Fußball-WM 2018

Der Kapitän fehlt an Bord Lahm verpasst Trainingslager-Start

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Die Null muss stehen: Philipp Lahm kümmert sich im Spiel gegen Chile höchstpersönlich darum.

(Foto: imago/Sven Simon)

Die Verletzungssorgen von Joachim Löw nehmen kein Ende. Philipp Lahm wird erst mit zwei Tagen Verspätung zur Nationalmannschaft stoßen - er laboriert noch an seiner Fußverletzung aus dem Pokalfinale. Immerhin macht er sich Gedanken um die Abwehr.

Philipp Lahm wird erst am Freitag ins WM-Trainingscamp der deutschen Fußball-Nationalmannschaft reisen. Der Kapitän hatte sich im DFB-Pokalfinale des FC Bayern gegen Borussia Dortmund eine Fußverletzung zugezogen und kann deshalb rund eine Woche nicht belastet werden. "Ich werde zwei Tage später ins Trainingslager einsteigen", berichtete Lahm auf seiner Facebook-Seite. Eine MRT-Untersuchung hatte einen Kapselriss im linken Sprunggelenk ergeben. "Diese Woche werde ich deshalb pausieren und mit meiner Familie verbringen, um mich dann ab Freitag mit der Mannschaft auf die Mission Brasilien vorzubereiten."

In Gedanken ist Lahm aber natürlich schon längst bei der WM. In einem Interview mit der "Bild"-Zeitung macht er sich Sorgen um die Abwehr. "Wir müssen vor allem an unserer Defensive arbeiten. Zuletzt haben wir viel zu viele Gegentore kassiert, zu viele Großchancen zugelassen", sagte der 30-Jährige. "Wir müssen mehr darauf achten, wie die Abwehr zu stehen hat. Da ist die ganze Mannschaft gefordert."

Sorge um einen personellen Engpass im Angriff hat Lahm dagegen nicht, obwohl in Miroslav Klose und Kevin Volland nur zwei etatmäßige Stürmer nominiert sind: "Was in allen Top-Vereinen und Top-Nationen passiert, ist eine Ergänzung des klassischen Strafraum-Stürmers mit Offensivspielern, die technisch versierter sind und mehr mitspielen. Davon haben wir einige dabei." Dass die Mannschaft nach zwei dritten Plätzen bei den vergangenen beiden Turnieren in Brasilien den Titel holen kann, steht für Lahm außer Frage: "Wir haben den Punch für den Titel. Wir müssen nur eines beachten: Talent und Ego jedes Einzelnen müssen in den Dienst der Mannschaft gestellt werden."

Nur noch eine Chance?

Der 30-Jährige geht in Brasilien in seine dritte Weltmeisterschaft. Seine womöglich letzte Chance auf den Titel möchte er unbedingt nutzen: "Ich will nicht im Halbfinale ausscheiden oder nach Brasilien fahren, um die Sonne zu genießen. Ich habe ein klares Ziel. Und das ist natürlich der größtmögliche Erfolg, also der WM-Pokal." Seine Kapselverletzung aus dem DFB-Pokalfinale werde ihn dabei nicht behindern: "Bis zur WM bin ich wieder topfit."

Über das Turnier hinaus hofft der Defensiv-Allrounder, auch die Europameisterschaft 2016 mit dem Bundestrainer Joachim Löw anzugehen: "Fakt ist, dass er einen Vertrag hat und wir als Mannschaft sehr gut mit ihm zusammenarbeiten und er uns taktisch immer sehr gut aufstellt."

Quelle: ntv.de, cba/sid