Olympia

Skeletoni berichtet von VerbotZoff um Olympia-Helm mit Fotos von im Krieg gefallenen Athleten

10.02.2026, 08:12 Uhr
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Wladislaw Heraskewytsch trägt zahlreiche Sportkolleginnen auf seinem Helm mit sich den Eiskanal hinunter. (Foto: IMAGO/ZUMA Press Wire)

Viele Sportlerinnen und Sportler aus der Ukraine werden nie die Chance haben, an Olympischen Spielen teilzunehmen - sie wurden bei russischen Angriffen getötet. Daran erinnert Skeleton-Fahrer Wladislaw Heraskewytsch mit seinem Helm. Doch der sei ihm nun verboten worden, sagt er und appelliert ans IOC.

Der Einsatz eines Helms mit besonderem Design bei Olympia ist dem ukrainischen Skeleton-Fahrer Wladislaw Heraskewytsch nach eigenen Angaben zunächst verboten worden. Mit dem Kopfschutz will der 27-Jährige an durch den Krieg gefallene Sportkollegen erinnern. Auf dem Helm sind die Bilder von rund einem halben Dutzend Athletinnen und Athleten zu sehen, die bei russischen Anschlägen ums Leben gekommen sind.

Heraskewytsch trug den Helm im offiziellen Training bei den Winterspielen in Cortina d'Ampezzo am Montag. "Es sei eine Ehre, diese Bilder auf dem Helm zu tragen und der Welt den Preis zu zeigen, den die Ukraine jeden Tag in diesem blutigen Krieg zahlt", sagte Heraskewytsch in einem Video: "Ich möchte für sie antreten und für sie Rennen fahren." Er wolle "diesen Menschen und ihren Familien meine Ehrerbietung erweisen" und "an unsere Helden erinnern, denen durch Russland das Leben genommen wurde". Unklar ist aber, ob er den Helm auch im Wettkampf Ende der Woche aufsetzen darf.

Der Einsatz des Helms im Training und bei Wettbewerben sei ihm untersagt worden - von einem Repräsentanten des IOC, der für die Kommunikation zwischen Athleten, den Nationalen Olympischen Komitees (NOK) und dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) verantwortlich sei. Er hoffe, dass dies die Meinung dieser Person und nicht des gesamten IOC sei. "Eine Entscheidung, die mir einfach das Herz bricht", schrieb er zu dem Video.

"Entscheidung, die mir das Herz bricht"

Aus diesem Grund bereite man eine offizielle Anfrage ans IOC vor, sagte er laut englischem Untertitel des Videos. Auf Anfrage bekräftigte das IOC nach dem Statement von Heraskewytsch, dass noch keine Anfrage des ukrainischen NOK vorliege, den Helm tragen zu dürfen. Sobald dies geschehe, werde man sich dies anschauen, hieß es weiter. Das IOC untersagt in ihren Statuten politische Botschaften.

"Wir haben keine Regeln verletzt, und ich sollte mit diesem Helm antreten dürfen", sagte Heraskewytsch der Nachrichtenagentur AP und ergänzte: "Ich kann nicht verstehen, wie dieser Helm irgendjemanden verletzen könnte. Er ist eine Hommage an Athleten und einige von ihnen waren Medaillengewinner bei den Olympischen Jugendspielen. Das bedeutet, sie gehören zur olympischen Familie."

Bereits vor den Winterspielen in Norditalien hatte sich der 26-Jährige angesichts der wieder wachsenden Rolle der Kriegstreiber im Weltsport besorgt gezeigt. "Es ist wirklich traurig", sagte Heraskewytsch der Süddeutschen Zeitung: "Ich habe das Gefühl, dass das IOC und vor allem kleinere Verbände sich immer mehr dem Druck der russischen Seite beugen, dass es nicht um Kriterien oder die Sache geht, sondern nur darum, diese Länder und ihre Athleten zurückzubringen."

Quelle: ntv.de, ara/dpa/sid

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