Technik

Ein starkes Signal Eero-Mesh-Router - Power-Netz für alle?

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Die Eero Mesh-Router kommen ganz dekorativ daher.

(Foto: hpr)

Schlechtes WLAN in den eigenen vier Wänden ist eine Katastrophe. Viele Anbieter sind unterwegs, um diesem Problem beizukommen. Einer von ihnen ist Amazon mit seinem Eero-Mesh-Router. Aber taugt das Angebot des Onlineversandhändlers auch was?

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Jeder Eero-Router hat sein eigenes Netzteil.

(Foto: hpr)

Es gibt kaum etwas Schlimmeres, als wenn man in den eigenen vier Wänden an unterschiedlichen Stellen mieses Internet hat. Sprich, die Bandbreite, die laut Anbieter bis zu 50 Megabit pro Sekunde (Mbits/s) beträgt, hängt an einem Ende der Wohnung ganz erbärmlich in den Seilen. Sprich, im Kinder- oder Jugendzimmer ist der Stream oder gar der Einsatz der Playstation gefährdet. Bilder ruckeln vor sich hin, Down- und Uploads werden zu echten Dauerbrennern.

So oder ähnlich muss auch das Management von Amazon gedacht haben, als es vor gut einem Jahr die US-Firma Eero übernommen hat. Das Tech-Unternehmen gilt als Pionier der sogenannten Mesh-Technologie. Die spannt ein WLAN-Netz mit einheitlicher SSID (Namen) über Zugangspunkte, die miteinander kommunizieren. Endgeräte werden im Idealfall fast ohne Verzögerung von einer Station zur anderen weitergereicht und verlieren nie die Verbindung. Wie gut das mit dem Eero-Mash-WLAN-System klappt, hat ntv.de getestet.

140 Quadratmeter abgedeckt?

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Ein Eero soll mit seinem Signal eine Fläche von 140 Quadratmetern abdecken.

(Foto: hpr)

Die Stationen funken auf 2,4 und 5 Gigahertz (GHz). Der Eero-Router alleine soll damit das Signal auf einer Fläche von bis zu 140 Quadratmetern verteilen können. Das hört sich gut an, denn die etwas verwinkelte Altbauwohnung hat lediglich 87 Quadratmeter und knapp 109 Euro sollten dafür, dass man das leidige Ruckeln beim Stream aus dem Bild bekommt, gut investiert sein.

Die Installation jedenfalls ist kinderleicht. Bevor man loslegt, lädt man die Eero-App herunter und sichtet den Lieferumfang. Neben dem Router selbst gibt es ein Netzteil zur Stromversorgung, das über einen USB-C-Anschluss in der Box und natürlich in der Steckdose verschwindet. Über das ebenfalls mitgelieferte Ethernetkabel wird dann eine Verbindung zum Modem hergestellt. Keine Angst: Sollte der Slot bereits durch ein anderes Gerät wie zum Beispiel eine Sonos-Box belegt sein, kann die direkt an den Eero-Router angeschlossen werden. Zwei Gigabit-Ports mit automatischer Erkennung des WLAN/LAN-Netzwerks sind jedenfalls vorhanden.

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Die App führt durch die Installation der Eero-Router.

(Foto: hpr)

Wenn nun auch noch das Modem vorübergehend vom Strom getrennt wurde und die App geladen ist, kann die Installation losgehen. Hierzu meldet man einen Eero-Account an, verbindet den Router per Bluetooth mit dem Smartphone und folgt nun einfach den Anweisungen der App, beobachtet auf Wunsch die in unterschiedlichen Farben blinkende Leuchtdiode am Router und fertig ist der Lack. Hört sich einfach an? Ist es auch. Schnell noch den Sonos scharf geschaltet - auch das geht über die App - und schon kann die Musik wieder spielen.

