Olympia

Gewichtheber und Kanute suspendiert Olympische Bronze-Gewinner haben gedopt

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Der kirgisische Gewichtheber Isat Artykow wird als erster Medaillengewinner der Olympischen Spiele von Rio des Dopings überführt.

(Foto: dpa)

Die Olympischen Spiele bleiben von Dopingfällen nicht verschont. Binnen weniger Stunden werden ein kirgisischer Gewichtheber und ein Kanute aus Moldau des Dopings überführt. Ihre zuvor ermogelten Bronzemedaillen müssen die Athleten wieder abgeben.

Bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro sind die ersten Medaillengewinner des Dopings überführt worden. Wie der Internationale Sportgerichtshof CAS mitteilte, wies der kirgisische Gewichtheber Issat Artykow, der in der Klasse bis 69 Kilogramm Bronze gewonnen hatte, in einer Probe Spuren des Stimulans Strychnin auf. Auch ein Dopingtest beim Kanuten Sergei Tarnowtschi aus Moldau, der im Kajak-Einer über 1000 Meter Bronze gewonnen hatte, erbrachte ein positives Ergebnis. Dies teilte der internationale Kanu-Verband ICF mit.

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Sergei Tarnowtschi (r.) stand gemeinsam mit dem deutschen Olympiasieger Sebastian Brendel auf dem Siegerpodest.

(Foto: AP)

Beide Athleten wurden nachträglich disqualifiziert. Ihre Medaillen wurden aberkannt. Im Fall des 22-jährigen Artykow rückt der Kolumbianer Luis Javier Mosquera Lozano als Vierter des Wettkampfs nach. Strychnin wird in der Verbotsliste der Nationalen Anti Doping Agentur (Nada) unter dem Punkt "Spezifische Stimulanzien" geführt. Die Substanz ist im Allgemeinen für ihre Verwendung als Rattengift bekannt.

Durch die Suspendierung er 19-jährigen Tarnowtschi rückt der Russe Ilia Schtokalow als Vierter des Wettkampfs auf den Bronze-Rang nach, Max Hoff aus Essen auf Platz sechs vor. Beim Rennen im Kajak-Zweier mit seinem Bruder Oleg darf Tarnowtschi nach Regel 7.8 der ICF-Anti-Doping-Regeln nicht antreten.

Eklatante Doping-Probleme in Rio

Artykows Fall bringt das Gewichtheben einmal mehr in Verruf. Die Sportart gilt als stark dopingbelastet. Allein 31 Nachtests der Spiele in Peking und London fielen positiv aus, auch Medaillengewinnern wurde die Einnahme verbotener Substanzen nachgewiesen.

In Rio standen mehrfach Heber mit Dopingvergangenheit auf dem Podest. So war etwa der Georgier Lascha Talachadse, Weltrekordler und am Dienstag Sieger der Königsklasse über 105 Kilogramm, bereits wegen der Einnahme von Stanozolol zwei Jahre gesperrt gewesen. Der zweitplatzierte Gor Minasjan aus Armenien war 2013 mit Nandrolon erwischt und ebenfalls für zwei Jahre aus dem Verkehr gezogen worden.

Die Mitglieder der deutschen Gewichtheber-Nationalmannschaft hatten ihren Unmut über die eklatanten Doping-Probleme während der Spiele in Rio mehrfach zum Ausdruck gebracht. "Es muss sich etwas verändern. Fair Play gehört hier her. Das ist nicht der Fall", sagte Bundestrainer Oliver Caruso.

Gewichtheber aus Russland und Bulgarien durften aufgrund der hohen Anzahl an Dopingfällen nicht an den Olympischen Spielen in Rio teilnehmen. Sperren für Kasachstan und Weißrussland sind vom Weltverband IWF ausgesprochen, aufgrund laufender Verfahren aber noch nicht umgesetzt. Caruso fordert den Ausschluss von weiteren Ländern.

Quelle: n-tv.de, cri/sid

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