Technik

"Verstoß gegen Richtlinien" Apple wehrt sich gegen Zensur-Vorwürfe

Schadet Apple bewusst Drittanbietern im konzerneigenen App-Store, um eigene Angebote zu stärken? Diesen Vorwurf erheben mehrere Unternehmen. Der Tech-Gigant macht nun geltend, sich lediglich um die Privatsphäre und Sicherheit der Nutzer zu sorgen.

Apple hat auf Anschuldigungen reagiert, Apps für Kindersicherung und Screentime-Kontrolle von Konkurrenten zu den konzerneigenen Tools zu unterdrücken. In einem Statement heißt es, Grund für die Entfernung der Anwendungen aus dem App-Store sei, dass diese die Privatsphäre und Sicherheit der Nutzer gefährdet hätten.

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Die Kontrolle über den App Store verschafft Apple Macht. Hat der Konzern sie missbraucht?

(Foto: dpa)

Das Unternehmen führte aus, die betroffenen Apps bedienten sich der "stark eingreifenden Technologie namens Mobile Device Management" - kurz MDM. Diese ermögliche Drittanbietern "den Zugriff auf ein Gerät und seine sensibelsten Informationen, einschließlich Nutzerstandort, App-Nutzung, E-Mail-Konten, Kameraberechtigungen und Browserverlauf". Die Technologie habe legitime Einsatzmöglichkeiten. Sie stelle jedoch auch "ein großes Risiko dar", dass private, verbraucherorientierte App-Unternehmen, "Kontrolle über das Gerät eines Kunden erlangen".

Da der Einsatz von MDM ein Verstoß gegen die App-Store-Richtlinien von Apple darstelle, habe das Unternehmen die Entwickler betreffender Anwendungen mit einer Frist von 30 Tagen aufgefordert, ihre Produkte zu bereinigen. Einige hätten reagiert und Updates veröffentlicht. "Diejenigen, die es nicht getan haben, wurden aus dem App Store entfernt", erläuterte Apple.

Die Erklärung von Apple ist die Reaktion auf einen Bericht der "New York Times". Laut der Zeitung hatte Apple Apps ohne weitere Erklärungen aus dem Store entfernt. In anderen Fällen hätte Apple die App-Entwickler zu Änderungen gezwungen, die die Angebote unbrauchbar gemacht hätten. Die Folge sei in einigen Fällen die Pleite der Anbieter gewesen. Der Chef eines Unternehmens beklagte, Apple töte "systematisch die ganze Branche" mit dem Ziel, konzerneigene Angebote zu fördern. Dem Bericht zufolge wehrten sich zudem mehrere Unternehmen beim Wettbewerbsbüro der EU gegen die mutmaßliche Zensur.

Quelle: n-tv.de, jog

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