HushJet Mini Cool ausprobiertDyson-Handventilator kühlt mit mächtig steifer Brise
Von Klaus Wedekind.webp)
Der Dyson HushJet Mini Cool ist ein kleiner, aber äußerst leistungsfähiger Mini-Turmventilator, der in der Hand, um den Hals oder auf dem Tisch effektiv kühlt. Im Praxistest überrascht seine hohe Leistung und eine Wirksamkeit bereits auf niedrigster Stufe. Der Name ist allerdings wie der Preis etwas übertrieben.
Bereits früh im Jahr wurden am vergangenen Pfingstwochenende in ganz Europa Rekordtemperaturen, teilweise weit über 30 Grad gemessen. Die Sommermonate kommen erst noch und uns erwarten vermutlich noch etliche Hitzetage. Da ist es gut, wenn man eine Möglichkeit, sich abzukühlen, ständig parat haben kann. Das kann beispielsweise der neue Dyson HushJet Mini Cool sein, ein Mini-Turmventilator für alle Fälle. Im Praxistest von ntv.de hat er fast vollständig überzeugen können. Neben seinem hohen Preis von knapp 100 Euro hat er aber einen weiteren kleinen Nachteil, der die Einsatzmöglichkeiten einschränkt.
Äußerst kompakt und leicht
Viel kompakter als der HushJet Mini kann ein effektiver Handventilator kaum sein: Das Gerät ist ohne Standfuß rund 17,5 cm hoch und sein zylinderförmiges Gehäuse hat einen schlanken Durchmesser von 3,8 cm. Mit einem Gewicht von 212 g wiegt es etwa so viel wie ein Smartphone, womit es auch kaum zur Last fällt.
Das Design mit blumenförmiger Düse ist nicht völlig neu. Wenn man auf der Produktseite des Mini-Ventilators nach unten scrollt, findet man das Vorbild, den Luftreiniger HushJet Purifier Compact HJ10. Der deutlichste Unterschied ist allerdings ein um 360 Grad drehbarer Kopf, der den Luftstrom nicht nur senkrecht nach oben, sondern angewinkelt auch in andere Richtungen richten kann.
Leider pustet er starr immer leicht nach oben. Wenn er auf dem Schreibtisch steht kann man daher nur beeinflussen, welcher Bereich gekühlt wird, indem man den Abstand verändert. Möchte man keine trockenen Augen bekommen, muss das Gerät beispielsweise sehr nahe am Körper sein.
Kühles Kinn bewahren
Die Einstellung, in der der Ventilator nach oben bläst, ist vor allem für den Einsatz an einem mitgelieferten Gurt gedacht, mit dem man ihn um den Hals tragen kann. Durch ein breites, gepolstertes Nackenband und das geringe Gewicht ist das ziemlich bequem, kann beim Gehen auf Dauer aber etwas scheuern.
Dyson liefert außerdem einen aufsteckbaren Standfuß mit, mit dem das Gerät stabil und rutschfest auf Tischen steht. Wenn der HushJet Mini Cool nicht gebraucht wird, verschwindet er in einer Transporttasche, die ebenfalls zum Lieferumfang gehört. Sie schützt vor allem vor Kratzern, ansonsten hält der hochwertig verarbeitete Mini-Ventilator wahrscheinlich einiges aus. Weiteres Zubehör ist optional erhältlich, beispielsweise eine Universalhalterung.
Enorm leistungsfähig
Für die Bedienung benötigt man kaum keine Anleitung. Der Mini-Ventilator hat einen Ein-/Aus-Schalter sowie eine Wippe, über die man die Stärke des Luftstrahls in fünf Stufen regeln kann. Hält man auf die Plus-Taste gedrückt, gibt der Kleine alles, was laut Dyson eine Luftgeschwindigkeit von 25 Metern pro Sekunde (m/s) oder 90 km/h ist. Dabei dreht sich der Motor mit bis zu 65.000 Umdrehungen in der Minute (U/min).
Das dürfte kaum übertrieben sein, denn im ntv.de-Test ließ sich in dieser Einstellung eine 5-Cent-Münze über eine Tischplatte treiben, die sogar kurz abhob. Der Boost-Modus ist aber höchstens in Notfällen nötig - auf großen Abstand funktioniert er ja nicht, da man die Taste gedrückt halten muss.
Im Test genügte bei einer Zimmertemperatur von 27 Grad bereits die niedrigste Stufe für eine angenehme Kühlung auf Brusthöhe, wenn der Ventilator während der Arbeit am Schreibtisch etwa 30 cm entfernt stand. Eine Stufe höher kann der HushJet Mini Cool einen Meter entfernt sein. Dann hat man allerdings unter Umständen das Problem, dass er direkt ins Gesicht bläst. Entsprechendes gilt für die weiteren Stufen.
Gute Ausdauer
Der Mini-Ventilator ist also klar für den Einsatz in unmittelbarer Nähe zum Körper gedacht. Hält man ihn dabei in der Hand, muss man darauf achten, nicht die Ansaugöffnungen zu verdecken. Hängt das Gerät vor der Brust, erhält man an dieser Stelle eine Extra-Kühlung. Im Test war dies daher klar die angenehmste Art, den HushJet Mini Cool zu nutzen.
Das kann man stundenlang tun, denn das Gerät hält mit seinem 5000-Milliamperestunden-Akku ziemlich lange durch. Auf Stufe 1 sind es bis zu sechs, bei maximaler Dauerleistung etwa eine Stunde. Man kann den Mini-Ventilator auch nutzen, während er geladen wird, dann allerdings nur auf niedrigster Stufe.
Ein leerer Akku ist in drei Stunden wieder voll. Den Ladestand zeigen die gleichen LEDs an, an denen man die eingestellte Stufe ablesen kann. Dazu muss das Gerät allerdings ausgeschaltet sein, womit man möglicherweise zu spät mitbekommt, dass dem Ventilator die Puste ausgeht.
Leise ist er nicht
Während dies kaum ein echter Nachteil ist, hat der Dyson HushJet Mini Cool eine echte Schwäche, die seine Einsatzmöglichkeiten einschränkt. Denn obwohl "Hush" dafür steht, dass der Mini-Ventilator sehr leise arbeitet, tut er dies nicht wirklich. Bereits auf Stufe 1 rauscht er wesentlich lauter als die Kühlung eines Laptops am Rande des Hitzekollaps. Laut Dyson beträgt die niedrigste Lautstärke 52 Dezibel (db).
Wenn man alleine ist, ist das möglicherweise kein Problem, in einem Großraumbüro nervt man damit möglicherweise die Kolleginnen und Kollegen, bei höheren Stufen ist dies definitiv der Fall. Bei Maximalleistung ist der HushJet Mini Cool so laut wie ein Staubsauger (72,5 db).
Fazit
Der Dyson HushJet Cool Mini ist ein enorm leistungsfähiger Mini-Ventilator, der auf dem Tisch, um den Hals oder in der Hand auch bei sehr hohen Umgebungstemperaturen effektiv kühlt. Er ist außerdem kompakt, leicht und relativ ausdauernd. Insofern ist er absolut empfehlenswert. Bevor man ihn kauft, sollte man aber überlegen, wo man ihn einsetzen möchte, denn leise arbeitet er nicht. Aktuell ist der Mini-Ventilator vergriffen, Dyson benachrichtigt Interessenten auf Wunsch, wenn er wieder erhältlich ist.