Technik

Leicht, kompakt, Vollformat Canon EOS RP macht Profi-Fotos günstig

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Die EOS RP ist Canons kleinste und leichteste Vollformatkamera.

(Foto: Canon)

Die EOS RP ist Canons neue spiegellose Vollformat-Kamera. Sie ist kompakt, leicht und fast so gut wie ihr großer Bruder. Kleine Abstriche müssen Käufer machen, dafür ist sie ein relativ günstiger Einstieg in die Vollformat-Fotografie.

Für Fotografen mit Profi-Anspruch und ambitionierte Hobby-Knipser sind Vollformatkameras das Nonplusultra. Das Problem: Die Spiegelreflex-Knipsen mit dem großen Sensor sind oft klobig und zusammen mit dem passenden Objektiv fast so teuer wie ein kleiner Gebrauchtwagen. Die spiegellosen Systemkameras von Sony, Nikon oder Canon sind zwar kompakter als Profi-Spiegelreflex-Modelle, aber auch hier müssen Käufer mehrere tausend Euro hinblättern. Jetzt hat Canon mit der EOS RP eine vergleichsweise günstige Alternative vorgestellt.

Kleine Schwester

Die EOS RP ist so etwas wie die kleine Schwester der EOS R, Canons erster Spiegelloser mit Vollformat-Sensor. Die hatte Canon im Herbst 2018 vorgestellt, nur kurz nach der Premiere von Nikons zwei spiegellosen Vollformatkameras Z6 und Z7. Die RP kommt jetzt als willkommene Ergänzung für alle, die es etwas kompakter und preiswerter mögen. Preiswert heißt freilich nicht billig, aber mit einem Verkaufspreis von rund 1500 Euro fürs Gehäuse ist die RP immerhin rund 1000 Euro günstiger als die R.

Die RP ist zwar fast genauso breit wie die R, spart in der Höhe aber einen guten Zentimeter und in der Tiefe fast anderthalb Zentimeter. Mit Abmessungen von 132,5 x 85 x 70 Millimeter ist sie eine der kompaktesten und leichtesten Vollformatkameras. Zudem wiegt sie mit 485 Gramm inklusive Akku und Speicherkarte fast ein Drittel weniger als die EOS R (660 Gramm). Zum Vergleich: Sonys Alpha 7 III wiegt 650 Gramm und misst 126,9 x 95,6 x 73,7 Millimeter.

Der CMOS-Sensor hat mit 36 x 24 Millimetern die gleichen Maße wie bei der RP, aber eine geringere Auflösung. Wo die große Schwester 30,3 Megapixel schafft, bringt es die RP auf 26,2 Megapixel. Das muss aber nicht von Nachteil sein, denn weniger Pixel auf der Sensorfläche bedeuten oft auch weniger Bildrauschen bei Aufnahmen im Dunkeln.

Abstriche für Videofilmer

Die ISO-Empfindlichkeit geht bis 40.000 und lässt sich wie bei der RP auf 102.400 erweitern. Die RP macht Reihenaufnahmen mit bis zu 5 Bildern pro Sekunde (die EOS R schafft 8 Bilder), stellt laut Canon binnen 0,05 Sekunden scharf und knipst JPG-Serienbilder ohne Aufnahmestopp. Für Videofilmer bietet die EOS RP 4K-Aufnahmen mit bis zu 25 Bildern pro Sekunde (fps), Full-HD-Filme werden mit bis 60 fps aufgenommen. Die größere R schafft 4K-Videos mit 30 fps.

Der elektronische Sucher hat ein OLED-Display mit 0,39 Zoll Diagonale und 2,36 Millionen Bildpunkten, dazu gibt es ein 3 Zoll großes, dreh- und schwenkbares Touch-Display. Der Sucher ist bei der R etwas größer, das Display hat die gleichen Maße. Den Autofokus-Punkt können Fotografen per Touchdisplay auswählen oder direkt über den elektronischen Sucher mittels Augenerkennung. Bilder überträgt die Kamera standesgemäß drahtlos via WLAN und Bluetooth.

Neue Linsen

Weil das EOS-R-System noch relativ neu ist, gibt es bisher nur wenig passende Objektive. Wer bereits andere Canon-Kameras besitzt, kann seine alten Linsen mittels Adapter an die R-Reihe anschrauben. Neben der RP kommen 2019 aber auch sechs neue Objektive auf den Markt: die besonders lichtstarke Festbrennweite RF 85 mm F1.2L USM sowie eine Variante mit "Defocus Smoothing" für ein besonders schönes unscharfes Vorder- und Hintergrundbokeh, das Standardzoom RF 24-70 F2.8L IS USM, das lichtstarke Weitwinkelzoom RF 15-35 mm F2.8L IS USM, das ebenfalls lichtstarke Telezoom RF 70-200 mm F2.8L IS USM sowie das kompakte RF 24-240 mm F4-6.3 IS USM mit hohem Brennweitenbereich.

Bis auf die Festbrennweite kommen alle Objektive mit Bildstabilisierung - bei Canon-Kameras steckt diese Technik in der Linse und nicht im Gehäuse. Damit gibt es nun insgesamt 9 Linsen für das RF-System, mit denen Canon die wichtigsten Brennweiten, Lichstärken und Aufnahmezwecke abdeckt.

Quelle: n-tv.de, jwa

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