Technik

Canon EOS R und Nikon Z7/Z6 Warentest prüft Konkurrenten der Sony Alpha 7 III

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Die Nikon Z7 erhielt von Stiftung Warentest eine bessere Gesamtnote als die Sony Alpha 7 III.

(Foto: Nikon)

Bei Stiftung Warentest müssen die neuen spiegellosen Vollformatkameras von Canon und Nikon zeigen, ob sie die Sony Alpha 7 III schlagen können. Tatsächlich erhalten zwei Kameras eine bessere Gesamtnote als die bisherige Spitzenreiterin.

Sonys spiegellose Alpha 7 III war im vergangenen Sommer die einzige Systemkamera mit Vollformatsensor bei Stiftung Warentest, die die Gesamtnote "Sehr gut" erreichen konnte. Vor allem die Qualität ihrer Fotos ist überragend.

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Die Sony Alpha 7 III macht die besten Fotos und ist die günstigste Kamera des Spitzentrios.

(Foto: Sony)

Mit dem günstigen Kit-Objektiv (FE 28-70 OSS) machte sie im Test Bilder mit automatischen Einstellungen, die die Prüfer mit der Note 1,2 bewerteten. Mit manuellen Einstellungen erhielt die Alpha 7 III sogar eine 1,1 und auch Videos wurden mit der Note 1,5 "sehr gut" bewertet. Sucher und Monitor waren den Prüfern eine 1,1 wert. Lediglich bei der Handhabung musste sich die für rund 2440 Euro relativ günstige Vollformat-Kamera mit einer 2,0 begnügen.

Fast den Trend verschlafen

Die Top-Bewertung war nur ein weiterer Beweis dafür, dass spiegellose Systemkameras den Spiegelreflexkameras den Rang ablaufen. Das beste Gerät mit dieser Technik belegte bei Warentest nur den vierten Platz. Nikon und Canon wollten diesen Trend lange nicht wahrhaben und ließen sich sehr viel Zeit, bevor sie im vergangenen Sommer und Herbst ebenfalls Vollformatkameras ohne Spiegel auf den Markt brachten: Nikon stellte die Z6 und die Z7 vor, Canon die EOS R. Können sie mit der Alpha 7 III mithalten oder sie vielleicht sogar schlagen? Stiftung Warentest hatte jetzt auch die Nachzügler im Prüflabor und ein direkter Vergleich ist möglich.

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Die Canon EOS R ist "gut", aber nicht "sehr gut".

(Foto: Canon)

Die Canon-Kamera ist mit einem mittleren Preis von rund 3500 Euro deutlich teurer als die Alpha 7 III, kann aber in Kombination mit dem Set-Objektiv (RF 24-105 L IS USM) nicht ganz mithalten, Warentest verlieh der Kamera die Gesamtnote 1,7. Bilder im Automatik-Modus wurden mit 1,4, Fotos mit manuellen Einstellungen mit 1,8 bewertet. Videos erhielten die Note 1,7, Sucher und Monitor ein "Sehr gut" (1,4). Für die Handhabung vergaben die Prüfer eine glatte 2.

Teuerste Kamera knapp vorne

Mit der Gesamtnote 1,4 kann sich die stolze 4300 Euro teure Nikon Z7 in Kombination mit dem Kit-Zoom (Nikkor Z 24-70 S) als Testsieger fühlen. Ob dies ein Fotograf auch so sieht, hängt davon ab, was ihm besonders wichtig ist. Sind es Fotos, bleibt Sonys Kamera vorne. Denn in dieser Kategorie gab Warentest der Z7 die Noten 1,4 (automatisch) und 1,6 (manuell), wobei Automatik-Aufnahmen mit 40 Prozent einen deutlich höheren Anteil an der Gesamtnote haben als mit manuellen Einstellungen gemachte Bilder (10 Prozent).

Für Videos gab es eine glatte 1 (10 Prozent), Sucher und Monitor (10 Prozent) fanden die Tester sogar so gut, dass sie zur 0,9 griffen. Den Testsieg sicherte sich die Nikon Z7 letztendlich aber mit einer 1,5 für die Handhabung, die Warentest mit 30 Prozent gewichtet.

Günstigere Nikon ebenbürtig

Aber die Z7 ist nicht alleiniger neuer Spitzenreiter und Nikon-Fans müssen auch nicht unbedingt so viel Geld ausgeben. Denn die mit rund 2900 Euro deutliche günstigere Z6 erreichte ebenfalls die Gesamtnote 1,4 und lässt die mit einem leistungsfähigeren Sensor ausgestattete Z7 bei manuell geschossenen Fotos mit der Note 1,2 sogar hinter sich. Für den Auto-Modus erhielt sie eine 1,7, die Handhabung wurde mit 1,2 ebenfalls besser als bei der teuren Schwester bewertet. Für Videoaufnahmen, Sucher und Monitor erhielt die Z6 von Warentest die gleichen Noten wie die Z7.

Interessant ist, dass die Kameras mit zusätzlich eingesetzten Festbrennweiten kaum bessere Fotos als mit den Kit-Objektiven machten, obwohl diese oft ein schlechtes Image haben.

Quelle: n-tv.de, kwe

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