Fußball-WM 2018

Beißattacke gegen Chiellini Suárez wird rückfällig

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Kurz nach dem Biss: Suárez hält sich mit schmerzverzerrtem Gesicht die Zähne, Chiellini protestiert in Richtung Schiedsrichter.

(Foto: REUTERS)

Mit Luis Suárez feiert Uruguay gegen Italien den zweiten WM-Sieg und das Weiterkommen. Doch der Superstar fällt im dritten Vorrundenspiel nicht gerade positiv auf. Er beißt nämlich mal wieder zu. Dazu äußert sich später sogar Ex-Boxer Evander Holyfield.

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Luis Suárez ist wieder rückfällig geworden. Mit einer Beißattacke gegen Giorgio Chiellini hat Uruguays "Bad Boy" beim 1:0 (0:0) gegen den viermaligen Weltmeister Italien in Natal für den negativen Höhepunkt des Spiels gesorgt.

Die Szene ereignete sich kurz vor dem Siegtor der Südamerikaner, als Suárez nach einem Zweikampf mit Chiellini dem Italiener offenbar in die Schulter biss. Schiedsrichter Marco Rodriguez hatte die Szene nicht gesehen. Der Italiener bestätigte die Beißattacke nach dem Spiel. "Er hat mich gebissen, das ist klar. Ich habe immer noch den Abdruck des Bisses", sagte Chiellini im italienischen Fernsehen RAI: "Der Schiedsrichter hätte pfeifen und ihm die Rote Karte zeigen müssen, zumal er auch noch simuliert hat", sagte der Abwehrspieler von Juventus Turin.

Suárez trägt nicht umsonst den Spitznamen "Kannibale". Es ist nämlich nicht der erste Zwischenfall dieser Art. Bereits zweimal war der Torjäger vom FC Liverpool wegen einer Beißattacke negativ aufgefallen. Erst zu Saisonbeginn hatte er noch sechs Spiele aussetzen müssen, nachdem er in der vergangenen Saison Branislav Ivanovic vom FC Chelsea in den Arm gebissen hatte.

Und in seiner Zeit bei Ajax Amsterdam hatte er im Spiel gegen den PSV Eindhoven Gegenspieler Otman Bakkal ebenfalls in die Schulter gebissen. Seit dem Vorfall in der vergangenen Saison war es eigentlich ruhig um ihn geworden. Mit 31 Toren wurde er Torschützenkönig in der Premier League und hätte Liverpool beinahe zur Meisterschaft geführt. Nun der Rückfall, der ihm nachträglich eine WM-Sperre einbringen könnte.

"Das kennt man nur von Tieren"

Die Fifa will nach der Beißattacke des Uruguayers den offiziellen Spielbericht abwarten. Dies erklärte der Fußball-Weltverband auf Anfrage. Danach werde der Fall entsprechend untersucht und behandelt. "Man sieht, dass er runtergeht und seinen Gegenspieler beißt. Die Fifa wird nun mit dem Schiedsrichter sprechen, ob er die Szene gesehen und beurteilt hat. Wenn er das nicht getan hat, dann kann die Fifa den Videobeweis nehmen und Suárez sperren", sagte der ehemalige Schiedsrichter Urs Meier im ZDF.

Oliver Kahn vermutet die Ursache für die neuerliche Beißattacke von Uruguay-Star Luis Suárez im psychologischen Bereich. "Das ist ein Verhalten, das man sonst nur von Tieren kennt. Für mich ist das eine falsche Kanalisation innerer Anspannung. Man hat schon im letzten Spiel gesehen, dass er fast geweint hat", sagte Kahn: "Vielleicht ist so ein Verhalten für ihn die letzte Chance, diesen gewaltigen Druck abzubauen und sich aus seiner Anspannung zu befreien. Anders kann ich mir das nicht erklären."

Im Internet sorgt die Szene für viel Spott. Die US-Schauspielerin Minnie Driver twitterte ein Bild, dass die Zahnabdrücke auf Chiellinis Schulter zeigen. Dazu der Kommentar: "Wir brauchen kein CSI, um diese Zahnabdrücke zuzuordnen." Auch Evander Holyfield, einst "Opfer" einer Beißattacke von Mike Tyson, meldete sich zu Wort. "Ich glaube, jedes Körperteil ist zum Essen da", twitterte der frühere Box-Schwergewichtsweltmeister.

Quelle: n-tv.de, cro/dpa/sid

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