Olympia

Opfer des "Lukaschenko-Regimes" Sprinterin versteigert aus Protest Medaille

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Kristina Timanowskaja will Sportlerinnen und Sportler unterstützen, denen Repressionen widerfuhren.

(Foto: picture alliance/dpa/Kyodo News)

Kristina Timanowskaja soll mutmaßlich gegen ihren Willen aus Tokio nach Belarus gebracht werden, für die Sprinterin werden die Olympischen Spiele zu einem Albtraum. Inzwischen ist Timanowskaja in Polen gelandet - und will von dort Sportler unterstützen, die ebenfalls unter der Regierung leiden.

Die belarussische Sprinterin Kristina Timanowskaja lässt nach ihrem erzwungenen Olympia-Aus eine von ihr 2019 gewonnene Silbermedaille versteigern. Das Geld soll Sportlern zukommen, die bei den Behörden in Ungnade gefallen sind. Die bei den Europaspielen in Minsk verliehene Medaille im Teamstaffellauf werde auf Timanowskajas Wunsch hin versteigert, um belarussische Athleten zu unterstützen, die "unter den Handlungen des Lukaschenko-Regimes gelitten haben", teilte die Belarussische Sport-Solidaritätsstiftung mit. Die Organisation setzt sich für Athleten ein, die wegen ihrer politischen Ansichten ins Gefängnis kamen oder benachteiligt wurden. Gegen Mittag stand das Gebot in der auf eBay bis zum 18. August angesetzten Auktion bei 20.100 Dollar.

Die Sprinterin war in Tokio nach eigenen Angaben in Streit mit ihrer Delegation geraten. Sie habe sich über ihre Trainer beschwert und sollte daraufhin gegen ihren Willen in ihre Heimat zurückgeschickt zu werden. Mit diesen Vorwürfen ging Timanowskaja an die Öffentlichkeit und suchte Schutz in der polnischen Botschaft in Tokio. Schließlich flog sie über Wien nach Warschau, wo sie und ihr Ehemann aus humanitären Gründen Visa erhielten.

Timanowskaja sagte, sie sei "überrascht, dass die Situation zu einem solchen politischen Skandal wurde, weil sie als sportliches Problem begonnen hatte". Die Sprinterin beteuerte: "Ich will einfach nur meine sportliche Karriere verfolgen. Ich habe mit meinen Eltern gesprochen und sie sagten, Polen wäre eine gute Option, weil sie irgendwann auch hierherziehen könnten." In ihren Fall hatten sich auch hochrangige Politiker aus Europa und den Vereinigten Staaten eingeschaltet. So verurteilten etwa Bundesaußenminister Heiko Maas und sein US-Amtskollege Antony Blinken das mutmaßliche Vorgehen der belarussischen Delegation

In Belarus regiert seit 1994 Präsident Alexander Lukaschenko, der mit harter Hand gegen Kritiker vorgeht. Das betrifft auch Spitzensportler, von denen einige eingesperrt wurden wegen ihrer Teilnahme an Straßenprotesten. Zum Fall Timanowskaja sagte Lukaschenko am Montag, die Athletin sei dazu manipuliert worden, während der Olympischen Spiele nach Polen zu fliehen.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte das Nationale Olympische Komitee von Belarus bereits im vergangenen Jahr mit Sanktionen belegt. Staatschef Lukaschenko musste sein Amt als Vorsitzender abgeben, seinem Sohn und Nachfolger Wiktor verweigert das IOC die Anerkennung. Zudem sind die finanziellen Zuwendungen ausgesetzt.

Quelle: ntv.de, ter/rtrs

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