Redelings Nachspielzeit

Zoff im Vorstand?Wie kann der FC Bayern München dieses Fass nur aufmachen?

13.04.2026, 10:24 Uhr Ben-RedelingsVon Ben Redelings
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Fungiert Uli Hoeneß hier als Puffer zwischen Christoph Freund und Max Eberl? (Foto: IMAGO/Eibner)

Eigentlich sollte beim FC Bayern aktuell alles im Lot sein. Auf dem Platz rennt die Mannschaft von Rekord zu Rekord. Doch hinter den Kulissen brodelt es Berichten zufolge bei dem Fußball-Bundesligisten. Das wirft Fragen auf.

"Es macht richtig Spaß zuzuschauen, man sieht die Spielfreude. Jeder freut sich für den anderen, man spürt den großen Gemeinschaftssinn". Das waren die Worte vom immer noch allgegenwärtigen ehemaligen Manager, Präsidenten und Aufsichtsratsvorsitzenden des FC Bayern München, Uli Hoeneß, nach dem erneut beeindruckenden Sieg des Rekordmeisters am Wochenende in Hamburg beim FC St. Pauli. Doch dieser "große Gemeinschaftssinn" existiert anscheinend nur auf dem Platz. Hinter den Kulissen soll es laut einem Bericht des "Kicker" brodeln. Von einer "Zwangsehe" zwischen Max Eberl und Christoph Freund ist sogar die Rede.

Die Bayern rennen auf dem Platz aktuell von Rekord zu Rekord. Beobachter hatten schon (sehr) lange nicht mehr das Gefühl, eine so harmonische Mannschaft des FC Bayern München unten auf dem Rasen zu erleben. Und noch ist ja sogar das Triple in greifbarer Nähe. Da verwundert es nicht nur Außenstehende, dass es hinter den Kulissen offenbar zu echten Konflikten kommt - die am Ende möglicherweise in Machtkämpfen zwischen zwei Lagern gipfeln könnten. Der Bericht des "Kicker" über die "Zukunft der Bosse" irritiert aktuell angesichts der sportlichen Dominanz des FC Bayern und wirft die Frage auf: Will der Rekordmeister tatsächlich so ein Fass aufmachen?

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Auch unter Hoeneß braucht es Glück

Es scheint so. Denn die Begründung des Magazins, dass der Aufsichtsrat die Arbeit von Eberl zunehmend kritisch sehen würde, erinnert an den vergangenen Sommer, als Hoeneß schon einmal Defizite in der Arbeit des Sportvorstands ausmachte und diese klar benannte. Offenbar hat sich an der allgemeinen Kritik und der kritischen Einstellung von Hoeneß zur Person Eberl nichts groß geändert. Was im Umkehrschluss allerdings auch bedeuten würde, dass der frühere große Macher des FC Bayern die aktuelle sportliche Situation wenigstens zum Teil nicht als Verdienst von Eberl sehen würde.

Eine Einschätzung, die man sogar in einigen Punkten - vor allem die nun häufig so gefeierte (kleine) Kadergröße hatte ja tatsächlich viel damit zu tun, dass Transfers erst sehr spät (oder gar nicht) erfolgten - teilen kann. Momentan aber wirkt sie eher befremdlich, da zur täglichen Arbeit auch und gerade beim Profifußball immer etwas Glück dazugehört und sich Fehler nie gänzlich vermeiden lassen. Das war auch in der Ära von Hoeneß natürlich nicht anders. Zudem sollte man Eberl, der erst seit knapp zwei Jahren beim FC Bayern ist, auch immer noch eine gewisse Eingewöhnungs- und Lernphase zugestehen.

Eberl fehlt immer noch Anerkennung

Warum und wieso Eberl und seine Arbeit so viel kritischer als die von Freund gesehen und zum Teil öffentlich angeprangert wird, ist eine Sache, die ganz offensichtlich tiefere Gründe hat. Denn nicht nur sportlich, sondern auch finanziell scheint sich die Lage beim FC Bayern - nach anspruchsvollen Jahren - wieder zu entspannen. Doch auch wenn der Zeitpunkt des Artikels natürlich ungünstig ist, so beschreibt der Inhalt dennoch treffend die angespannte Situation hinter den Kulissen. Tatsache ist, dass Eberl ganz offensichtlich auch nach dieser herausragenden Saison eines begeisternden FC Bayern München immer noch nicht die Anerkennung erfährt, die ihn intern wie extern unantastbar machen würde. Das aktuelle Gebilde des FC Bayern ist fragil - und kann nur durch ein zeitnahes und überzeugendes Machtwort des Aufsichtsrats wenigstens kurzfristig gekittet werden.

Zum Autor

Auf die Mannschaft, den Trainer und die Fans sollte dieser mediale Nebenschauplatz momentan keine Auswirkungen haben. Für die langfristige Ausrichtung des FC Bayern hat dieser Zoff allerdings gravierende Folgen. Denn die Planungen für die neue Spielzeit sind längst voll im Gange und demnächst schon stehen erste Gespräche zur weiteren "Zukunft der Bosse" (die Verträge von Eberl und Freund laufen 2027 aus) an. Nach dem aktuellen Artikel kann man aber sicher sein, dass nicht erst Ende Mai 2026 bei der Aufsichtsratssitzung wegweisende Schritte bekannt gegeben werden. Vermutlich wird dies bereits zwischen dem Ende der Bundesligasaison und dem Champions-League-Finale am 30. Mai der Fall sein. Denn einmal aufgeklappt, lässt sich das Thema so schnell nicht wieder schließen. Die Diskussion über die Zukunft von Eberl - und Freund - ist (wieder) voll entbrannt.

Quelle: ntv.de

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