Redelings Nachspielzeit

Bundesliga schaut staunend zuHistorisch gigantischer FC Bayern pulverisiert die Rekorde

12.01.2026, 20:28 Uhr Ben-RedelingsVon Ben Redelings
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Unglaubliche 63 Treffer haben die Bayern in ihren bislang 16 Partien bereits erzielt. Natürlich ein neuer Bundesliga-Rekord. Man darf gespannt sein, wann die Männer von Säbener Straße die 100 Tore knacken werden. Am Mittwoch muss jetzt erst einmal der 1. FC Köln zittern.

"Oh, tun mir die Augen weh, wenn ich die heutige Borussia seh!" Es war ein denkwürdiger Nachmittag, als der FC Bayern München am 27. November 1971 vor 17.000 Zuschauern im Grünwalder Stadion mit 11:1 gegen Borussia Dortmund gewann. Die Demütigung des Europapokalsiegers von 1966 war der Höhepunkt der bis heute torreichsten Spielzeit des Rekordmeisters - und der Tiefpunkt einer katastrophalen Runde des BVB.

101 Mal traf der FC Bayern damals zwischen die Torstangen der Gegner. Doch als man am 16. Spieltag zu Hause die Borussia aus Dortmund demütigte, hatte man trotz des Kantersiegs "erst" 47 Treffer auf der Habenseite. Gegen den VfL Wolfsburg stellten die Bayern bei ihrem 8:1-Gigantenerfolg einen neuen Hinrunden-Rekord in der Bundesliga-Geschichte auf. 63 Tore hat die Mannschaft von Trainer Vincent Kompany mittlerweile erzielt und erst 12 Treffer kassiert.

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Kanes wunderschönes Rekord-Tor

Damals in der Saison 1971/72 stieg der BVB am Ende der Spielzeit sang- und klanglos ab. Doch die Bayern hatten fast bis ganz zum Schluss mit der "Jahrhundertelf" des FC Schalke 04 einen erbitterten Gegner. Das Team aus dem Ruhrgebiet bot den Münchenern Paroli und musste sich erst zum Ende - der S04 verlor mit 5:1 am letzten Spieltag im großen Finale im Olympiastadion - mit drei Punkten Rückstand auf die Bayern geschlagen geben. Heute dagegen sieht die Lage ganz anders aus. Mittlerweile trennen den Rekordmeister 11 Punkte zum zweiten Platz - und man hat nicht wirklich den Eindruck, dass der BVB diese immense Differenz noch aufholen wird können.

Im Gegenteil. Die Bundesliga schaut, wie die hoffnungslos unterlegenen Wolfsburger, nur staunend zu, wie der FC Bayern München einen Rekord nach dem nächsten pulverisiert. Auch Stürmer Harry Kane hat sich nach seinem sehenswerten Treffer in den Winkel des VfL-Tores in den Geschichtsbüchern der Bundesliga verewigt. Der Bayern-Goalgetter erzielte in seinen ersten drei Bundesliga-Spielzeiten jeweils mindestens 20 Tore.

Das gelang zuletzt vor fast 60 Jahren Timo Konietzka, dem Schützen des ersten Treffers der Bundesliga überhaupt. Nun ist der Engländer endgültig auf den Spuren von Gerd Müller. Der "Bomber der Nation" machte damals in der Torrekord-Saison der Bayern, 1971/72, seinem Namen alle Ehre und stellte mit seinen 40 Treffern eine Bestmarke auf, die erst Robert Lewandowski fast 50 Jahre später mit seinen 41 Toren knackte. Aktuell ist es allerdings nicht auszuschließen, dass Harry Kane auch diesen Rekord holen wird.

"Es sind diese Momente ..."

Und das liegt auch an einer spannenden und nicht unbedingt zu erwartenden Stärke des FC Bayern: Mit durchschnittlich 123,50 Kilometern pro Spiel hat sich der Rekordmeister wieder auf Platz 1 bei der Laufleistung gesetzt. Alleine Harry Kane steuert dazu im Schnitt 11,40 km bei. Für einen Stürmer normalerweise ein erstaunlicher Wert, doch in dieser Saison bei den Bayern fast schon selbstverständlich.

Denn da, wo der Rekordmeister in der Vergangenheit durchaus einmal bei einer sicheren Führung ein paar Gänge zurückgeschaltet hat, geben die Bayern-Profis aktuell erst recht Gas. Sehr zur Freude ihres Trainers Vincent Kompany übrigens: "Es sind diese Momente, wo es 5:1, 6:1, 7:1 steht und trotzdem laufen die weiter und versuchen, weiter Tore zu schießen."

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Dass die Bayern Meister werden, steht längst fest. Nun scheint es so, dass die Profis von der Säbener Straße Spaß daran gefunden haben, neue Rekorde aufzustellen. Die überschäumende Spielfreude der Münchener sollte der staunenden Bundesliga jedenfalls die eine oder andere Sorgenfalte auf die Stirn treiben. Am Mittwochabend geht es auswärts gegen den 1. FC Köln (bei RTL live im Free-TV ab 20.15 Uhr und im Liveticker auf ntv.de).

Aktuell steht der Tor-Schnitt noch knapp unter 4 erzielten Treffern (3,94) pro Partie - doch auch das kann nach dem Spiel beim Tabellen-Elften schon wieder Geschichte sein. Im DFB-Pokal gewann die Bayern wenigstens mit 4:1 in Köln. Man darf vermuten: Drunter werden sie es wohl am Mittwoch kaum machen.

Quelle: ntv.de

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