Technik

Apples neues Betriebssystem Das bringt macOS Monterey

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In Facetime kann man jetzt gemeinsam Videos anschauen und darüber chatten.

(Foto: Apple)

Das neue Betriebssystem für Apple-Computer ist fertig und steht in wenigen Tagen zum Download bereit. Viele Neuerungen ähneln denen von iOS 15. Teilen und Zusammenarbeit stehen im Mittelpunkt, die Produktivität kommt auch nicht zu kurz. ntv.de stellt die wichtigsten neuen Funktionen vor.

Ab dem 25. Oktober können Besitzer eines kompatiblen Mac-Rechners das neue Betriebssystem macOS Monterey herunterladen und installieren. Da es auf macOS Big Sur aufbaut, steht es für sehr viele Apple-Computer bereit. Dazu gehören beispielsweise MacBook Air und MacBook Pro ab Baujahr 2015 oder iMacs, die Ende 2015 auf den Markt kamen. Wie schon der Vorgänger übernimmt macOS Monterey etliche Neuerungen von iOS 15, iPhones, iPads und Macs arbeiten noch enger zusammen.

Viele neue Facetime-Funktionen

- Das beste Beispiel dafür ist Facetime, um das sich Apple beim Update besonders intensiv gekümmert hat. Wie auf den iOS-Geräten können Nutzer jetzt chatten, während sie gemeinsam einen Film anschauen oder Musik hören. Apple schafft sozusagen ein virtuelles Wohnzimmer. Man kann außerdem seinen Bildschirm teilen, um gemeinsam zu arbeiten oder zu spielen. "Shareplay" ist allerdings am 25. Oktober noch nicht an Bord, sondern soll "später im Herbst" verfügbar sein.

- Wie bei iOS 15 hört man bei Gruppen-Chats die Stimmen aus der Richtung, wo sie auf dem Display angezeigt werden. In der Rasteransicht werden die Teilnehmer hervorgehoben, die gerade sprechen, die Stimmisolation minimiert dabei Hintergrundgeräusche. Bei neuere Macs mit M1-Chip können Nutzer den Hintergrund im Video weichzeichnen lassen, alle anderen müssen das Zimmer aufräumen.

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Android- und Windows-Nutzer dürfen mit ihren unattraktiven Geräten wenigstens per Browser an einer Facetime-Konversation teilnehmen.

(Foto: Apple)

- Damit Mac-Besitzer nicht auf plattformübergreifende Software wie Skype oder Zoom zugreifen, dürfen sie ausnahmsweise auch Android- und Windows-Nutzer per Link zu einem Facetime-Chat per Browser einladen. Der offizielle Grund: So bleiben Anrufe durchgehend verschlüsselt.

- Auch das kennt man von iOS 15: Über Nachrichten geteilte Links, Bilder und andere Inhalte sieht man jetzt in Fotos, Safari, Apple Podcasts oder Apple TV unter "Mit dir geteilt". Und wie auf iPhones und iPads werden in Nachrichten mehrere Fotos als Collage oder gestapelt angezeigt.

Safari ordnet Tabs neu

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Kompakte Tabs sparen in Safari Platz.

(Foto: kwe)

- Der Safari-Browser bekommt mit macOS Monterey die Option einer kompakten Tab-Leiste, die weniger Platz wegnimmt. Das heißt, die Tabs werden links oder rechts des Eingabefensters angezeigt statt in einer eigenen Leiste. Die neue Ansicht kann man in den Safari-Einstellungen unter Tab-Layout aktivieren.

- Tab-Gruppen lassen sich jetzt einfach erstellen und benennen. Man kann sie per E-Mail verschicken, über ein gemeinsames Konto synchronisieren sie sich zwischen Apple-Geräten automatisch.

Fokussiert bleiben

- In der Menüleiste findet man nach dem Update im Kontrollzentrum (Schnelleinstellungen) unter Nicht stören die Möglichkeit, Fokusse für bestimmte Situationen auszuwählen oder neu zu bestimmen. Man kann unter anderem Zeiten oder Ausnahmen für Benachrichtigungen einstellen. Dabei kann man auch festlegen, ob Absender einer Nachricht sehen können, dass man einen Fokus nutzt. Der Status wird über alle verwendeten Apple-Geräte synchronisiert.

