Technik

Kindle Fire und "Paperwhite" Amazon startet Angriff aufs iPad

Amazon legt bei seinem Tablet-Angebot nach: Die neuen Modelle des Kindle Fire bekommen bessere Bildschirme und schnellere Technik. Und erstmals kommen die Amazon-Tablets nach Deutschland.

Der Online-Einzelhändler . Der US-Konzern stellte frische Modelle seiner Reihe Kindle Fire vor. Jetzt gibt es auch eine größere Variante mit einer Bildschirmdiagonale von 8,9 Zoll (22,6 cm), wie Amazon-Chef Jeff Bezos im kalifornischen Santa Monica ankündigte. Das ist ein etwas kleinerer Bildschirm als bei Apples iPad. Die Auflösung ist mit 1920 mal 1200 Bildpunkten etwa so hoch wie bei einem HD-Fernseher.

Das günstigste Gerät der Serie - mit einer Bildschirm-Diagonale von sieben Zoll - soll in den USA 159 Dollar kosten und damit deutlich weniger als das iPad von Apple. Eine größere Version mit knapp neun Zoll will der Internet-Gigant für 299 Dollar anbieten Auch in Deutschland soll die kleinere Version ab 25. Oktober erhältlich sein. Der Preis wird bei 199 Euro für das Modell mit 16 Gigabyte Speicher und bei 249 Euro für die 32-GB-Variante liegen, teilte Europa-Manager Jorrit van der Meulen mit. Zudem wird hierzulande am kommendem Mittwoch auch das ursprüngliche Fire-Modell von vergangenem Herbst für 159 Euro erhältlich sein. Diese Tablets haben eine Bildschirmdiagonale von 7 Zoll (18,8 cm).

Mit 8,8 Millimetern ist der neue Kindle Fire dünner als sein Vorgänger. Er wiegt knapp 570 Gramm. Zudem verfügt das Amazon-Tablet über zwei Antennen, um Probleme beim WLAN-Empfang zu verringert. Die Antennen sollen die beste Verbindung suchen und im Dual-Band-Modus funken. Bezos zufolge ist die WLAN-Verbindung des Kindle Fire dadurch um 41 Prozent schneller als das aktuellen iPad von Konkurrent Apple.

Zuvor stellte Bezos einen neuen E-Book-Reader aus Amazons Kindle-Serie vor. Das Modell mit dem Beinamen "Paperwhite" (Papierweiß) hat einen besonders hellen Bildschirm. Der Akku halte auch bei ständig laufender Beleuchtung acht Wochen, versprach der Amazon-Chef. Die Preise fangen in den USA bei 119 Dollar an. Der einfachste klassische Kindle-Reader bleibt auch im Programm, der Preis fällt in den USA von 79 auf 69 Dollar. In Deutschland senkt Amazon den Preis des klassischen Kindle-Readers von 99 auf 79 Euro.

Zugang zu Inhalten

Die Menschen wollten keine Geräte mehr, sondern Dienste, erklärte Bezos die Philosophie hinter Amazons Kindle-Geschäftsmodell. Deshalb hätten auch die vielen Tablets mit dem Google-Betriebssystem Android wenig Erfolg am Markt gehabt. Amazon bietet von den Fire-Tablets aus einen direkten Zugang zu den Inhalten in seinem Angebot, das von Büchern über Musik bis hin zu Filmen reicht. Das komplette Angebot gibt es bisher aber nur in den USA.

Amazon hatte die erste Generation des Kindle Fire im vergangenen November nur in den USA auf den Markt gebracht. Das Gerät mit einer Bildschirmdiagonale von 7 Zoll (18,8 cm) sorgte damals für Schlagzeilen mit seinem niedrigen Preis von 199 Dollar. Inzwischen sind auch Konkurrenten mit neueren Geräten in dieser Preisklasse präsent, zuletzt etwa Google mit dem Nexus 7.

Amazon gab noch nie Zahlen zum Kindle-Absatz bekannt. Nach Berechnungen der Marktforscher von IDC kamen die Fire-Tablets im vergangenen Quartal auf einen Marktanteil von fünf Prozent mit 1,25 Millionen abgesetzten Geräten. Apples dominiert mit 17 Millionen verkauften iPads nach wie vor das Geschäft, laut IDC entspricht das einem Marktanteil von 68 Prozent bei Tablets.

Das Nexus 7 läuft mit dem Google-Betriebssystem Android. Amazon setzt bei seinem Fire auf eine Eigenentwicklung auf Basis einer früheren Android-Version. Für diesen Herbst wird auch von Apple eine erste kleinere Version seines iPad erwartet.

Quelle: ntv.de, dpa