Dangbei DBOX02 Pro ausprobiertDieser 4K-Beamer bietet viel für wenig Geld
Von Klaus Wedekind.webp)
Der Dangbei DBOX02 Pro ist ein preisgünstiger, aber leistungsstarker kompakter Google-TV-4K-Beamer. Mit integriertem Gimbal-Standfuß und automatischer Anpassung ist er flexibel und unkompliziert einsetzbar. Im Praxistest gefällt auch seine helle und scharfe Darstellung sowie sein relativ geringer Stromverbrauch.
Hochwertige 4K-Laserbeamer mit Smart-TV-Funktionen waren lange so teuer, dass viele Nutzerinnen und Nutzer lieber auf herkömmliche TV-Geräte setzten. Doch inzwischen sind die Preise so niedrig, dass die Projektoren Fernseher nicht nur ersetzen können, sondern auch zusätzliche Vorteile bieten. Dazu gehört neben einer großflächigen Darstellung der mobile Einsatz. Ein sehr gutes Beispiel dafür ist der Dangbei DBOX02 Pro, der für rund 1200 Euro erhältlich ist. Im Praxistest von ntv.de hat er viele Stärken und nur ein paar kleinere Schwächen gezeigt.
Kompakt und sehr flexibel
Der Beamer ist mit 24,7 × 26,3 × 21,6 cm kompakt und mit 4,8 kg nicht besonders schwer. So kann man ihn auch ohne Tragegriff mühelos transportieren und findet normalerweise leicht einen Platz, um ihn aufzustellen. Vereinfacht wird die Suche durch einen integrierten Gimbal-Standfuß. Auf ihm lässt sich der DBOX02 Pro um 360 Grad drehen sowie um 120 Grad neigen, wobei er jede Position stabil hält. Eine Gummischicht am Boden verhindert, dass er verrutscht, und schützt die Oberfläche von Möbeln vor Kratzern. Wenn man möchte, kann man den Beamer auch mit einer entsprechenden Halterung kopfüber von der Decke hängen lassen.
Bis auf den Standfuß sieht der neue Dangbei-Projektor grundsätzlich wie sein 2024 erschienener Vorgänger DBOX02 aus. Doch der Hersteller hat auch die Technik weiterentwickelt. Unter anderem hat der Pro eine neue Lichtquelle mit rot-blauem Dual-Laser namens LaserVibe. Sie soll nicht nur eine besonders helle, farbgenaue und rauschfreie Darstellung ermöglichen, sondern auch bis zu 30.000 Betriebsstunden durchhalten.
Schnelle und einfache Einrichtung
Die Einrichtung ist wie gehabt unkompliziert und schnell erledigt, prinzipiell muss man lediglich den angezeigten Anweisungen folgen. Einstellungen nimmt der Projektor dabei nicht komplett automatisch vor, aber fast. Zu Beginn stellt er nur das Bild über seinen Autofokus scharf. Bei einem nicht frontal zur Projektionsfläche aufgestellten Gerät muss man bei der weiteren Einrichtung zunächst mit einer schiefen Darstellung leben.
Danach kann man aber mit der sekundenschnell gekoppelten Fernbedienung per Tastendruck auch ein verzerrtes Trapez automatisch angleichen lassen. Auf Wunsch passt er obendrein das Bild an eine Leinwand an, verschiebt es, falls Hindernisse an einer Wand im Weg sind, oder stellt zum Schutz der Augen die Laser ab, wenn eine Person vors Objektiv läuft. Bei Bedarf sind auch manuelle Anpassungen möglich, im Test war das aber nicht nötig.
Smart-TV mit RTL+ und mehr
Nach dem Start kann man festlegen, ob man Google TV sofort oder eventuell erst später nutzen möchte. Das lässt sich am einfachsten über die Google-Home-App mit einem Smartphone in wenigen Minuten bewerkstelligen. Nutzt man die Funktion, funktioniert der Beamer wie ein Smart-TV, wobei ein ausreichend starker Chip eine schnelle Bedienung ermöglicht.