- Macs und iPads können sich nach der Aktualisierung eine Tastatur mit Maus oder Trackpad teilen. Bei neueren Geräten kann man nicht nur den Cursor zwischen den Displays hin und herbewegen, sondern auch Inhalte. Dieses Feature wird ebenfalls im Laufe des Herbsts nachgeliefert.

- Ein neueres Gerät muss man auch haben, wenn man Videos, Spiele, Musik oder andere Inhalte vom iPhone via Airplay auf einen Mac-Rechner streamen möchte.

- Alle Macs haben ab 25. Oktober die Möglichkeit, Text in Bildern direkt zur Verfügung zu stellen. Das heißt, man kann beispielsweise auf einem Plakat gezeigte Telefonnummern anrufen oder Adressen in Karten öffnen.

Schnellnotizen fast überall

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So sieht das schlichte Schnellnotiz-Fenster aus.

(Foto: kwe)

- Fans der Notizen-App werden sich freuen, dass macOS Monterey Schnellnotizen bringt. Man ruft sie über die Tastenkombination fn+Q auf oder fährt mit dem Cursor in die Fenster-Ecke rechts unten.

- Man kann die sogenannte "aktive Ecke" für die Schnellnotiz auch in den Systemeinstellungen neu positionieren. Dazu klickt man unter Mission Control auf Aktive Ecken und wählt eine der vier Möglichkeiten aus.

- In unterstützten Apps kann man Links zu Schnellnotizen hinzufügen. Auf synchronisierten Geräten findet man sie in der Notizen-App und kann sie dort auch bearbeiten.

- Bei geteilten Notizen sieht man jetzt in der neuen Ansicht "Aktivität", was andere hinzugefügt haben. An dieser Stelle ist es auch möglich, einem Mitglied eine Mitteilung zu schicken.

- Schließlich helfen unter macOS Monterey Tags in Notizen nicht den Überblick zu verlieren. Um einer Notiz ein Tag hinzuzufügen, gibt man # plus Tag-Namen ein oder man wählt einen Begriff aus Vorschlägen der Tastatur aus.

- In der Übersicht genügt es auch auf einen Eintrag rechts zu klicken, um ein bereits bestehendes Tag anzufügen. Man kann auch mehrere Notizen auswählen und sie nach einem Rechtsklick gleichzeitig mit Tags versehen.

Geliebte oder ignorierte Kurzbefehle

- Mit dem neuen Betriebssystem kommen jetzt auch Kurzbefehle auf den Mac. Manche iOS-Nutzer lieben die App, weil sie ein mächtiges Werkzeug zur Automatisierung ist, andere ignorieren sie, weil sie sie zu kompliziert finden. Es lohnt sich aber, der Funktion eine Chance zu geben.

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Mit Kurzbefehlen kann man sich stundenlang beschäftigen.

(Foto: kwe)

- Grundsätzlich kann man hier mehrere Aktionen zusammenfassen und mit einem Klick aufrufen oder man verknüpft Aktionen nach dem Prinzip "wenn dann". Am einfachsten ist es mit Vorschlägen zu beginnen, bevor man mit dem Editor eigene Kurzbefehle erstellt. Für iOS 15 hat Apple dazu bereits eine Anleitung veröffentlicht, für macOS Monterey sollte bald eine eigene folgen.

Wo ist der Bus?

- In der Karten-App sehen Besitzer eines Macs mit M1-Chip jetzt bei einigen Weltmetropolen mehr Details und können sich in der 3D-Ansicht Sehenswürdigkeiten näher betrachten. Das Gleiche gilt für den interaktiven Globus. Wichtiger ist, dass auf allen Macs eine überarbeitete ÖPNV-Karte auch wichtige Busstrecken anzeigt. Außerdem kann man mit einem Klick die Abfahrtszeiten aller Haltestellen von Bussen und Bahnen in der Nähe sehen.

Mehr zum Thema

- macOS Monterey bietet eine systemweite Übersetzung an. Das bedeutet, man kann in Apple-Apps und anderen kompatiblen Anwendungen Text markieren und nach einem Rechtsklick übersetzen. Das klappt auch mit in Fotos angezeigtem Text.

- Ein neuer Stromsparmodus verlängert die Laufzeit von MacBooks und MacBook Pros ab Baujahr 2016. Um ihn zu aktivieren, klickt man in der Menüleiste auf das Batterie-Symbol und dann auf Systemeinstellung "Batterie". Dort setzt man dann ein Häkchen vor Stromsparmodus.

Quelle: ntv.de

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