Olympia

"Warum werde ich denn immer Vierte?" Wind weht Medaillenchance fort

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Da konnte sie sich noch freuen: Silke Spiegelburg nach dem Überspringen der Latte.

(Foto: dapd)

Der Stabhochsprungwettbewerb der Frauen brachte den Deutschen keine Medaille. Von den Deutschen Hoffnungen brachte es Silke Spiegelburg am weitesten, hatte dann aber Pech mit den Windverhältnissen. Sie belegt den vierten Platz – wieder einmal.

Silke Spiegelburg weinte und schrie ihre Verzweiflung durch das Olympiastadion: "Warum werde ich denn immer Vierte? Immer! Das kann doch nicht wahr sein!" Doch es war nicht mehr zu ändern. Während Jennifer Suhr aus den USA bei der Windlotterie im Kampf um Stabhochsprung-Gold das richtige Los zog, erwischte die Leverkusenerin eine Niete: Bereits zum vierten Mal belegte sie in einem großen Wettkampf lediglich den vierten Rang. Vize-Weltmeisterin Martina Strutz wurde Fünfte.

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Em Ende gab es nur Enttäuschung: Mit Platz vier ist Silke Spiegelburg nicht zufrieden.

(Foto: dpa)

Spiegelburg hatte sich im Londoner Olympiastadion von den drei deutschen Springerinnen am längsten im Wettbewerb gehalten. Die deutsche Rekordhalterin flog über 4,65 m, riss dann die 4,70 m, erhöhte deshalb gleich auf 4,75 – doch das Pokern um eine Medaille zahlte sich nicht aus.

Der Wind machte alles noch schwerer

Spiegelburg, bereits Vierte bei der WM 2009 in Berlin, der Hallen-WM 2012 in Istanbul und der EM 2012 in Helsinki, war danach bedient. Ehe sie das Stadion verließ, stopfte sie wütend ihre Ausrüstung in die Sporttasche. "Ich will es nicht mehr wahrhaben. Dabei war ich eigentlich gut drauf", jammerte sie.

Die äußeren Bedingungen hatten sich während des gesamten Wettkampfs als schwierig erwiesen. Wechselnde Winde erschwerten den Anlauf, es gab viele abgebrochene Versuche, dazwischen wurde häufig gepokert, verbliebene Versuche wurden auf die nächste Höhe geschoben. Auch die beiden anderen deutschen Springerinnen blieben am Ende glücklos. Vize-Weltmeisterin Strutz aus Neubrandenburg wurde Fünfte mit übersprungenen 4,55 m, Lisa Ryzih aus Ludwigshafen belegte mit 4,45 m den geteilten sechsten Rang.

Auch die Weltrekordhalterin erwischte einen schlechten Tag

Die deutschen Frauen bleiben bei Olympia ohne Medaille im Stabhochsprung. Hinter der Amerikanerin Suhr (4,75 m), deren bislang größter Erfolg Silber bei Olympia 2008 in Peking gewesen war, sprang die Kubanerin Yarisley Silva überraschend (4,75) auf den zweiten Platz. Suhr gewann bei gleicher Höhe aufgrund der geringeren Anzahl an Fehlversuchen. Weltrekordlerin Jelena Issinbajewa (4,70) musste sich nach einem wenig überzeugenden Wettkampf mit Bronze zufrieden geben.

Als erste Leichtathletin hätte Issinbajewa den goldenen Hattrick bei Olympia perfekt machen können. Doch wie für die Deutschen verlief der Abend auch für die Russin alles andere als wunschgemäß. Sie riss 4,75 m zweimal, ging dann auf 4,80 m – verpatzte aber ihren einzigen Versuch über diese Höhe.

Ganz im Gegensatz zu Spiegelburg nahm Issinbajewa die Enttäuschung gelassen hin. Die Russin wirkte den gesamten Wettkampf über unsicher, zuckte danach aber nur kurz mit den Schultern, winkte ins Publikum, lächelte. Die Goldmedaillen aus Athen und Peking kann ihr ohnehin niemand mehr nehmen. Von ihrem bereits 2009 aufgestellten Weltrekord von 5,06 war sie diesmal weit entfernt.

Quelle: n-tv.de, SID

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