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Was wird aus Magath? Schalker Schlaumeier

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Kippt die Stimmung? Mittwochabend in der Arena auf Schalke.

(Foto: ddp)

Jetzt haben sie das Dilemma: Die Fußballer des FC Schalke 04 erreichen das Viertelfinale der Champions League. Und dennoch wollen die Verantwortlichen, dass Trainer Felix Magath geht. Dafür mögen sie gute Gründe haben. Der Zeitpunkt aber ist äußerst dumm gewählt.

Herzlichen Glückwunsch! Der FC Schalke 04 erreicht mit einem 3:1-Sieg gegen den FC Valencia das Viertelfinale der Champions League – und Trainermanagervorstand Felix Magath muss gehen. Nur zur Erinnerung: Im Viertelfinale spielen die besten acht Fußballmannschaften Europas gegeneinander. Das haben sie in Gelsenkirchen gut hinbekommen. Wie wollen sie das jetzt erklären? Wer am Mittwochabend die aufgekratzte Atmosphäre im Stadion erlebt hat, hatte nicht den Eindruck, dass auf Schalke alle nur unzufrieden sind.

Clemens Tönnies, das ist der Schalker Aufsichtsratsvorsitzende, sagte dem "Kicker": "Wir müssen die Reißleine ziehen. Völlig unabhängig von der Champions League. Im ganzen Verein brennt es lichterloh." Er hat das vor dem Anpfiff der Partie gegen Valencia gesagt. Nun überdeckt ein Sieg nicht alle Probleme, die der FC Schalke 04 offenbar mit Felix Magath hat. Clemens Tönnies spricht gar von einem "unmenschlichen Umgang" des 57-Jährigen mit den Angestellten im Verein.

Ein Staat im Staate

Aber der Zeitpunkt, den die Schalker gewählt haben, um durchsickern zu lassen, dass Felix Magath gehen muss und alles anders werden soll, ist alles andere als schlau gewählt. Und wie es heißt, wollen sie in Gelsenkirchen ihren inzwischen arg ungeliebten Alleinherrscher nicht erst zum Saisonende loswerden, sondern sofort. Das hat, so berichtet ebenfalls der "Kicker", der Aufsichtsrat mit Clemens Tönnies an der Spitze bereits nach der Niederlage im Bundesligaspiel beim VfB Stuttgart beschlossen. Laut Medienberichten ist Griechenlands ehemaliger Trainer Otto Rehhagel Favorit für eine Interimslösung beim Fußball-Bundesligisten. Danach soll, auch das sind bisher nur Vermutungen, Freiburgs Trainer Robin Dutt die Mannschaft übernehmen.

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"Es war ein langer Arbeitstag und jetzt freue ich mich über die tolle Leistung der Mannschaft": Felix Magath.

(Foto: dpa)

Mit Felix Magath dürfte sich auch sein kompletter Stab verabschieden, der den Klub pro Saison etwas zehn Millionen Euro kostet: Lizenzspielerchef Ronny Gersch, die Assistenztrainer Seppo Eichkorn und Bernd Hollerbach, Fitnesstrainer Werner Leuthard, Rehatrainer Markus Zetlmeisl, Torwarttrainer Bernd Dreher, Pressesprecher Rolf Dittrich und, so spekuliert der "Kicker", auch Chef-Physiotherapeut Egil Eliassen. Ein Staat im Staate, wie sie in Gelsenkirchen munkeln - den sie so nicht mehr haben wollen.

Und was sagt Felix Magath dazu? Auch nach dem Sieg gegen Valencia betonte er: "Mit mir hat keiner gesprochen." Das wäre stillos. Aber fast scheint es so, als würde er die Situation ein wenig genießen. Er jedenfalls gehe davon aus, dass er seinen Vertrag bis 2013 erfülle. "Es war ein langer Arbeitstag und jetzt freue ich mich über die tolle Leistung der Mannschaft. Deswegen gehe ich zufrieden nach Hause. Ich mache hier meine Arbeit und das werde ich auch weiter tun. Diese Nebengeräusche interessieren mich nicht." Was einer halt so sagt, der gerade mit seiner Mannschaft das Viertelfinale der Königsklasse erreicht hat.

Quelle: n-tv.de

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