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Olympia-Traum akut in GefahrDeutsche Curler verzweifeln: "Dann können wir auch Feierabend machen"

15.02.2026, 14:21 Uhr
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Das deutsche Curling-Team hat seinen Olympia-Flow verloren. (Foto: IMAGO/Xinhua)

Nach den ersten drei Spielen ist die Laune bestens bei Deutschlands Curling-Team. Zwei Spieltage und zwei Niederlagen später sieht die Welt aber anders aus. Der angestrebte Einzug ins Halbfinale hängt am seidenen Faden.

Der Flow ist weg, die Sorgen werden größer: Deutschlands Curler erleben gegen die USA bei den Olympischen Spielen am Samstagmittag einen Horrorstart (0:4), dem sie das ganze Spiel über verzweifelt hinterherhechelten (6:8). Die Niederlage gegen die Amerikaner, die zuvor ein Spiel gewonnen hatten, kam durchaus überraschend. Eher mit Ansage kam die nächste Pleite einen Tag später, am heutigen Sonntagvormittag. Es ging gegen den amtierenden Weltmeister Großbritannien. Gegen den Goldfavoriten kassierte das Team um Skip Marc Muskatewitz eine herbe 4:9-Abreibung.

In den ersten drei Ends (2:2) spielte die deutsche Crew voll auf Augenhöhe, verlor dann aber ihren Faden und machte viel zu viele Fehler. Etwa am Ende des siebten Ends, als Muskatewitz beim Stand von 2:5 für die Schotten den "Hammer", den letzten Stein, völlig versemmelte. Ohne Berührung eines weiteren Steins rauschte seiner durch. Die Briten stahlen das End und nahmen zwei Punkte mit. "Dann können wir auch Feierabend machen", sagte Muskatewitz zu seinen Teamkollegen.

"Schwierigkeiten mit dem Eis"

Noch war's nicht so weit, erst zwei Ends später gaben sie dann tatsächlich auf. "Sie haben sehr stark gespielt, haben eigentlich keinen Fehlstein gehabt. Wir waren ein bisschen zu unpräzise, um gegen sie mitzuhalten", sagte Muskatewitz im ZDF. Vize-Skip Benni Kapp befand derweil: "Wir hatten Schwierigkeiten mit dem Eis, es war ein bisschen gerader, also feiner. Die Briten sind immer sehr gut und haben jetzt auch wieder sehr gut gespielt." Generell, so fand Kapp, müsse sein Team in den nächsten Spielen "nicht viel anders machen, denn Großbritannien ist einfach einer der besten Gegner hier, deswegen ist das halb so wild".

Deutlich schmerzhafter war da schon die Niederlage am Tag zuvor. Auch da war das deutsche Team nicht präzise genug gewesen. Etwa direkt im ersten End. Da nahm die Crew direkt die riesige Hypothek eines 0:4-Rückstands auf sich. Dieser Katastrophenstart zog sich als zu schwere Last durch das Spiel. Auch wenn sich Deutschland steigerte, gelang die Wende nicht mehr.

In den vier noch ausstehenden Spielen der Round Robin gegen Titelverteidiger Schweden am Montag (14.05 Uhr) sowie Tschechien, die bislang ungeschlagenen Schweizer und China dürfen sich Muskatewitz und seine Kollegen, die erstmals seit den Skandalspielen von 2014 in Russlnad wieder ein deutsches Curling-Team bei Olympia stellen, nun keinen weiteren Ausrutscher mehr erlauben. Mit einer Bilanz von zwei Siegen und drei Niederlagen steht das Team aktuell nur auf Rang sieben. Das Erreichen des Halbfinals ist das ausgegebene Ziel. Nur die besten vier Teams sind dabei, wenn es am 20. und 21. Februar um die Medaillen geht.

Quelle: ntv.de, tno

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