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DHB erklärt das Trainerbeben Das "beschissene Gespräch" von Hanning

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Klar ist: Christian Prokop ist nicht mehr Trainer der deutschen Handball-Nationalmannschaft.

(Foto: imago images/Sven Simon)

Das war eine Überraschung: Der Deutsche Handball-Bund trennt sich von Bundestrainer Christian Prokop. Überraschend, weil Prokop zuletzt von Verband und Mannschaft mit Solidaritätsbekundungen überschüttet wurde. Nun stellt der DHB seinen Nachfolger vor und muss viele Fragen beantworten.

12.01 Uhr: "Deutschland war für mich eigentlich kein Thema war. Ich war mir mit einer Nationalmannschaft einig für ein langfristiges Projekt", sagt Gislason - im letzten Moment habe dann Schwenker angerufen. Danach ging alles offenbar sehr schnell. Und damit hatte der neue Bundestrainer Alfred Gislason das letzte Wort, die Pressekonferenz ist vorbei.

11.58 Uhr: Gislason wird "nicht großartig am Kader rütteln". Viele Ideen habe er, wenn auch dafür wenig Zeit zur Verfügung sei. "Die Aufgabe ist schwierig, aber wir haben eine sehr homogene Mannschaft." Steffen Weinhold und Martin Strobel könnten für die Mittelposition wieder infrage kommen, ansonsten werde er auf den Erkenntnissen der EM aufbauen, sagt der neue Bundestrainer.

11.57 Uhr: "Ich kann mit Fug und Recht behaupten, dass wir einen hervorragenden Trainer hatten", lobt Kromer. Prokop könne sich bald aussuchen, wo er einen neuen Job antreten wolle.

11.56 Uhr: Schwenker erklärt, dass man wirklich davon ausgegangen war, mit Prokop in die Olympia-Qualifikation zu gehen. Durch die Aussicht, Gislason kurzfristig verpflichten zu können, habe sich die Situation aber verändert.

11.55 Uhr: "Die Entscheidung über den Bundestrainer trifft das Präsidium, der Vorstand stand beratend zur Seite", sagt der Vorstandsvorsitzende des DHB, Mark Schober.

11.53 Uhr: Am Montagabend, sagt Schwenker, habe Gislason erst erfahren, dass der DHB gerne mit ihm in Verhandlungen treten möchte.

11.50 Uhr: "Gestern Nachmittag haben Bob Hanning und ich mit Christian gesprochen", "überrascht" sei der gewesen, "entsetzt". Hanning ergänzt, am Montagabend sei die Entscheidung gefallen, danach habe man mit Gislason verhandeln müssen, danach sei Prokop informiert worden. Das Gespräch mit Prokop sei "eines der beschissensten gewesen", die er in den letzten Jahren geführt hatte.

11.49 Uhr: Bob Hanning sagt, er wäre sehr traurig für Prokop, mit Gislason habe er weder vor, während noch unmittelbar nach der EM Kontakt gehabt. Der Erfolg sei mit Gislason aber wahrscheinlicher, als mit Prokop. "Fair, sachlich und ehrlich" habe man diskutiert und sei dann zu einem gemeinsamen Entschluss im Präsidium gekommen.

11.47 Uhr: Andreas Michelmann verteidigt das klare Bekenntnis von Axel Kromer während der EM zu Prokop, das klare Signal sei von der Mannschaft gewünscht worden.

11.45 Uhr: Axel Kromer sagt, dass die Mannschaft nicht in die Entscheidung einbezogen wurde.

11.43 Uhr: Am 9. März wird der erste Lehrgang mit Gislason starten. Vorher ginge es darum, viel mit Spielern zu sprechen und die Spiele der deutschen Mannschaft zu analysieren. "Ich will versuchen, eine Dynamik zu entwickeln für die Stimmung in der Mannschaft. Handballerisch habe ich viele Ideen, kann die aber auch in zwei Spielen nicht umsetzen." Am 13. März steht ein Testspiel gegen die Niederlande an, dann geht es im April schon um die Tickets für das olympische Handballturnier.

11.40 Uhr: Schwenker nimmt Hanning ausdrücklich aus der Schusslinie, "seitens der Liga stehen wir rückhaltlos zu Bob". Der Trainerwechsel sei nicht auf Betreiben von Hanning vonstatten gegangen, der Berliner habe sich eher zurückgehalten. "Ich bin davon überzeugt, dass wir eine gute Entscheidung getroffen haben."

