Redelings Nachspielzeit

Redelings über Ansgar Brinkmann Ein Planetenkasper im Dschungelcamp

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"Ich war ein Freigeist."

(Foto: MG RTL D / Arya Shirazi)

Das Dschungelcamp darf sich freuen: Ex-Fußballer Ansgar Brinkmann zieht ein. Seine Sprüche und sein keckes Auftreten machen ihn zum Favoriten. Aber es gibt noch einen anderen Grund, warum der "weiße Brasilianer" die Krone nur gewinnen kann.

Bei RTL in Köln wissen sie ganz genau, wie man die süffig-süßliche Erfolgsmixtur anrührt, die das populäre Format "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" auch in der zwölften Auflage zu einem Renner machen wird. Und so setzt man eine alte, bewährte Tradition fort: Wieder zieht ein ehemaliger Fußballprofi ins Dschungelcamp. Nach Eike Immel, Thomas Häßler und Thorsten Legat präsentiert der Sender in dieser Staffel nun den "weißen Brasilianer" Ansgar Brinkmann. Man darf den Damen und Herren nur gratulieren: Wenn man sich für dieses Format einen Kandidaten backen könnte, er würde Brinkmann sehr ähnlich sein.

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Der 1969 in Bakum bei Vechta geborene Ex-Kicker ist äußerst schlagfertig, was für viele verbale Bonmots sorgen wird, sportlich, und er hat das Herz am rechten Fleck. Der Mann, der sechs Geschwister hat, sagt über seine Kindheit: "Die Polizei erschien bei uns zu Hause häufiger als der Postbote." Vielleicht stammt in der Erinnerung an diese Zeit auch sein Satz: "Das Leben ist kein bunter Teller!"

Dabei kann man nun wahrlich nicht behaupten, das Dasein des Ansgar Brinkmann sei eintönig und grau. Es ist kunterbunt und selbstbestimmt. Wenn der Mann mit seinem Longboard und über 50 km/h zu Musik von Clueso ("So sehr dabei") über eine dänische Landstraße rast und dabei in seinem gelben Shirt mit einer Dose Jack Daniel’s in der Hand den Nieselregen vergessen macht, dann spürt man, was Brinkmann meint, wenn er sagt: "Ich war ein Freigeist."

"Ein Tor würde dem Spiel gut tun"

Ben Redelings ist "Chronist des Fußballwahnsinns" (Manni Breuckmann) und leidenschaftlicher Anhänger des VfL Bochum. Der Autor, Filmemacher und Komödiant lebt in Bochum und pflegt sein Schatzkästchen mit Anekdoten. Seine kulturellen Abende "Scudetto" sind legendär. Für n-tv.de schreibt er stets dienstags die spannendsten und lustigsten Geschichten auf. Sein Motto ist sein größter Bucherfolg: "Ein Tor würde dem Spiel gut tun".

Als Beleg führte er eine Szene aus seinem Leben als Profi an: "Ich habe vor einem Bundesligaspiel Pommes rot-weiß gegessen. Welcher Spieler macht das? In der Mannschaftsbesprechung, erste Reihe, vor dem Bochum-Spiel, vor Trainer Benno Möhlmann. Anfangs hat er es nicht gewagt, mich anzusprechen, dann hat er geschrien: Ansgar, bist du bekloppt? Meine Antwort war: Das ist Benzin für gleich!"

Dazu passt auch eine andere Anekdote: Brinkmann hat nie für die deutsche Nationalelf gespielt, absolvierte aber mit der Bundeswehr eine internationale Begegnung - gleich nachdem man ihn in einem Feldjägereinsatz direkt von einem Hallenturnier mit dem FSV Mainz 05 in die Kaserne abtransportiert hatte. Das Spiel fand damals in Kiew statt. "Da waren minus 28 Grad. Wir schön in kurzen Hosen und Trikots und die Bevölkerung hatte Plastiktüten über den gefütterten Winterboots. Teamkollege Rydlewicz bibberte mich nach zwei Minuten an: A-a-a-a-n-n-s-s-g-a-r, w-i-i-i-eeee l-a-a-a-a-n-n-g-e i-i-i-i-st n-o-o—c-h?"

"Campino kannst du beim Sprinten malen!"

Nach dem Spiel feierte die deutsche Mannschaft gemeinsam mit dem Gegner. Die Wodkaflaschen wurden auf den Tisch gestellt, der Inhalt großzügig in 0,2l-Gläser gegossen und nach nicht einmal einer halben Stunde hatte die deutsche Delegation bereits kollektiv die Lampen an. Auch Brinkmann war in einer prächtigen Stimmung: "Ich hab mich ans Schlagzeug gesetzt, kräftig drauf eingeschlagen und dann gerufen: Wo ist der Deinhard?!"

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Absoluter Top-Favorit?

(Foto: imago/HJS)

Seit einiger Zeit stellt Brinkmann sein rhetorisches Talent und seinen Sinn für Humor in den Dienst des Radios. Auf "1Live" erzählt er wöchentlich aus seinem bunten Leben mit den Stars und Sternchen der Branche. Da fallen nach einem Promi-Spiel schon einmal Sätze wie dieser: "Den Campino kannst du beim Sprinten malen!"

Seinen Sinn für besondere Späße und seinen Wortwitz konnten früher auch Anrufer auf seinem AB hören. Ansgar Brinkmanns legendäre Ansage lautete: "Momentan bin ich nicht zu Hause. Wer aber Taste 3 drückt, bekommt von mir einen Planetenkasper. Bei Taste 4 einen LKW voll Waschpulver. Und wer mit mir persönlich sprechen will, erreicht mich täglich zwischen 17 Uhr abends und fünf Uhr morgens in meiner Stammkneipe Pane et Vino."

Nun ist Ansgar Brinkmann erst einmal für jedermann zwei Wochen allzeit erreichbar - im Dschungel. Und auch wenn der "weiße Brasilianer" selbst gar keine Ambitionen hat ("Ich habe 20 Jahre im Fußball nix gewonnen, da brauche ich auch kein Dschungel-König zu werden!"), ist er mit seiner ganzen Art der absolute Top-Favorit auf den Sieg bei der am Freitag startenden neuen Staffel aus dem australischen Urwald. Denn gerade diese Unbekümmertheit wird ihn auf sympathische Art von seinen Rivalen unterscheiden. Und dass er ein Kämpfer mit einem filigranen Sinn für Kalauer ist, hat er in seiner Karriere auch schon oft bewiesen: "Ich habe in meiner Laufbahn schon so viele Gegner nass gemacht - aus der Anzahl kriegt ihr locker eine Lichterkette von Ahlen bis Hamburg zusammen!"
  

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Quelle: n-tv.de

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