Mit dem Dreisatz wird's besser

Aber nun zum wichtigsten Punkt. Dort, wo das Signal wegen der schon erwähnten Verwinkelungen und des dicken Mauerwerks am dünnsten war, steht auch die Playstation. Sie soll sich nun mit dem neuen Netzwerk, also dem Eero-Router verbinden. Der hat ja unterdessen sein eigenes Netz aufgebaut und durch den Nutzer auch einen Namen bekommen. Auch das geht problemlos. Am Ende der Einrichtung erfolgt durch die Playstation eine Systemprüfung. Aber was ist das? Das Signal ist nur unwesentlich besser als vorher. Das lässt das Gesicht lang werden und schnell an der Sinnfälligkeit des Ganzen zweifeln.

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Die Eeros an unterschiedlichen Standorten bekommen auf Wunsch einen eigenen Namen.

(Foto: hpr)

Tatsächlich ist es so, dass dort, wo der Eero frei strahlen kann, das Signal deutlich besser ist als vorher. Dort, wo es aber behindert wird, verliert es eben an Strahlkraft. Nur gut, dass zum ntv.de-Test der Eero-Dreierpack angetreten ist. Neben einem Haupt-Router gibt es zwei weitere, die das Signal an den neuralgischen Punkten verstärken können. Der Dreisatz kostet übrigens stolze 278 Euro, verspricht aber eine Netzabdeckung auf einer Fläche von bis zu 460 Quadratmetern. Für die Dreiraumwohnung scheint das echt übertrieben, macht sich aber am Ende doch bezahlt.

Um die weiteren Eero-Funker in das Netzwerk einzubinden, werden sie via App mit dem ersten Router verbandelt. Allerdings darf man hier getrost die Empfehlungen der App für den besten Standpunkt berücksichtigen. Am Ende sind die Mash-Points, von denen jeder seinen eigenen Namen bekommt, so einzurichten, dass der Router möglichst zentral, unverstellt und frei zugänglich, mit einem guten Abstand zu großen Elektrogeräten platziert wird. Auch diese Zusatzaufgabe ist in knapp zehn Minuten abgeschlossen.

WLAN-Schlüssel per QR-Code

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Ein Selbsttest bestätigt: Das WLAN in der ganzen Wohnung ist nach der Installation der drei Eero-Mesh-Router fantastisch.

(Foto: hpr)

Und jetzt? Hat man tatsächlich in der ganzen Wohnung ein ausgezeichnetes Netz. Statt der vorher an den neuralgischen Punkten gemessenen 18 Mbit/s sind es jetzt über die Eero-App gemessene 52,71 Mbits/s im Download und 10,16 Mbits/s im Upload. Wer will, kann jetzt auch mehrere Geräte in Gruppen zusammenfassen oder auch einzelnen Komponenten das Internet entziehen.

Und noch etwas kann über die App gesteuert werden: der Gästezugang. Der verhindert, dass vertrauliche Daten aus dem privaten Netz in die falschen Hände geraten. Den WLAN-Schlüssel für das Gäste-Netzwerk kann der Besitzer per E-Mail verschicken oder er generiert einen QR-Code, den der Gast dann einfach scannen kann. Wer jetzt technisch versiert ist, kann im Experten-Modus der App auch noch NAT, DHCP, DNS, UPnP und die Firewall konfigurieren. Aber das ist echt was für Profis und dürfte für den Privatanwender eher uninteressant sein.

Fazit: Der Eero Mash-Router ist als Einzelstück mit 109 Euro kein Schnäppchen. Hinzu kommt, dass er als Einzelteil kaum in der Lage ist, in einer verwinkelten Wohnung für ein besseres WLAN zu sorgen. Mehr Erfolg hat, wer sich für den Dreierpack für 278 Euro entscheidet. Da die Eeros auch vom Design sehr ansehnlich sind, muss man sie auch nicht verstecken, sondern kann sie als modisches Accessoire für alle sichtbar stehen lassen.

Quelle: ntv.de