Technik

Rätselhafter Fehler Google-Geräte legen WLANs lahm

Google Home Mini

WLAN-Netzwerke können Probleme haben, wenn in ihnen ein Google Home mini oder ein anderes Cast-Gerät funkt. Allerdings sind sie nicht alleine die Auslöser für Störungen.

(Foto: Markus Mielek )

Viele Nutzer von Google-Hardware beschweren sich über große WLAN-Probleme. Offenbar sind Chromecast & Co. schuld, aber Android spielt die entscheidende Rolle. Vorerst gibt es für Betroffene wohl nur eine radikale Lösung.

Nutzer, die aktuell über WLAN-Probleme klagen, sollten überprüfen, ob in ihrem Haushalt vielleicht ein Google-Gerät dazwischenfunkt. Sie wären mit ihrem Problem nicht alleine, wie Kommentare unter einem Artikel auf "Cashys Blog" und einem Eintrag in Googles Hilfe-Forum zeigen. Auf Reddit gibt es dazu ebenfalls eine rege Diskussion.

Demnach kommt es schon seit vergangenen Herbst in Netzwerken mit Google-Hardware dazu, dass andere Geräte rausgeworfen werden und man sie oft erst nach einem Neustart des Routers wieder anmelden kann. Außerdem scheint es zu spontanen Wechseln vom 5-Gigahertz- zum 2,4-Gigahertz zu kommen. Da solche Störungen verschiedene Ursachen haben können und Google-Geräte nicht sofort als Urheber auszumachen sind, wissen viele genervte Nutzer bisher gar nicht, warum ihr WLAN zickt.

Den Beschwerden nach treten die Probleme bei allen Google-Cast-Geräten auf, beispielsweise einem Chromecast, einem Google Home oder einem Home Mini. Die Störungen treten dabei in Netzwerken mit Routern verschiedener Hersteller auf. Dazu gehören Geräte von TP-Link den Kommentaren auf "Caschys Blog" zufolge auch die in Deutschland weit verbreitete Fritzbox. Laut "Myce" ist das Problem bisher für Router von Asus, Linksys, Netgear, Synology und TP-Link bekannt. Fritzbox-Hersteller AVM hat sich noch nicht zu einer möglichen Unverträglichkeit mit Googles Geräten geäußert.

Android-Gerät im Verbindungs-Rausch

Ein TP-Link-Entwickler hat das Problem weiter eingekreist. In einem Blogeintrag schreibt er, es trete nur dann auf, wenn sich Google-Cast-Hardware und ein Android-Gerät mit einer aktuellen Version des Betriebssystems in einem Netzwerk befänden. Wenn so ein Gerät aus dem Ruhemodus aufwacht, suche es nicht wie üblich etwa alle 20 Sekunden nach Cast-Geräten, sondern manchmal mehr als 100.000 Mal in kurzer Zeit. Diese vielen Anfragen würden Router überfordern, was zu Aussetzern und Abstürzen führe. Je länger ein Android-Gerät im Ruhemodus war, desto stärker sei der Effekt.

Um das Problem zu lösen, hat TP-Link eine Beta-Firmware für seine betroffenen Router veröffentlicht. Möglicherweise folgen andere Hersteller, bisher ist über entsprechende Updates aber nichts bekannt. Eine Google-Mitarbeiterin hat in einer Antwort im Hilfe-Forum bisher nur bestätigt, dass man sich darum kümmere und noch Nutzer-Feedback sammle. Eine offizielle Stellungnahme liegt noch nicht vor.

Es gibt aber wohl Notlösungen: Betroffene berichten, dass die Störungen nicht mehr aufgetreten seien, nachdem sie alle Cast-Geräte abgeschaltet hatten. Andere schreiben, sie hätten keine Probleme mehr gehabt, nachdem sie das Router-WLAN durch Google Wifi ersetzt hätten.

Quelle: n-tv.de, kwe