Fußball-WM 2018

"Wir können gewinnen" Italien peilt den fünften Titel an

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Ja, Gianluigi Buffon hütet immer noch das italienische Tor.

(Foto: imago/Insidefoto)

Sein eigenes Team zählt Italiens Nationalcoach Cesare Prandelli bei der WM in Brasilien nicht zu den Favoriten. Er hofft dennoch auf den fünften Titel und setzt auf die Erfahrung zweier Weltmeister von 2006 - und auf die genialen Momente seines unberechenbaren Stürmerstars.

Bisher war die italienische Fußball-Nationalelf immer dann besonders gut, wenn vorher alles im Chaos zu versinken drohte. Zum Beispiel beim WM-Titel nach dem Wettskandal 2006. Daher müsste es die Squadra Azzurra fast schon beunruhigen, dass vor der WM noch kein neuer Skandal ans Licht gekommen ist. Doch ganz ohne Sorgen wird Nationalcoach Cesare Prandelli ohnehin nicht nach Brasilien reisen: Neben dem Klima und der starken Vorrundengruppe dürfte der 56-Jährige sich auch um die sensiblen Stimmungslagen seines Stürmerstars sorgen.

Der unberechenbare Mario Balotelli könnte ein entscheidender Faktor bei Italiens Anlauf für den fünften WM-Titel sein. Der 23-Jährige kann Spiele alleine entscheiden, fällt neben dem Platz aber immer wieder durch seine Eskapaden auf. Prandelli mahnte nicht nur deshalb: "Es gibt mindestens sechs Teams, die stärker und besser besetzt sind als wir", fügte aber auch hinzu: "Wir gehören nicht zu den stärksten Teams, aber wir können gegen die stärksten Teams gewinnen."

Noch besser als bei der EM 2012?

Entscheidende Spieler sind außerdem zwei Routiniers: Die Weltmeister von 2006, Gianluigi Buffon und Andrea Pirlo, sind die Stützen des Teams, das in der schweren Gruppe D auf England, Costa Rica und Uruguay trifft. "Für uns ist es besser, eine harte Gruppe zu haben als zu denken, wir seien schon im Halbfinale", urteilte Prandelli, der auch nach der WM Coach der Italiener bleiben soll. "Ich bin überzeugt, dass wir gut vorbereitet in das Turnier gehen werden."

Seit seiner Amtsübernahme 2010 hat das taktisch stets disziplinierte Italien eine Wandlung erlebt, das System vom defensiven Catenaccio zum modernen Offensiv-Fußball entwickelt. Mut machen den Azzurri auch die jüngsten Ergebnisse wie der Vize-Europameistertitel 2012 und der dritte Platz beim Confed Cup vergangenes Jahr. Mittelfeldspieler Riccardo Montolivo prophezeite: "Ich denke, dass wir besser vorbereitet und konkurrenzfähiger als vor zwei Jahren sind."

Quelle: ntv.de, Miriam Schmidt, dpa