11.39 Uhr: Mit dieser Mannschaft sei man "mit diesem Trainer wahrscheinlich erfolgreicher", sagt Schwenker.

11.37 Uhr: Schwenker habe den Kollegen mitgeteilt, dass Gislason kurz vor dem Abschluss eines Vertrags mit einer anderen Nation stehe. Am Montag habe er das den Kollegen im Präsidium mitgeteilt, man müsse also schnell handeln. Prokop sei ein "Systemtrainer", das sei eher problematisch für einen Nationaltrainer, der nur wenig Zeit mit der Mannschaft zur Verfügung habe.

11.35 Uhr: Liga-Präsident Uwe Schwenker erklärt die Trennung von Prokop: "Es war in der Außendarstellung enorm unglücklich", man müsse aber "pragmatisch handeln". Bei der Bewertung der Rolle des Bundestrainers spielte auch eine Rolle, wie der aufgetreten sei, die Zusammenarbeit zwischen Mannschaft und Trainer. Außerdem war Teil der Analyse, wer denn als Alternative zur Verfügung stünde.

11.34 Uhr: Es werde schön werden, mit der Mannschaft zu arbeiten. "Ich gehe davon aus, dass es für mich bald voll los geht. Die Klubs zu besuchen, die Spieler zu treffen."

11.33 Uhr: Alfred Gislason sagt seine ersten Worte als Bundestrainer: "Ich freue mich riesig, Bundestrainer zu sein. Natürlich fühle ich mit Christian Prokop, aber ich kenne das auch selber. Es war überraschend, auch für mich." Er habe sehr lange Kontakt mit dem DHB gehabt, schon bevor Prokops Landsmann Dagur Sigurdsson als Bundestrainer installiert worden war.

11.32 Uhr: Mit voller Überzeugung habe man Prokop während der EM das Vertrauen ausgesprochen, mit einem zeitlichen Abstand sei man aber zu einem anderen Ergebnis gekommen. Das Präsidium habe entschieden, den Trainer auszutauschen.

11.30 Uhr: Es geht los. DHB-Präsident Andreas Michelmann begrüßt die Journalisten. Neben ihm sitzen Bob Hanning und Alfred Gislason, auch DHB-Sportvorstand Axel Kromer ist anwesend. "Bitter" sei es gewesen, sagt der "angefasste" Michelmann, Prokop die Entlassung mitteilen zu müssen. "Wir verstehen, dass dieses Vorgehen von Christian als unfair wahrgenommen wird."

11.29 Uhr: Bei allem darf man nicht vergessen, dass es heute auch um den neuen Bundestrainer gehen wird - und der ist eine Handball-Weltmarke. Alfred Gislason führte sowohl den SC Magdeburg als auch den THW Kiel zu Champions-League-Titeln, der Isländer ist einer der erfolgreichsten Vereinstrainer der Welt.

11.25 Uhr: Während der EM hatte der DHB noch klar gemacht, dass es überhaupt keinen Zweifel daran gebe - intern auch nie gegeben habe - dass Christian Prokop das Team in die im April anstehende Olympia-Qualifikation und dann auch nach Tokio führen wird. Nun, es kam anders. Warum, wird der Verband gleich erklären. Wer das tun wird, ist allerdings noch nicht klar - wir sind auch gespannt.

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Andreas Wolff freut sich auf seinen ehemaligen Trainer beim THW Kiel

(Foto: imago/Contrast)

11.22 Uhr: Die Reaktionen auf den Wechsel ließen natürlich nicht lange auf sich warten - und sie kamen in Massen. Erwartungsgemäß zeigen sich viele "geschockt" oder "sprachlos", die Nationalspieler wurden ebenso kalt erwischt, wie die Öffentlichkeit. Es gibt aber auch viel Optimismus. Klicken Sie sich doch noch einmal schnell durch die Statements der schärfsten Prokop-Kritiker, seiner Führungsspieler und aus der Liga.

11.20 Uhr: Liebe Handballfreundinnen und -freunde,

wie ist Ihre Gefühlslage? Sind sie "geschockt" wie Uwe Gensheimer, "sprachlos" wie Christian Schwarzer oder doch überzeugt, dass das mit Gislason "sehr, sehr gut" werden wird wie Kai Häfner? Nun, wie auch immer alle zu Christian Prokop als Bundestrainer standen, dürfte eines Handball-Deutschland gerade einen: Die Überraschung über das plötzliche Aus für Prokop, dem man während der schwierigen Europameisterschaft noch das volle Vertrauen - sowohl von Seiten des Verbandes, als auch aus der Mannschaft heraus - ausgesprochen wurde. Keine zwei Wochen später ist Prokop weg. Es gibt viele offene Fragen, geklärt ist bisher vor allem: Alfred Gislason übernimmt.

Ab 11.30 Uhr wird es weitere Antworten geben: Der DHB hat in ein Flughafenhotel in Hannover zur Pressekonferenz geladen. Das dürfte interessant werden - und wir tickern live mit.

Quelle: ntv.de, ter