Technik

Plantronics' Bluetooth-ANC-Profi Backbeat Pro 2 nimmt's mit Bose auf

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Die Special Edition des Plantronics Backbeat Pro 2 kommt mit nützlicher Transportbox.

(Foto: jwa)

Plantronics legt seinen ANC-Spezialisten neu auf. Der Backbeat Pro 2 klingt toll, unterdrückt Rauschen effektiv und sieht jetzt auch gut aus. Im Vergleich mit Boses Topmodell hat er gleich mehrere Pluspunkte.

Wer gute Over-Ear-Kopfhörer mit aktiver Geräuschreduzierung sucht, stößt früher oder später auf den Backbeat Pro von Plantronics. Klang und Funktionalität sind in seiner Preisklasse spitze, auf stylisches und schlankes Design hat der Hersteller aber verzichtet. Jetzt legt Plantronics eine überarbeitete Neuauflage vor: Der Backbeat Pro 2 hat die gleichen Pluspunkte wie sein Vorgänger und sieht zudem viel ansprechender aus.

Box oder Beutel

Der Kopfhörer kommt in zwei Varianten, die Special Edition (SE) hat zusätzlich zur Grundausstattung einen NFC-Chip zum besonders einfachen Koppeln an Bord und kommt in einem Hartschalen-Case. NFC ist praktisch, aber kein Kaufgrund, die Transportbox dagegen ist ein echtes Argument für die SE-Variante. In der Basis-Version gibt's nur einen Nylonbeutel für den Transport, der aber stabil und ansehnlich ist.

Der Kopfhörer ist großteils aus stabilem Kunststoff gefertigt, der Kopfbügel aus Metall ist bequem gepolstert. Die wichtigsten Bedienelemente sind direkt an den Ohrmuscheln untergebracht und auch blind gut zu treffen. Links sind die Tasten für Wiedergabe und Vor und Zurück, außerdem ein Drehrad für die Lautstärke. Rechts ist eine große Schaltfläche für eingehende Anrufe und eine Taste zum Stummschalten des Mikros. Die Aufteilung ergibt Sinn: rechts Anrufe, links Musik.

ANC oder Durchzug

Ein Schieberegler am linken Hörer schaltet die aktive Rauschunterdrückung (Active Noise Cancelling, ANC) ein und aus oder stellt auf Durchzug - dann stoppt die Musik und die Umgebungsgeräusche werden verstärkt, was zum Beispiel bei Durchsagen im Zug oder Flugzeug praktisch ist. Kleiner Verbesserungswunsch: Noch besser wäre es, wenn die Musik dabei optional weiterlaufen könnte.

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Die Bedienelemente und die Anschlüsse sitzen beim Plantronics Backbeat Pro 2 an den Ohrmuscheln.

(Foto: jwa)

Die Geräuschunterdrückung ist effektiv, aber zurückhaltend. Umgebungsgeräusche werden nicht komplett ausgeblendet, aber gerade Brummen, Summen und Rauschen von Motoren und Flugzeugturbinen rücken angenehm in den Hintergrund, wenn auch nicht ganz so effektiv wie bei Boses Quietcomfort-Modellen.

Trotzdem, die Ruhe ist angenehm und entspannend, und die Wiedergabequalität ist wie auch bei anderen Plantronics-Kopfhörern top. Hier kann der Backbeat Pro 2 ganz klar punkten: Tiefe und volle Bässe, ausgewogene, nicht überbetonte Mitten und fein ausbalancierte, glasklare Höhen geben ein rundes und erstklassiges Klangbild, mit dem sich der Kopfhörer vor keiner Konkurrenz fürchten muss.

Bluetooth oder Kabel

Im Test konnte der Kopfhörer in allen Genres überzeugen, brachte intime Jazz-Klänge genau so detailliert und raumfüllend zu Gehör wie treibenden House, pumpenden Hip Hop, krachenden Noise-Rock oder behutsamen Indie-Folk. Auch bei hoher Lautstärke klingt der Backbeat Pro 2 gut, bis zum Anschlag wird man ihn aber kaum jemals aufdrehen müssen.

Die Akkulaufzeit gibt der Hersteller mit rund 24 Stunden an, ein realistischer Wert, den auch schon der Vorgänger erzielte. Damit überstehen die Kopfhörer auch längere Reisen, ohne ans Micro-USB-Ladekabel zu müssen - rund drei Stunden dauert eine Komplettladung. Macht der Akku doch mal schlapp, liegt ein 3,5-mm-Klinkekabel bereit. Im Kabelbetrieb ist der Sound nicht schlechter, nur auf die Rauschunterdrückung müssen Nutzer verzichten.   

Praktisches Plantronics-Extra, das der Hersteller wie bei seinen anderen Modellen auch im neuen Pro eingebaut hat: Sensoren erkennen, wenn der Kopfhörer abgenommen oder aufgesetzt wird. Nimmt man ihn ab, stoppt die Musik automatisch, setzt man ihn wieder auf, geht's nahtlos weiter. Auch Anrufe kann man durch einfaches Aufsetzen annehmen.

Plantronics oder Bose

In den Verkauf schickt Plantronics den Backbeat Pro 2 für 250 Euro, die Special Edition kostet 280 Euro - ein Aufpreis, der sich vor allem für Vielreisende lohnt, die Wert auf die passgenaue Transportbox legen. Damit ist der Kopfhörer rund 100 Euro günstiger als das Referenzmodell Quietcomfort 35 von Bose und bietet mit dem ANC-An-Aus-Schalter, der Durchzug-Taste und rund 4 Stunden längerer Laufzeit durchaus Kaufargumente.

Im Gegenzug ist die Transportbox des QC35 kompakter, ein Flugzeugadapter liegt dem Plantronics-Modell nicht bei. Außerdem ist der Backbeat Pro 2 rund ein Drittel schwerer, liegt etwas enger an und hat die kleineren Ohrmuscheln - heiß wird es nach einer Zeit unter beiden Modellen, der Quietcomfort ist aber etwas bequemer zu tragen. Wer damit leben kann, bekommt von Plantronics eine gute Bose-Alternative.

Quelle: n-tv.de