Während der Einrichtung kann man unter anderem bereits Netflix, Youtube oder Prime Video installieren. Für sie gibt es auf der Fernbedienung auch eigene Tasten, um die Apps direkt zu starten. RTL+, Mediatheken, Spiele und viele andere Anwendungen findet man im App-Store. Außerdem kann man über die integrierte Chromecast-Funktion vom Smartphone und anderen Geräten Inhalte streamen
Viele Anschlussmöglichkeiten
Um den Dangbei DBOX02 Pro mit einer externen Quelle als reinen Projektor zu nutzen, hat man mehrere Möglichkeiten. Auf der Rückseite hat der Projektor zwei USB-A-Buchsen (USB 2.0), einen HDMI-2.1-Anschluss und einen HDMI-eARC-Eingang. Außerdem kann er über ein optisches Kabel verbunden werden. Die LAN-Buchse dient zum Anschluss eines Ethernet-Kabels, falls eine WLAN-Verbindung (WiFi 6/2,4 oder 5 GHz) nicht möglich oder zu schwach ist. Überdies gibt’s auf der Rückseite eine Kopfhörerbuchse.
Für den Test hat ntv.de das Bild mit der von Dangbei empfohlenen Bilddiagonale von 100 Zoll bei einem Abstand von 2,8 m auf eine Leinwand geworfen. Über 150 Zoll (4,2 m) lässt die Qualität sichtbar nach, der Hersteller empfiehlt auch, nicht unter 80 Zoll (2,2 m) zu gehen.
Tolles Bild
Bei 100 Zoll ist das Bild für einen Beamer dieser Preisklasse ausgezeichnet, er unterstützt HLG, HDR10 und HDR10+. Die Darstellung ist knackig scharf, die Farben sind kräftig, aber natürlich. Die Schwarzwerte können Beamer-üblich nicht mit denen von Fernsehern mithalten, die Kontraste sind aber relativ knackig.
Beim Bild hat man neben manuellen Anpassungen die Wahl zwischen mehreren Modi. Meistens ist die Standardeinstellung ideal, bei Videos kann sich der Film-Modus auszahlen, ein 3D-Modus ist ebenfalls an Bord. Für Spiele gibt es Voreinstellungen mit besonders niedriger Latenz, wenn eine Konsole über HDMI verbunden ist.
Dabei gewährleistet der DBOX02 Pro auch eine besonders flüssige Darstellung, indem er bei 4K eine Bildwiederholfrequenz von 120 Hertz (Hz) unterstützt. Bei Full-HD-Inhalten erreicht er sogar 240 Hz. Zusätzlich hilft eine Technik namens MEMC (Motion Estimation/Motion Compensation) für eine schlierenfreie Darstellung, indem sie Zwischenbilder berechnet und einfügt.
Hell, aber leise und genügsam
Die maximale Helligkeit des Beamers beträgt 2000 ISO-Lumen. Um sie abzurufen, muss man "Hohe Leistung" einstellen, wobei der Lüfter allerdings unangenehm laut wird. Ansonsten stört er eigentlich nie, auch wenn man die Helligkeit auf Stufe 10 stellt, die etwas unter 2000 ISO-Lumen liegt. Dann kann man mit dem Projektor auch in kaum oder gar nicht abgedunkelten Räumen Filme genießen, solange nicht die Sonne durchs Fenster scheint. Meistens genügt dafür sogar der Standard-Modus, bei dem der DBOX02 Pro mit rund 108 W erfreulich wenig Strom schluckt.
Wenn ntv.de im mäßig abgedunkelten Zimmer der Automatik die Helligkeit überließ, sank der Verbrauch auf rund 60 W. Dann war das Bild aber etwas zu dunkel. Der Öko-Modus erwies sich als die bessere Option, wobei bei knapp 80 W die Bildqualität fast so hoch wie mit den Standard-Einstellungen war. Im Standby-Modus ist der Projektor mit weniger als 2 W ebenfalls genügsam.
Gefallen findet auch der Klang der beiden 12-W-Lautsprecher des DBOX02 Pro, die unter anderem Dolby Audio unterstützen. Sie bieten gute Bässe, saubere Mitten und klare Höhen. Aber Lautsprecher am Beamer sind selten ideal, da ihr Ton nicht aus Richtung des Bildes strahlt. Dafür ermöglicht der Projektor, Soundbars et cetera über Bluetooth 5.2 LE zu verbinden. Dabei gab es im Test keine störende Verzögerung zwischen Bild und Ton.
Fazit
Für 1200 Euro bietet der Dangbei DBOX02 Pro ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis. Er ist vielseitig wie ein Smart-TV, aber wesentlich kompakter und flexibler. Seine Darstellung ist erstaunlich gut, auch die Helligkeit hat im Test für diese Preisklasse kaum Wünsche offen gelassen.
