Technik

Shokz OpenFit ProDiese offenen Ohrhörer bieten tatsächlich effektives ANC

13.01.2026, 18:05 Uhr Icke-im-WaldVon Klaus Wedekind
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Shokz OpenFit Pro Test (1 von 2)
Das Ladecase ist größer und schwerer als bei In-Ears. (Foto: kwe)

Die Shokz OpenFit Pro sind offene Ohrhörer, die nicht nur bequem und luftig sitzen und richtig gut klingen. Sie bieten auch eine relativ wirksame aktive Geräuschunterdrückung. Die Frage ist nur, ob dies im Alltag einen großen Unterschied macht.

Menschen, die Ohrhörer nicht ertragen können, die den Gehörgang abschließen, mussten lange Zeit akzeptieren, dass es für sie nur Alternativen mit magerem Klang, geschweige denn mit effektiver aktiver Geräuschunterdrückung (ANC) gab. In den vergangenen Jahren haben sich die offenen Ohrhörer aber stetig weiterentwickelt und bieten inzwischen teilweise eine erstaunlich hohe Ton-Qualität. Pionier Shokz bringt jetzt für knapp 250 Euro sogar ein Headset mit ANC heraus. ntv.de hat die OpenFit Pro ausprobiert.

Hochwertig und sehr bequem

Das grundsätzliche Design ist seit den ersten OpenFit unverändert geblieben. Die hochwertigen Ohrhörer mit Aluminiumgehäuse werden von mit Silikon verkleideten elastischen Stahlbügeln direkt vor dem Gehörgang gehalten, ohne ihn abzuschließen. Mit jeweils 12,3 Gramm sind die OpenFit Pro schwerer als In-Ears. Aber da die Akkus in den Enden der Bügel sitzen, wird das Gewicht verteilt und die gut ausbalancierten Ohrhörer sind auch über längere Zeit kaum zu spüren.

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Die OpenFit Pro sitzen ausgesprochen angenehm am Ohr. (Foto: Shokz)

Durch den sicheren und bequemen Sitz sind die OpenFit Pro optimale Sportpartner. Da sie nach IP55 nur gegen Schweiß und Regen geschützt sind, sind sie aber nicht zum Schwimmen geeignet. Für kleinere Ohren liefert Shokz Silikonaufsätze mit, die man an die Innenseite der Bügel klemmen kann.

Das Ladecase ist dem Formfaktor der Ohrhörer geschuldet größer als bei In-Ears, es passt gerade so auf einen Handteller . Mit rund 100 Gramm ist die Box auch vergleichsweise schwer. Sie kann über USB-C und induktiv geladen werden.

Unkomplizierte Steuerung, toller Klang

Die Steuerung der OpenFit Pro ist so unkompliziert, wie man es sich wünscht: An den Oberseiten der Ohrhörer befinden sich am Überganz zu den Bügeln leicht auszumachende physische Tasten, die man ein-, zwei- oder dreimal drückt und gegebenenfalls gedrückt hält (Lautstärke/ANC an oder aus). Die genaue Belegung der Knöpfe kann man in den Einstellungen der Shokz-App individuell festlegen. Eine Trageerkennung pausiert und startet die Wiedergabe automatisch, wenn ein Ohrhörer herausgenommen oder wieder eingesetzt wird.

Shokz OpenFit Pro Test (2 von 2)
Für besseren Sitz bei kleinen Ohren liefert Shokz Silikonaufsätze für die Bügel mit. (Foto: kwe)

Der Ton der OpenFit Pro ist für offene Ohrhörer ausgezeichnet. Sie bieten auf einer breiten, angenehm luftigen Stereobühne exzellente Mitten, die das Klangbild deutlich beherrschen. Die Höhen sind klar und detailreich und verzerren auch bei hohen Lautstärken nicht.

Eine echte Überraschung sind die deutlich wahrnehmbaren Bässe. Sie sind auch bei älteren Songs präsent und haben bei modernen Produktionen einen ordentlichen Wumms. Ein wenig fehlt ihnen im Vergleich zu In-Ears Druck und Tiefgang, aber das wäre auch zu viel von offenen Ohrhörern verlangt.

Dolby Atmos und geringe Latenz

Ebenso ist es kein Manko, dass sie keine hochauflösenden Codecs unterstützen, man würde den Unterschied nicht hören können. Mit Bluetooth 6.1 ist die Verbindung sehr stabil, und die OpenFit Pro können gleichzeitig mit zwei Geräten gekoppelt sein. Auracast, das bereits mit Bluetooth LE eingeführt wurde, beherrschen die Ohrhörer leider nicht.

Aber sie unterstützen Dolby Atmos und Kopf-Tracking, was speziell bei Filmen und Serien zur Geltung kommt. Die Latenz ist dabei niedrig genug, um beispielsweise keine Verzögerung zwischen Lippenbewegungen und Ton zu hören. Man kann sie in der App aber auch noch optimieren, wenn es darauf ankommt, etwa beim Gaming.

Die übersichtliche Shokz-Anwendung bietet außerdem einen Equalizer mit verschiedenen Modi, aber auch individuellen Einstellungen. Hat man einen Ohrhörer verloren, aber es besteht noch eine Bluetoothverbindung, kann man ihn einen Ton abspielen lassen, um ihn wiederzufinden.

ANC gut bei tiefem Rauschen und Brummen

Die aktive Geräuschunterdrückung ist nicht mit der von guten In-Ears zu vergleichen, aber der Effekt ist deutlich wahrnehmbar. Im Test war das ANC unter anderem in der Lage, das Rauschen eines Luftreinigers zu reduzieren. Dabei ist es speziell in tieferen Frequenzen wirksam. Das hört man auch im Zug oder Auto, ebenso wird das Verkehrsbrummen an geschlossenen Fenstern gedämpft. Läuft Musik, macht das ANC aber kaum noch einen Unterschied.

Bei Telefonaten ist die Geräuschunterdrückung für Gesprächspartner sehr wirksam, sie hören kaum etwas von der Umgebung. Man selbst bekommt aber alles mit.

Einen großen Unterschied macht ANC bei der Laufleistung. Ist es aktiviert, halten die OpenFit Pro bis zu sechs Stunden durch, ohne doppelt so lange. Die Reserven der Box erhöhen die Ausdauer auf insgesamt 50 oder 24 Stunden. Nach zehn Minuten im Case können die Ohrhörer ohne ANC wieder rund vier Stunden Musik wiedergeben.

Fazit

Die OpenFit Pro begeistern vor allem durch ihren für offene Ohrhörer ausgezeichneten Klang und ihren hohen Tragekomfort. Auch die Ausdauer ist mit und ohne ANC beachtlich. Die aktive Geräuschunterdrückung hat einen kleinen, aber feinen Effekt, der im Alltag allerdings keinen großen Unterschied macht.

Quelle: ntv.de

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