Technik

Halbkugel mit Schlafzimmerblick Echo Spot bringt Alexa ans Bett

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Auf dem Echo Spot kann man nach dem Aufwachen erstmal Nachrichten von n-tv anschauen.

(Foto: kwe)

Der Echo Spot ist ein kleiner, runder Lautsprecher mit Display und Amazons digitaler Assistentin Alexa an Bord. Die Halbkugel macht sich perfekt als smarter Wecker auf dem Nachttisch - wenn man das nötige Vertrauen hat.

Nachdem Amazon mit dem Echo Show im November bereits einen großen Alexa-Lautsprecher mit Display auf den deutschen Markt gebracht hat, ist jetzt auch dessen kleiner Bruder Echo Spot zu haben. Er ist im Prinzip eine etwa Grapefruit-große Halbkugel, die auf der flachen Seite unter einer Glasscheibe einen kreisrunden Touch-Bildschirm und eine Kamera hat. Ansonsten ist der Spot ein normaler Echo-Lautsprecher und auch die Sprachassistentin Alexa hat auf ihm keine besonderen Talente.

Touchscreen komfortabler als App

Seine Einrichtung ist allerdings wesentlich unkomplizierter als bei Echos ohne Bildschirm. Statt in der nach wie vor ziemlich unübersichtlichen App herumzufummeln, ist beim Spot über den Touchscreen alles schnell und einfach in ein paar Minuten erledigt. Im Alltag nutzt man den Touchscreen dann eigentlich nur noch, um ein paar gerätespezifische Einstellungen vorzunehmen - beispielsweise, wann das Display in den Nachtmodus gedimmt werden soll. Die grundlegenden Alexa-Funktionen oder Skills muss man auf der App einrichten, ansonsten nutzt man Sprachkommandos.

Im Gegensatz zu den Anfängen spricht man inzwischen auch gerne mit Alexa. Man muss nicht mehr so furchtbar umständlich formulieren und die Assistentin ist bei Variationen der erwarteten Befehle auch nicht mehr ganz so begriffsstutzig wie früher. Und es kommen immer mehr Dienste hinzu, die Alexa nützlicher machen. Man merkt, dass sie sich weiterentwickelt. So ist es jetzt beispielsweise leicht, einen Weckalarm mit Musik nach Wahl einzurichten. "Alexa, wecke mich morgen früh um 6 Uhr 45 mit Radio 1 vom RBB" genügt, um am nächsten Morgen zur richtigen Zeit mit dem Radio-Kanal aus dem TuneIn-Skill aufzuwachen. Alexa sucht bei unbestimmten Befehlen den passenden Skill selbst oder schlägt manchmal sogar einen vor, der noch nicht installiert wurde. Sie ist aber von Perfektion noch weit entfernt, beispielsweise ist es nicht so einfach einen Alarm für mehrere Tage oder Perioden einzurichten.

Aufwachen mit n-tv

Trotzdem macht sich der Echo Spot am besten als smarter Wecker auf dem Nachttisch neben dem Bett. So kann man auf dem Display bei einer Tasse Kaffee im Bett gemütlich Nachrichten von n-tv sehen, die Wetteraussichten oder Termine des Tages abrufen, die Einkaufsliste checken oder ein bisschen Musik hören.

Der Spot ist auch eher für kurze Distanzen gemacht. Auf größere Entfernung erkennt man auf dem Display mit nur 64 Millimetern Durchmesser fast nichts mehr, obwohl es eine hohe Auflösung hat und auch von der Seite gut ablesbar ist. Das gilt erst recht, wenn man die Videodarstellung per Sprachbefehl verkleinert hat, um kein rund beschnittenes Bild zu sehen. Außerdem ist der Klang der kleinen Halbkugel als Nachttisch-Berieselung akzeptabel, aber nicht unbedingt raumfüllend. Es sei denn, man verbindet einen besseren Lautsprecher per Kabel oder Bluetooth mit dem Spot. Am Verständnis hapert's aber nicht. Durch vier Fernfeld-Mikrofone versteht Alexa auch müde Richtung Decke gesäuselte Befehle noch problemlos.

Kamera-Auge gewöhnungsbedürftig

Man kann wie mit dem großen Echo Show auch mit dem Spot nicht nur Sprach-, sondern auch Videochats führen. Das ist zwar praktisch, aber dafür benötigt das Gerät eine Kamera auf der Vorderseite. Und das ist auf dem Nachttisch doch sehr gewöhnungsbedürftig. Auch wenn es keine logische Begründung dafür gibt und man sich den Spot ja nicht zugelegt hätte, wenn man Amazon nicht trauen würde, erwischt man sich, wie man die Kamera vom Bett wegdreht. Obwohl man sie wie das Mikrofon deaktivieren kann und ihre VGA-Qualität viel zu mies ist, um nachts etwas zu erkennen, wäre eine Abdeck-Klappe für die Kamera eine gute Idee gewesen.

Alles in allem kann der Echo Spot ein nettes Gimmick für den Nachttisch sein, wenn man grundsätzlich keine Alexa-Bedenken hat. Allerdings ist das Gerät mit einem Preis von 130 Euro ziemlich teuer. Der normale Echo ist 30 Euro günstiger, klingt viel besser und kann auch als Wecker dienen. Er sieht nur nicht so knuffig aus und hat kein Touch-Display. Wer interessiert ist, wartet am besten, bis Amazon mal wieder eine Aktion macht und seine Lautsprecher deutlich günstiger anbietet.

Quelle: ntv.de