Olympia

So läuft der 14. Olympiatag Kälte sorgt für überraschende Medaillenchance

274990594.jpg

Die deutschen Biathlon-Frauen kämpfen überraschend schnell schon wieder um Edelmetall.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Olympischen Winterspiele von Peking gehen ihrem Ende entgegen. Für die deutsche Mannschaft sind aber noch einige Medaillen drin, am Freitag sogar mehr als ursprünglich gedacht. Das Biathlon-Team kann hoffen, bei den Skicrossern ist, das zeigte der Donnerstag, viel möglich.

Biathlon: Weil es am Samstag auf den olympischen Biathlon-Strecken zu kalt sein könnte für Biathlon, finden am Freitag gleich beide abschließende Massenstartrennen statt: Nach dem Rennen der Frauen um 8 Uhr MEZ (ARD und im Liveticker auf ntv.de) folgt schon zwei Stunden später (10 Uhr MEZ) der Wettkampf der Männer. Bereits am Dienstag war aufgrund der eisigen Temperaturen von unter minus 15 Grad das Staffelrennen der Männer um zweieinhalb Stunden nach vorne verlegt worden. Ab minus 20 Grad ist laut Regelwerk eine Absage unausweichlich, schon bei minus 15 Grad und heftigem Wind sind Konsequenzen möglich.

Für die deutsche Biathlon-Mannschaft stehen bislang nur zwei Medaillen in der Statistik, weniger waren es bei Olympischen Spielen noch nie. Doch die Chancen stehen nicht so schlecht, dass die Bilanz am Schlusstag der Biathlon-Wettkämpfe noch einmal aufgehübscht wird. Bei den Frauen lieferte Denise Herrmann, Goldmedaillengewinnerin im Einzel, im Bronzerennen der Staffel eine starke Vorstellung, auch die exzellenten Schützinnen Vanessa Voigt, die im Einzel auf Rang vier gelaufen war, Franziska Preuß und Vanessa Hinz dürfen sich angesichts von vier zu absolvierenden Schießeinlagen durchaus etwas ausrechnen. "Ich finde es eigentlich ganz gut, dann hat man nicht so viel Zeit zum Überlegen", sagte Preuß angesichts der Vorverlegung des Wettbewerbs. Ein Vergnügen wird es ohnehin nicht. "Hart wird es für jeden. Man muss jetzt die Zähne zusammenbeißen", sagte Preuß.

Bei den Männern führt mit Benedikt Doll sogar ein Deutscher die Massenstartwertung im Weltcup an. Neben Doll werden Johannes Kühn und Philipp Nawrath an den Start gehen. Deutschlands Biathlon-Legende Erik Lesser dagegen wird zum Abschluss fehlen: Der 33-Jährige konnte sich nicht für das abschließende Rennen qualifizieren. Doll hatte im Einzel als Sechster eine Medaille knapp verpasst. "Heute war klar, dass man null oder eins schießen muss", sagte Doll. "Weiß nicht, ob ich heulen oder mich freuen soll, von der Platzierung kann man sich jetzt recht wenig kaufen." Nun gibt es die nächste, die letzte Gelegenheit, doch noch eine Medaille abzuholen.

Eisschnelllauf: Der Eisschnelllauf ist eine Domäne der Niederlande. Geht es ins Eisoval, steht in der Regel mindestens ein Athlet aus dem Nachbarland auf dem Podest. Meistens ganz oben. Die niederländische Erfolgsgeschichte könnte auch über die 1000 Meter der Männer (ab 9.30 Uhr) fortgeschrieben werden: Mit Thomas Krol und Kjeld Nuis gehören zwei Niederländer als Favoriten ins Rennen. Der im Weltcup dominierenden Kanadier und Topfavorit Laurent Dubreuil war in seinem ersten Rennen über 500 Meter nur auf Rang vier eingelaufen und will ganz sicher die Medaille.

Der einzige deutsche Starter kämpft nicht um die Medaillen, sondern um seine Form: Joel Dufter kämpfte bis kurz vor Olympia mit einer Coronainfektion, über 500 Meter belegte er am ersten Olympia-Freitag vor einer Woche nur Platz 26 von 30 Startern. Er habe "gemerkt, dass mir einfach die Power fehlt. Das ist erst der zweite Tag auf dem Eis. Ich brauche einfach drei, vier mehr Trainingstage, um wieder zurück in die richtige Form zu finden", sagte der 26-Jährige hinterher. Nun gibt es eine neue Chance, zumindest an die eigene Bestform heranzukommen.

Skicross: Was für ein Finale haben die deutschen Skifans beim Skicross der Frauen erlebt: Außenseiterin Daniela Maier, die sich zuvor in teils dramatischen Rennen ganz nahe an die Medaillen gekämpft hatte, schien schon als unglückliche Vierte ins Ziel gekommen zu sein. Doch nach ewigem Warten wurde Konkurrentin Fanny Smith distanziert, weil sie die Deutsche entscheidend und vor allem vorsätzlich behindert haben soll. Und so rückte die 25-Jährige doch noch auf den Bronzerang vor - gegen den ausdrücklichen Protest von Maier, die keinen Regelverstoß der Schweizer Konkurrentin gesehen hatte.

Nun gehen die Männer in den Infight auf dem engen Kurs, wo immer vier Fahrer um zwei Tickets für die nächste Runde kämpfen. Ab 7 Uhr deutscher Zeit wollen Florian Wilmsmann, Daniel Bohnacker, Tobias Müller und Niklas Bachsleitner den Coup ihrer Teamkollegin wiederholen. Eine zweite deutsche Medaille wäre allerdings eine Sensation, größer noch als der Erfolg von Daniela Maier.

Snowboard: Welche Rolle wird die deutsche Freestyle-Skifahrerin Sabrina Cakmakli bei der nächsten Show des chinesischen Superstars Eileen Gu spielen? Cakmakli hat sich in jedem Fall in der Qualifikation den letzten Platz für die Endrunde gesichert. Vor vier Jahren in Pyeongchang war die Sportsoldatin Achte geworden. Chinas Topfavoritin, die die Qualifikation gewann, greift derweil in der eisigen Schneeröhre von Zhangjiakou ab 2.30 Uhr bereits nach ihrer dritten Medaille bei diesen Spielen. In der Disziplin Big Air hatte die 18-Jährige Gold geholt, im Slopestyle Silber.

Gu, Sportlerin, Model und Influencerin mit beeindruckender Reichweite, ist eine der schillerndsten Gestalten dieser Spiele. Die in den USA geborene Athletin genießt in China inzwischen Heldenstatus. Auf tagesschau.de wird der Journalist Mark Dreyer zitiert, der Fakt, dass sie sich dafür entschieden hat, nicht mehr für die USA anzutreten und stattdessen für China" sei "ein Geschenk für die Propaganda in China und für diejenigen, die es politisch sehen wollen." Für China startet Eileen Gu unter dem Namen Gu Ailing.

Quelle: ntv.de, ter

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen