Ricken, Sebastian Kehl und Carsten Cramer in den nächsten Wochen übrig bleiben wird. Vor einer Woche hatte der BVB-Geschäftsführer noch gesagt: "Wir haben weiter richtig Lust, den BVB zu gestalten. Von daher haben wir weiter die Hoffnung, den Wunsch, den Traum, das gemeinsam machen zu können."

Und an dieser Stelle tritt ein Mann wieder ins Rampenlicht, der erst im Herbst aus der Führung ausgeschieden war und dann zum Präsidenten des Klubs gewählt wurde: Aki Watzke. Als Vorsitzender des Präsidialausschusses ist Watzke als e.V.-Chef nun maßgeblich daran beteiligt, wie die 2027 auslaufenden Verträge von Cramer und Ricken behandelt werden. Cramer selbst meinte dazu vor knapp einer Woche: "Wir werden uns sicherlich bald zusammensetzen und den Präsidialausschuss um Vertrauen bitten. In der Hoffnung, dass es dann für uns alle weitergeht."

Anschließend würde man dann über die Verträge von Sportdirektor Sebastian Kehl und Trainer Niko Kovac, die ebenfalls bis 2027 gelten, reden. Doch die Frage, die sich seit dem Wochenende stellt: Ist der BVB aktuell überhaupt in der Lage, diese wichtigen Zukunftsangelegenheiten besonnen und klug zu regeln? Oder würden vorzeitige Vertragsverlängerungen nur deshalb erfolgen, weil man intern wie extern eine Ruhe suggerieren möchte, die es angesichts der sportlichen und nun auch finanziell schwierigen Lage eigentlich gar nicht gibt?

Denn die Aussage von Cramer, dass "internationale Erlöse elementar" für den Klub seien, gilt mehr denn je. Die Summen, die man in der Champions League eingeplant und jetzt zum Teil verloren hat, wird man in anderen Bereichen nicht mehr zusätzlich erlösen können. Und genau an dieser Stelle wird das neu aufgetretene finanzielle Problem zu einem sportlichen. Denn sowohl für die anstehenden Vertragsverlängerungen, wie mit Nico Schlotterbeck, als auch für das Halten von Spielern, denen Angebote anderer Vereine vorliegen sollen, wie bei Julian Ryerson, wird das Geld knapp. Und auch Trainer Kovac, der es bei Teilen der Fans immer noch schwer hat, soll das Interesse anderer Vereine geweckt haben. Angesichts dieser brisanten Gemengelage wird es, vorsichtig ausgedrückt, eine immense Herausforderung sein, die "Stärke von Borussia Dortmund", wie Cramer es nannte, "geschlossen zu sein" und "in eine Richtung zu operieren" in den nächsten Wochen und Monaten gemeinsam zu zeigen.

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Es gibt diese Saison nur noch etwas zu verlieren

Denn man darf nicht vergessen: Carsten Cramer sagte diese Worte vor knapp einer Woche. Damals befand sich der BVB noch in einer Art Wohlfühloase - denn sportlich war noch alles möglich. Der Klub, die Spieler, die Führung hatten noch Ziele. Nun bewegt man sich quasi bis zum Ende der Saison in einer gefühlten Bedeutungslosigkeit. Schlimmer noch: Der Verein und alle seine Akteure haben nur noch etwas zu verlieren. Dabei wird es alle Sinne und Kräfte brauchen, um den Vorsprung im Kampf um die CL-Plätze zu verteidigen. Denn eins hat diese Spielzeit gezeigt: Der BVB kann enge Spiele für sich entscheiden - aber nur dann, wenn alle am selben Strang ziehen!

Genau das hat Carsten Cramer gemeint. Nun brechen allerdings die Tage der Wahrheit an. Nach einer sportlich katastrophalen Woche geht es jetzt um das große Ganze. Der BVB wird zeigen müssen, dass er für diese neue Zeit nach Aki Watzke gerüstet ist. Es werden, so viel ist jetzt schon sicher, äußerst spannende Wochen in Dortmund. Die Zukunft der Borussia beginnt jetzt. Eine erste Zwischenrechnung gibt es allerdings bereits im Mai.

Quelle: ntv.de

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